Volle Lotte raus mit Leverkusen: Schnellcheck-Konferenz zur zweiten Pokalrunde

Lotter Jubeltraube: Der Außenseiter aus der dritten Liga schmeißt Bayer Leverkusen aus dem Pokal. Foto: dpa

Zweite Pokalrunde, erster Teil. In den acht Fußballspielen des Dienstags gab es drei Elfmeterschießen gleichzeitig - und zwei dicke Überraschungen. Die Schnellcheck-Konferenz.

Wie war es mit den eigenen Gesetzen des Pokals? 

Halle gegen Hamburg und Lotte gegen Leverkusen. Klingt nicht nur wegen der doppelten Alliteration vielversprechen. Zweimal starker Drittligist gegen kriselnde Erstliga-Kicker. Da lag die Überraschung doch in der Luft. Während der HSV beim 4:0 überraschend souverän war, erlebte Leverkusen, dass der Pokal seine eigenen Gesetzte hatte. Lag in Lotte zweimal vorn - und verlor doch im Elfmeterschießen, obwohl die Gastgeber nach dem Platzverweis von Tim Wendel (78.) in Unterzahl waren. Kurios: Der gesperrte Trainer Roger Schmidt sah die Blamage im Mannschaftsbus.

Gab es daneben noch einen echten Knaller? 

Da kommt er geflogen, der Held: Sandhausen Torwart Marco Knaller und seine Mitspieler bejubeln den Sieg im Elfmeterschießen gegen Freiburg. Foto: dpa

Und ob! Ein Knaller-Spiel und einen Knaller-Torwart - der passenderweise auch noch Knaller heißt. Marco Knaller. Der hielt den entscheidenden Strafstoß für Sandhausen gegen Freiburg im Elfmeterschießen. Dass es überhaupt so weit gekommen war, lag an einer katastrophalen Entscheidung des Schiedsrichters Tobias Stieler.

Nach 82 Minuten entschied der auf Elfmeter für Freiburg. Petersen nutzte ihn zum 3:3-Ausgleich. So wirklich weiß aber wohl niemand, was Stieler da gesehen hatte. Viel mehr hatte der Freiburger Janik Haberer vorher Sandhausens Philipp Klingmann umgesprungen. Stieler kommt aus Hamburg - da stimmt die Leistung bekanntlich ja schon länger nicht. Sei es drum. Es gab ja noch diesen Knaller. Und der sorgte für Gerechtigkeit.

Hatte der Pokal seine Pechvögel und Glückskinder? 

Da schalten wir gleich mal rüber nach Lotte. Denn da gab es gleich zwei Spieler, die beides waren. Zum Beispiel Kevin Volland. Erzielt Leverkusens 1:0. Erzielte Leverkusens 2:1. Und Volland, da war doch was? Eben: Ein Platzverweis gegen seinen Ex-Klub Hoffenheim nach nur fünf Spielminuten am Samstag. Jetzt endlich seine ersten Tore für Bayer, weil die Rotsperre nur für die Liga gilt. Ein Glückskind, oder? Denkste. Im Elfmeterschießen verschoss unter anderem auch wer? Volland, der Pechvogel.

Pechvogel: Der Leverkusener Kevin Volland erzielte zwei Tore, scheiterte dann aber im Elfmeterschießen. Foto:  dpa

Das Gegenstück: Lottes Innenverteidiger Matthias Rahn. Der frühere Spieler des KSV Hessen war kurz nach dem 0:1 mit dem Kopf zur Stelle, wuchtete den Ball ins Tor. Schon beim Erstrundensieg gegen Bremen hatte Rahn getroffen. Im Interview mit unserer Zeitung hatte er gesagt: „Wenn es gegen Leverkusen erneut klappt, hätte ich nichts dagegen.“

Es klappt. Oder? Nein, doch nicht. Der Linienrichter hebt die Fahne. Zeigt Abseits an. Eine Fehlentscheidung. Rahn kann es nicht fassen, schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Was für ein Pechvogel - der am Ende doch feiert. Rahn, das Glückskind, steht mit dem Drittligisten in Runde drei.

Wie sah es mit den Emotionen im Pokal aus? 

Wechsel nach Dresden: Die Aktiven hatten dort ihre Nerven im Griff. Emotional wurde es aber trotzdem. Dynamo nahm vor dem Duell gegen Bielefeld Abschied von seinem Ehrenspielführer Reinhard Häfner, der am Montag gestorben war. Schweigeminute, Trauerflor - die üblichen Dinge. Aber damit gaben sich die Fans in Dresden nicht zufrieden: Vor einem Block hing ein riesiges Trikot mit Häfners Nummer sechs unter dem geschrieben stand: „Du warst ein Held für alle - Ruhe in Frieden Reinhard.“ Das ist groß, das ist beeindruckend - und auch das ist eben Fußball.

Wie war die Übertragung im TV? 

Acht Spiele an einem Abend, da gucken wir natürlich gern Konferenz bei Sky. War dann ja auch spannend. Den Lieblingssatz gab es wo? Na klar, in Lotte. „Schauen wir auf die Aufstellung von Lotte. Da sind einige dabei“, sagte Reporter Michael Leopold. Das ist ja schon mal eine gute Voraussetzung für ein spannendes Fußballspiel.

Gab es auch noch einen besonderen TV-Moment? 

Allerdings. Als in Lotte, Freiburg und Würzburg die Spiele zeitgleich ins Elfmeterschießen gingen, da wurde es auf dem Bildschirm turbulent. Sky löste die Aufgabe so: alle Entscheidungen gleichzeitig, kleines Bild. So richtig wusste man aber nicht, wo man hinschauen soll. Würzburg gegen 1860 München endete dann mit einem bitteren Moment für die Region: Der aus Kassel stammende Würzburger Nejmeddin Daghfous scheiterte an der Latte. Aus und vorbei.

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