Vorzeitiges Geschenk für Wehrlein: DTM-Titel perfekt

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Mercedes-Pilot Pascal Wehrlein wurde vorzeitig DTM-Champion. Foto: Juergen Tap/DTM/Itr

Timo Scheider gewinnt sein erstes DTM-Rennen seit fast fünf Jahren - aber der große Sieger heißt Pascal Wehrlein. Der Mercedes-Fahrer holt sich Rang acht und hat den ersten DTM-Titel seiner Karriere sicher.

Hockenheim (dpa) - In einem hart umkämpften Rennen hat sich Pascal Wehrlein schon vor dem Finale am Sonntag den ersten DTM-Titel seiner Karriere gesichert. Der Mercedes-Fahrer kam einen Tag vor seinem 21. Geburtstag auf dem Hockenheimring zwar nur auf Rang acht.

Dank nun 40 Punkten Vorsprung vor Mattias Ekström kann er aber nicht mehr von Platz eins der Gesamtwertung verdrängt werden. "Danke für das beste Jahr. Danke", rief Wehrlein im Boxenfunk.

Die Verfolger Edoardo Mortara und Ekström patzten in ihren Audis erst in der Qualifikation und dann auch noch am Start - und waren schließlich in einem Rennen mit zahlreichen Rempeleien in Unfälle verwickelt. Einziger Trost für den Autobauer aus Ingolstadt: Timo Scheider holte vor seinem Audi-Kollegen Jamie Green den ersten Sieg seit fast fünf Jahren. "Das tut gut nach einer Katastrophen-Saison", sagte Scheider. Dritter wurde Maxime Martin im BMW, bester Mercedes-Fahrer war Paul Di Resta auf Platz vier im Samstags-Rennen ohne Boxenstopp.

DIE REAKTION

"Jetzt fällt der ganze Druck ab. Wir haben es geschafft. Einfach Hammer", sagte Wehrlein in der ARD. Unmittelbar nach der Zieldurchfahrt ballte der Mercedes-Youngster beide Hände zur Faust und sagte nach der Gratulation seines Teams via Funk sekundenlang gar nichts. Dann folgten die Worte: "Danke, danke, danke. Wir haben es geschafft. Jaaaa!"

DIE AUSGANGSSITUATION AM START

Wehrlein stieg mit 165 Punkten als Gesamtführender ins Auto und hatte damit 37 Zähler mehr als Mortara und 38 Zähler mehr als Ekström. Bruno Spengler und Wehrlein trennten 46 Punkte. In der Quali aber wurde Wehrlein nur 13. - sein viertschlechtestes Resultat dieser Saison. Der notwendige dritte Platz, um den Titel aus eigener Kraft perfekt zu machen, war für Wehrlein damit extrem schwer zu erreichen.

DER START

Die drei Meisterschaftskandidaten erwischten einen schlechten Start. Nach einer Runde war Wehrlein nur noch 16., Ekström fiel gar auf Platz 18 zurück und Mortara musste nach einem Kontakt an die Box. In der Folge lieferte sich Wehrlein ein hartes Tür-an-Tür-Duell mit BMW-Mann Martin Tomczyk, Ekström bekam einen Stoß von Robert Wickens und drehte sich von der Strecke. "Da habe ich keinerlei Verständnis für", beschwerte sich Audis DTM-Chef Dieter Gass in der ARD. Der kanadische Mercedes-Fahrer kassierte eine Durchfahrtsstrafe.

DAS RENNEN

Nach einer Saison voller Pleiten mit dem Funk-Skandal von Spielberg als unrühmlichem Höhepunkt gelang Scheider in Hockenheim ein sportliches Ausrufezeichen. Als Zweiter der Qualifikation schnappte sich der zweimalige DTM-Champion Pole-Setter Martin schon in Runde zwei und brachte danach den ersten Sieg seit fast fünf Jahren ungefährdet ins Ziel. Mortara, Ekström und Spengler mühten sich im Feld dagegen vergeblich um eine Aufholjagd - Wehrlein dagegen durfte am Schluss noch Markenkollege Maximilian Götz überholen.

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