Weltklasse in Monaco: Schwanitz nur knapp geschlagen

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Christina Schwanitz belegte mit 19,81 Metern den zweiten Platz. Foto: Olaf Kraak

Nur einen Tag nach dem Anschlag von Nizza fand rund 20 Kilometer entfernt in Monaco ein Leichtathletik-Meeting statt. Die Athleten zeigten trotz der gedrückten Stimmung teils herausragende Leistungen.

Monte Carlo (dpa) - Kugelstoß-Weltmeisterin Christina Schwanitz hat beim Diamond-League-Meeting in Monaco eine knappe Niederlage kassiert.

An einem vom Anschlag im nur gut 20 Kilometer entfernten Nizza überschatteten Leichtathletik-Abend belegte Deutschlands Sportlerin des Jahres am Freitag mit 19,81 Metern Platz zwei hinter Olympiasiegerin Valerie Adams aus Neuseeland (20,05). Schwanitz hatte erst im fünften von sechs Durchgängen die Führung übernommen. Ihre Rivalin konterte aber umgehend mit der drittbesten Weite dieser Saison. Schwanitz gegen Adams verspricht auch ein spannendes Duell bei den Olympischen Spielen im August in Rio de Janeiro zu werden.

Mitten während des Streits um ihre Olympia-Teilnahme wurde Speerwurf-Weltmeisterin Katharina Molitor in Monaco nur Siebte. Die 32-Jährige warf beim Sieg der Europameisterin Tatsiana Kaladowitsch aus Weißrussland (65,62) nur 58,63 Meter weit. Molitor war am Dienstag nicht für die Sommerspiele nominiert worden und versucht ihren Start in Rio jetzt über eine einstweilige Verfügung gegen den Deutschen Olympischen Sportbund zu erzwingen.

Die Veranstalter in Monaco hatten erst am Mittag und nach Rücksprache mit Prinz Albert entschieden, dieses Meeting überhaupt stattfinden zu lassen. Im Stade Louis II wurde eine Schweigeminute für die mindestens 84 Todesopfer des Anschlags vom Vorabend in Nizza eingelegt. Auf die üblicherweise sehr lautstarken Siegerehrungen einer Diamond-League-Veranstaltung wurde verzichtet.

Auf die Leistungen der Athleten wirkte sich die gedrückte Stimmung jedoch nicht aus. So legte Berlin-Weltmeisterin Caster Semenya ein Weltklasse-Rennen über 800 Meter hin. In 1:55,33 Minuten lief die Südafrikanerin eine Weltjahresbestzeit, einen südafrikanischen Rekord und einen Diamond-League-Rekord.

Hochsprung-Europameister Gianmarco Tamberi aus Italien sprang mit 2,39 Metern ebenfalls einen nationalen Rekord und besiegte in einem hochkarätigen Wettkampf unter anderem Ex-Weltmeister Bogdan Bondarenko aus der Ukraine (2,37), den Olympia-Dritten Mutaz Essa Barshim aus Katar (2,31) sowie Weltmeister Derek Drouin aus Kanada (2,27). Allerdings verletzte sich Tamberi am Ende bei seinem zweiten Versuch über 2,41 Meter. Eine Diagnose steht noch aus.

Europameisterin Dafne Schippers setzte sich über 100 Meter auch in ihrem ersten Rennen nach der Heim-EM durch. In Monaco siegte die Niederländerin in 10,94 Sekunden vor der zweimaligen 200-Meter- Olympiasiegerin Veronica Campbell-Brown aus Jamaika (11,12).

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