Kaymer startet mäßig in die US Open - Woods katastrophal

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Martin Kaymer hat durchwachsen begonnen. Foto: Paul Buck

Mittelprächtiger Start für Titelverteidiger Kaymer, eine Runde des Grauens für Altmeister Woods. Die US Open gelten als eines der schwersten Golfturniere der Welt - einst waren sie Woods Spielwiese. Diesmal wirkt der 39-Jährige überfordert wie ein Amateur.

Chambers Bay (dpa) - Titelverteidiger Martin Kaymer ist auf dem schwierigen Dünenplatz der US Open glimpflich davongekommen, mit Golfstar Tiger Woods hatten die Zuschauer nur noch Mitleid.

Während der 30-Jährige aus Mettmann in Chambers Bay bei Seattle mit 72 Schlägen und zwei über Platzstandard auf Rang 52 lag, spielte der dreimalige Sieger (2000, 2002 2008) mit 80 Versuchen seine schlechteste Runde bei dem Prestige-Turnier. "Tiger Woods zerfällt" - lautete die Schlagzeile von "USA Today".

"Ich bin definitiv nicht zufrieden, es war ein harter Tag", sagte der auf Weltranglistenposition 195 abgedriftete Kalifornier: "Ich habe schwach angefangen und es auch nicht retten können." Nur zwei Kollegen im Feld der 156 Spieler waren schlechter.

Die Miene des einstigen Idols verfinsterte sich schon an der ersten Bahn auf dem Küstenplatz direkt am Pazifik, als sein zweiter Schlag tief im Dünendickicht landete. Nach sechs Bahnen auf dem einstigen Industriegelände lag er bereits 4 über Par. Auf den zweiten neun Löchern kassierte Woods nach drei Bogeys sogar ein Triplebogey (drei über Par).

Hunderte Fans litten mit, als ihm an der achten Bahn beim Befreiungsversuch aus dem dichten Dünengras der Schläger aus den Händen glitt und in hohem Bogen über die Schulter flog. In den sozialen Medien war die Szene der Renner. Besonders krass spielte Woods das Schlussloch, als er wie ein Hobbygolfer sein Holz drei toppte und der Ball über die Landschaft in den Sandbunker schoss.

Die US-Presse hatte Woods' Ankündigung, nach erneuter Schwungumstellung mit neuem Coach fast schon wieder der Alte zu sein, schon vorher stark angezweifelt. "Ich muss mich da durcharbeiten", sagte der Amerikaner nun: "Ich arbeite so hart, wie ich kann, aber aus irgendeinem Grund fehlt mir die Konstanz." Kaum einer glaubt noch, dass der 14-malige Majorsieger sie je wiederfindet. Ihm ist die Leichtigkeit abhandengekommen. Und im Dezember wird Woods 40.

Auch für Kaymer ist die Titelverteidigung in weite Ferne gerückt. "Am Anfang bin ich nicht so richtig ins Spiel gekommen, habe nacheinander Bogey, Eagle und Doppel-Bogey gespielt. Ich denke, die Runde ist dennoch akzeptabel", sagte Kaymer der Deutschen Presse-Agentur. Auf die Führenden Dustin Johnson (USA) und Henrik Stenson (Schweden) hat er sieben Schläge Rückstand.

Der aktuelle Branchenprimus, Rory McIlroy, der mit Kaymer in einer Gruppe spielte, kam ebenfalls mit zwei Schlägen über Standard ins Clubhaus. "Der Platz ist anstrengend, vor allem vom mentalen Aspekt", sagte der Nordire. An den steilen Hängen rutschten zwei Caddies mit ihren schweren Taschen aus, einer verletzte sich dabei am Knöchel.

Der Ratinger Marcel Siem verbuchte eine 73er Runde, der Münchner Stephan Jäger beendete den ersten Tag seines Debüts beim zweiten Major mit vier über Par. Er lag auf dem geteilten 98. Platz. Sowohl Siem als auch der 26-jährige Nobody hatten sich durch die Qualifikation gequält.

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