Grönland

Wärmerekord: Mega-Eisscholle bricht vom Gletscher ab

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Die Kombo aus Satellitenfotos vom 04.08.2015 (l) und 03.09.2016 zeigt den Abbruch der Eisscholle.

Kopenhagen - Auch in Grönland war es in diesem Sommer ungewöhnlich warm. Jetzt brach eine 95 Quadratkilometer große Eisscholle von einem Gletscher ab.

Im Sommer sei es durchschnittlich 2,3 Grad wärmer gewesen als im Schnitt zwischen 1981 und 2010, teilte das dänische Meteorologische Institut (DMI) mit. An 14 Wetterstationen des Landes seien überdurchschnittliche Temperaturen gemessen worden. "Diese neuen Messungen beweisen uns, dass sich die Tendenz von höheren Temperaturen in der Arktis fortsetzt", sagte der Meteorologe John Cappelen. "Das bedeutet, dass das Gletschereis weiter schmilzt und nicht nur einen steigenden Wasserstand, sondern auch kräftigere Stürme zur Folge haben wird."

Der Forscher Jason Box sagte der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau, wegen der Wärme sei eine 95 Quadratkilometer große Eisscholle von einem Gletscher abgebrochen.

Der Grönländische Eisschild verlor zwischen 2003 und 2010 doppelt soviel Masse wie im ganzen 20. Jahrhundert. Wegen seiner riesigen Ausmaße gehört der Eisschild zu den Hauptfaktoren, die für den Anstieg der Meeresspiegel um 25 Millimeter zwischen 1990 und 2010 verantwortlich sind, wie eine im Dezember im Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlichte Studie zeigte. Weitere Folgen seien "stärkere Unwetter" und Veränderungen im Ökosystem der Arktis, was sich wiederum auf die Fischerei und die CO2-Aufnahmefähigkeit der Ozeane auswirke.

Erst im Frühjahr hatten Wetterforscher einen Rekord gemeldet: eine ungewöhnlich frühe Eisschmelze auf Grönland. Mitte April wurde auf fast zwölf Prozent der grönländischen Eisdecke mehr als einen Millimeter Schmelze gemessen - und die höchsten Apriltemperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen. Gleichzeitig verzeichnete Grönland mit minus 30,7 Grad Celsius in diesem Juli auch einen Kälterekord.

Das teilautonome Grönland, das zum dänischen Königreich gehört, ist mit seinen 2800 Kilometern von Nord nach Süd und 1000 Kilometern von West nach Ost die größte Insel der Welt. Es besteht zu 85 Prozent aus Inlandeis.

dpa/afp

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