Tragisches Unglück auf Maui

Arm abgebissen: Hai-Opfer kommt aus der Region

Zierenberg/Hawaii. Der Traumurlaub auf Hawaii ist für eine junge Frau aus Nordhessen zu einem entsetzlichen Erlebnis geworden: Die Touristin wurde beim Schnorcheln von einem Hai angegriffen und lebensgefährlich verletzt. Der Raubfisch riss ihr den Arm ab.

Amerikanische Medien hatten anfangs nur berichtet, dass es sich bei dem Opfer um eine Deutsche handelt. Wie unserere Zeitung erfuhr, war es eine 20-Jährige aus Zierenberg, die von dem Hai attackiert wurde. Das bestätigten auch Mitglieder des örtlichen Karnevalsvereins, bei dem die junge Frau Mitglied ist, am Freitagnachmittag gegenüber der HNA.

Die 20-Jährige hatte im Sommer vergangenen Jahres begonnen, ein Jahr als Au-pair-Mädchen in Seattle (USA) zu absolvieren, und beendete dies vor ein paar Tagen. Wie unsere Zeitung erfuhr, hatte die 20-Jährige vor, drei Wochen Urlaub auf Hawaii zu machen, bevor sie Mitte September die USA verlassen wollte.

Die 20-Jährige ist Mitglied einer Zierenberger Tanzgarde. Dessen Mitglieder zeigten sich am Freitag sehr betroffen. Die Familie der jungen Frau wollte sich zu dem Unglück nicht äußern.

Zustand kritisch

Von den Behörden auf Hawaii hieß es, der Zustand der 20-Jährigen sei „kritisch“ und: „Wir haben keine Neuigkeiten zu ihrer Situation.“ Klar ist, dass der Hai der 20-Jährigen den Arm abgerissen hat. Laut „Bild“-Zeitung soll die Zierenbergerin auch Bissverletzungen am Bein erlitten haben und auf der Intensivstation eines Krankenhauses auf Maui liegen.

Nach dem Unglück abgesperrt: An diesem Strand auf Maui attackierte der Hai die Nordhessin.

Der Naturschutzbehörde der Insel Maui zufolge ereignete sich der Angriff bereits am Mittwochnachmittag. Die Zierenbergerin habe knapp 50 Meter vom Strand entfernt geschnorchelt, als der Hai angriff. „Ich habe einen Schrei gehört, wie ich noch nie in meinem Leben einen gehört habe“, sagte Andree Conley-Kapoi dem Sender ABC. „Ich habe jedem gesagt, dass solch ein Schrei nur eines bedeuten könne: einen Haiangriff“, sagte der Mann, der am Strand von Maui dabei war.

Einer ihrer Retter, der Surflehrer Rick Moore, berichtete der Zeitung „Maui News“, dass die Zierenbergerin das Bewusstsein verlor, als sie aus dem Wasser gezogen wurde und im Anschluss wiederbelebt werden musste. „Sie war am Sterben“, sagte Moore.

Strand gesperrt

Der Palauea oder White Rock Beach genannte Strand, bei vielen Urlaubern beliebt, wurde zunächst auf drei Kilometern gesperrt und mit Booten und per Hubschrauber aus der Luft abgesucht. Einen Hai konnten die Wildhüter bislang nicht entdecken, der Strand wurde wieder geöffnet. Nur einen Tag vor dem Angriff auf die Zierenbergerin hatte sich ein Hai im Surfbrett eines anderen Touristen festgebissen. Morgan Flanner war aber nicht mehr auf dem Brett, als der Hai zuschnappte. „Er biss ein paar Mal zu, vielleicht vier-, fünfmal und er hat es auch komplett unter Wasser gezogen“, sagte er ABC. „Ich bin ihm sehr dankbar, dass es das Brett war und nicht ich.“ (jbg/ewa/dpa)

Warnung vor Haien auf Hawaii

Für Touristen geben die Behörden Hawaiis Ratgeber heraus. „Nicht nachts und in der Dämmerung schwimmen“ steht da und „Gehen Sie nicht mit blutenden Wunden ins Wasser.“ Blinkenden Schmuck solle man ebenso wenig tragen wie kontrastreiche Badekleidung. Und: „Wenn Fische und Schildkröten unruhig werden, gehen Sie aus dem Wasser.“ (dpa)

Rubriklistenbild: © Screenshot: youtube