Flug von Paris nach Kairo

MS804: Was wir über den Egyptair-Absturz wissen - was nicht

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Eine Maschine von Egyptair stürzte in der Nacht auf Donnerstag ab.

Kairo - Der Flug MS804 ist im Mittelmeer abgestürzt. Das ist Gewissheit. Allerdings bleibt beim Egyptair-Absturz einiges unklar und bietet Platz für Spekulationen.

Ein Flugzeug der Airline Egyptair verschwindet vom Radar in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. 66 Menschen sind am Bord und bald herrscht Gewissheit: Die Maschine des Flugs MS804 ist abgestürzt. Einiges ist geklärt, aber das wichtigste - die Absturzursache - bleibt weiter unklar. Es gibt jedoch erste Spekulationen.

Bislang sind sehr wenig Erkenntnisse bekannt. Wir fassen zusammen, was wir wissen, was vermutet wird und was wir noch überhaupt nicht wissen.

Egyptair-Absturz MS804: Das wissen wir über den Flugzeugabsturz

Am Donnerstagmorgen ist eine Egyptair-Maschine beim Flug MS804 von Paris nach Kairo im Mittelmeer abgestürzt. Das teilte das Luftfahrtministerium nach ersten Ermittlungen in Ägypten mit. Die Maschine startete am Mittwochabend um 23.21 Uhr. Der Flughafen Charles de Gaulle nennt diese Zeit als tatsächliche Abflugszeit. Dies deckt sich mit den Daten von Flightradar24. Die Maschine verschwand um 2.29 Uhr (MESZ) vom Radar. Geplant war eine Ankunft um 3.15 Uhr in Kairo. Um 2.41 bekommt das Flugzeug von den griechischen Behörden offiziell den Status „in Gefahr“.

Nach ersten Ermittlungen ist der Flug MS804 nahe der griechischen Insel Karpathos abgestürzt. Das teilte ein Flughafenvertreter mit. Der Chef der griechischen zivilen Luftfahrtbehörde bestätigte, dass sich die Piloten der Egyptair nicht mehr gemeldet hätten, als sie den griechischen Luftraum verlassen haben. „Als sie zunächst die Insel Kea (nahe Athen) überflogen, haben sie sich normal gemeldet und keine Probleme erwähnt“, sagte Konstantinos Lintzarakis am Donnerstag dem griechischen Nachrichtensender Skai. Die letzte Kommunikation mit dem Piloten habe es drei Minuten vor dem Verschwinden der Maschine gegeben, sagte der Vertreter der griechischen Zivilluftfahrt weiter.

Dazu äußerte sich der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos. Das Flugzeug flog gegen 3.37 Uhr griechischer Ortszeit (2.37 Uhr MESZ) auf einer Höhe von gut 37.000 Fuß (knapp 11.300 Meter). „Die Maschine befand sich zu diesem Zeitpunkt etwa zehn bis 15 Seemeilen im ägyptischen Flugraum“, sagte Kammenos. „Dann machte es eine Drehung von 90 Grad nach links und danach eine andere Drehung von 360 Grad nach rechts und fiel auf eine Höhe von 15.000 Fuß. Sein Radarbild verschwand auf einer Höhe von 10.000 Fuß“, sagte der Minister weiter. Griechenland habe alle Länder informiert, die mit diesem Flug zu tun hatten. Woher er die Informationen habe, ist jedoch unklar.

66 Menschen aus zwölf Nationen an Bord

Der Kontakt mit dem Flug MS804 brach demzufolge knapp 280 Kilometer vor dem ägyptischen Festland ab. Es waren 66 Menschen an Bord. Davon sind 30 Ägypter, 15 Franzosen, außerdem 2 Iraker. Laut Egyptair waren zudem ein Brite, ein Belgier und ein Portugiese gelistet. Hinzu kommt jeweils ein Passagier aus Kanada, Kuwait, Saudi-Arabien, dem Sudan, dem Tschad und Algerien. Außerdem befanden sich offiziellen Angaben zufolge 7 Crewmitglieder und drei Sicherheitsleute an Bord.

Die Maschine vom Typ A320 war demnach nicht voll besetzt, die Airline und das Flugzeug gelten als sicher und zuverlässig. Der Airbus habe sich auf einer Höhe von mehr als 11.000 Metern befunden und war gerade erst etwa 16 Kilometer in den ägyptischen Luftraum vorgedrungen. Er verschwand plötzlich vom Radar.

Laut Eurocontrol gab es keine Unwetter in der Gegend, in der das Flugzeug möglicherweise abstürzte. Auch sind beide Piloten sehr erfahren gewesen. Der Pilot hatte 6275 Flugstunden absolviert, sein Co-Pilot war fast 3000 Stunden im Cockpit.

Trümmerteile sind im Laufe des Tages angeblich zunächst vor Kreta entdeckt worden. Das berichtet das griechische Verteidigungsministerium. Zuerst haben Suchmannschaften zwei orangefarbene Gegenstände im Wasser entdeckt. Als weitere Trupps zu der Stelle fuhren, sahen sie blaue und graue Teile. Später hieß es, es seien trümmerteile vor Karpathos gesichtet worden. Zwischendrin wurden diese Nachrichten aber auch wieder dementiert. Er herrschte Verwirrung die Trümmerteile betreffend.

Egyptair-Absturz von MS804: Das wissen wir nicht

Warum das Flugzeug der Egyptair abstürzte, ist vollkommen unklar. Wie die dpa vom ägyptischen Luftfahrministerium erfahren hat, könnte es sich sowohl um technisches Versagen als auch um einen Terroranschlag gehandelt haben. Britische Medien zitieren von Augenzeugen, die einen Feuerball am Himmel gesehen hatten. Ein Experte geht davon aus, dass man "ziemlich sicher mit einem Anschlag rechnen muss". Bei einem technischen Problem hätte die Crew die Möglichkeit gehabt, zu reagieren, sagte Luftfahrexperte Jean-Paul Troadec. In diesem Fall sei jedoch nichts auffällig gewesen, sondern die Maschine war einfach vom Radar weg.

Ebenso unklar ist, ob ein Notsignal abgesetzt wurde oder nicht. Das Flugzeug sendete nach Angaben der Airline um 4:26 Uhr, kurz nachdem es in den ägyptischen Luftraum eintrat, einen Notruf ab. Rettungskräfte des Militärs hätten das Signal erhalten. Das dementierte Ägyptens Militär in einer Mitteilung auf der Facebookseite des Armeesprechers. Der Kontakt zur Maschine war etwa zwei Stunden zuvor abgerissen.

Es kursieren Gerüchte weiterhin darüber, dass das Signal der Blackbox eingefangen wurde, allerdings ist das noch nicht bestätigt.

Alle Neuigkeiten erfahren Sie in unserem News-Ticker zum Flugzeugabsturz der Egyptair-Maschine MS804.

ms mit Material von AFP und dpa

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