Sie sollte die Ware liefern

Amoklauf in München: Waffenhändler hatte Komplizin

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David Ali S. erschoss neun Menschen und tötete sich selbst.

Marburg - Viele haben sich gefragt, wie der Amokläufer von München an Waffe und Munition kam. Laut einem Bericht hat die Polizei nun den Händler geschnappt - ebenso wie eine Komplizin. Der mutmaßliche Verkäufer soll dem Haftrichter vorgeführt werden.

Die Polizei in Marburg hat den mutmaßlichen Waffenhändler von David Ali S. geschnappt, wie Generalstaatsanwaltschaft und das Zollfahndungsamt Frankfurt mitteilen. Zuvor hatte es auch schon die Bild-Zeitung vermeldet und sich auf Ermittlerkreise berufen. Demzufolge haben Polizisten am Dienstag eine Wohnung gestürmt und einen Mann festgenommen. Der 31-Jährige stand offenbar schon seit Wochen im Visier der Ermittler.

"Wir sind mit dem Beschuldigten im Darknet in Kontakt getreten. Wir haben gerichtsverwertbare Fakten, dass er dem Amokläufer die Tatwaffe kurz vor der Tat verkauft hat", sagte ein Ermittler der Zeitung.

Sollte die Komplizin die Waffe liefern?

Der mutmaßliche Verkäufer hatte nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ offenbar ein Komplizin. Sie sei ebenfalls im hessischen Marburg festgenommen wurden, wo der 31-Jährige am Dienstag bei einem Scheingeschäft gefasst worden war.

Der mutmaßliche Waffenhändler habe mit dem vermeintlichen Käufer zunächst das Finanzielle abwickeln wollen. Die Frau habe offenbar anschließend die Ware liefern sollen, heißt es in einem „Spiegel“-Bericht unter Berufung auf Ermittlerkreise. Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt habe auf Anfrage bestätigt, dass es in Marburg eine zweite Festnahme gab.

So ging die Polizei vor

Das Blatt berichtet, dass die Polizei dem mutmaßlichen Waffen-Dealer eine Falle gestellt haben soll. Sie lockt ihn offenbar in einen Chat und orderte ebenfalls Waffen. Zuerst verlangten die Beamten eine Maschinenpistole samt Munition und bestellten oben drauf noch eine Glock 17, also den gleichen Waffentyp, mit dem David Ali S. neun Menschen tötete und sich schließlich sich selbst richtete.

Die Beamten haben das Vertrauen des mutmaßlichen Händlers erobert. Der prahlte wohl mit seinen bisherigen Deals. "Im Zuge der Vorbereitung des Scheingeschäfts erklärte der mutmaßliche Waffenhändler, er habe die anlässlich des Amoklaufs verwendete Pistole Modell Glock 17 nebst Munition an den Amokschützen geliefert“, teilte die Staatsanwaltschaft laut Bild mit.

Mutmaßlicher Verkäufer soll Haftrichter vorgeführt werden

Dem Hessen drohen nun bis zu zehn Jahren Haft wegen eines schweren Verstoßes gegen das Waffengesetz. Wenn er sogar gewusst haben sollte, dass der 17-Jährige in München einen Amoklauf geplant hatte, dann könnte die Strafe höher ausfallen. Ihm drohe dann eine Verurteilung wegen gemeinschaftlichen Mordes, heißt es von einem Ermittler.

Am Mittwoch wollen Ermittler in Frankfurt weitere Einzelheiten bekanntgeben. Der mutmaßliche Verkäufer soll an diesem Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden.

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