Wird der Mord je gesühnt?

Anneli-Prozess: Hauptangeklagter beschuldigt Komplizen

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Einer der beiden mutmaßlichen Täter (l) im Fall der ermordeten Annelie zum Prozessauftakt neben den Rechtsanwälten Dirk Simon und Rolf Franek (r).

Dresden - Im Prozess um die Entführung und Tötung der 17 Jahre alten Anneli hat die Verteidigung des mutmaßlichen Mörders Markus B. (40) den anderen Beschuldigten in den Fokus gerückt.

Verteidiger Rolf Franek verlas am Montag vor dem Landgericht Dresden eine Erklärung, wonach auch der mitangeklagte Norbert K. (62) als Mörder von Anneli-Marie infrage komme. Er bezog sich auf die Angaben eines Rechtsmediziners, der am vorangegangenen Prozesstag den Todeszeitpunkt des Mädchens nicht exakt eingrenzen konnte. Er hatte auf den Zustand der Leiche verwiesen, die bei hochsommerlichen Temperaturen erst drei Tage später gefunden worden war.

Franek argumentierte, dass auch K. am Tag von Annelis Tod mehrere Stunden mit dem Mädchen allein war. Auch K. habe ein Motiv gehabt, Anneli zu töten, weil auch er von ihr erkannt worden sei, sagte der Verteidiger.

Anneli-Marie war am Tag nach ihrer Entführung am 13. August 2015 erdrosselt worden. K. hatte im Prozess angegeben, bei der Tötung selbst nicht dabei gewesen zu sein. Allerdings soll er später gemeinsam mit B. die Leiche versteckt haben. K. wird erpresserischer Menschenraub mit Todesfolge vorgeworfen, B. steht zusätzlich unter Mordverdacht.

Laut Anklage hat B. gemeinsam mit seinem 62 Jahre alten mutmaßlichen Komplizen Norbert K. die Unternehmertochter entführt und von ihrem Vater 1,2 Millionen Euro Lösegeld zu erpressen versucht. An der Übergabe scheiterten sie jedoch. Der Prozess wird am 18. August fortgesetzt.

dpa

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