Zwei Anschläge

Autobomben in Nigeria: Dutzende Tote

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Bei zwei Anschlägen mit Autobomben im Norden Nigerias sind am Mittwoch dutzende Menschen getötet worden.

Kaduna - Bei zwei Bombenanschlägen in der nigerianischen Stadt Kaduna sind am Mittwoch Dutzende Menschen getötet worden.

Die Zahl der Toten lag nach unterschiedlichen Quellenangaben zwischen 50 und 100. Viele Menschen wurden verletzt. Ziel der Anschläge waren ein prominenter islamischer Geistlicher sowie Ex-Präsident Muhammadu Buhari. Beide blieben unversehrt. Die Motive der Bluttaten waren nicht bekannt, da sich zunächst niemand zu den Anschlägen bekannt.

Der erste Anschlag galt nach Medienberichten dem islamischen Geistlichen Sheikh Dahiru Bauchi, der in der Vergangenheit wiederholt die islamische Terrorgruppe Boko Haram kritisiert hatte. Der in einem Auto versteckte Sprengsatz detoniert, als Bauchis Konvoi vorbeifuhr, berichtete die Zeitung „Premium Times“ am Mittwoch online.

„Drei Krankenwagen haben mehr als 50 Leichen weggefahren“, sagte der Augenzeuge Malam Mohamed Schuabu der Nachrichtenagentur dpa. Der als moderat geltende Bauchi sei nicht verletzt worden. Bereits im Juni hatte es direkt vor Bauchis Haus eine Explosion gegeben, bei der ein Mensch verletzt worden war.

Anschlag galt Ex-Präsident

Der zweite Anschlag galt Ex-Präsident Buhari, der Nigeria zwischen 1983 und 1985 regiert hatte. Nach Angaben der „Premium Times“ hatte ein Selbstmordattentäter sein Auto auf einem Marktplatz in den Fahrzeugkonvoi des Politikers gesteuert und den Sprengsatz gezündet. Buhari blieb unversehrt, drei seiner Leibwächter wurden verletzt. Unter Berufung auf einen Mitarbeiter des Roten Kreuzes berichtete „Premium Times“ von 50 Todesopfern.

Die Boko Haram will im Norden des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas einen Gottesstaat errichten. Seit 2009 verübt sie immer wieder schwere Anschläge. Allein in diesem Jahr gab es dabei bereits mehr als 2500 Tote. Im April hatte die Boko Haram im Bundesstaat Borno über 200 Mädchen aus einer Schule entführt. Trotz intensiver Suche konnten sie bisher nicht befreit werden.

dpa

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