Archäologen sind fast sicher

Vermutlich geheime Kammer im Grab von Tutanchamun

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Der Sarkophag von Tutanchamun wird begutachtet.

Radaranalysen im Grabmal des Pharaos Tutanchamun in Ägypten haben die Hoffnungen von Archäologen bestärkt, dass sich hinter den Mauern eine Geheimkammer befinden könnte - womöglich der Grabraum der legendären Königin Nofretete.

Es bestehe eine "90-prozentige Chance", dass es eine "weitere Kammer, ein anderes Grab hinter dem Grabmal von Tutanchamun" gebe, sagte der ägyptische Antikenminister Mamduh Eldamati am Samstag während einer Pressekonferenz in Luxor. Experten hatten zuvor zwei Tage lang mit hochleistungsfähigen Radargeräten und Infrarot-Wärmekameras die Nordwand des Grabs untersucht.

Eldamati sprach von "vorläufigen" Erkenntnissen, die von dem japanischen Wissenschaftler Hiroaki Watanabe erst noch genauer analysiert werden müssten. Das werde etwa einen Monat dauern.

Der britische Archäologe Nicholas Reeves sagte, die Untersuchungen an den Nordwand "scheinen darauf hinzuweisen, dass es einen deutlichen Unterschied zwischen dem harten Fels und etwas anderem gibt, das möglicherweise ein leerer Raum ist". "Die Schlussfolgerung ist, dass es eine Erweiterung des Grabs von Tutanchamun jenseits der Nordwand gibt", sagte der Forscher.

Tutanchamun war nach neunjähriger Herrschaft 1324 vor Christus im Alter von 19 Jahren gestorben. Sein Grabmal befindet sich im Tal der Könige in der Nähe von Luxor im Süden Ägyptens. Es wurde 1922 von dem britischen Archäologen Howard Carter entdeckt. Anders als viele andere Pharaonengräber warf es nicht bereits ausgeplündert, sondern enthielt mehr als 5000 intakte Objekte, davon viele aus Gold.

Nofretete, von der eine weltberühmte Büste im Ägyptischen Museum in Berlin ausgestellt ist, war die Gemahlin von Pharao Echnaton, des Vaters von Tutanchamun. Die Gebeine der für ihre Schönheit gerühmten Königin wurden nie gefunden. Dass Nofretetes Grabkammer hinter dem Grab Tutanchamun versteckt sein könnte, lässt sich laut Reeves möglicherweise mit dem plötzlichen Tod des Jungherrschers erklären. Weil damals kein angemessenes Grab zur Verfügung gestanden habe, könnten die Priester auf die Idee verfallen sein, das Grab der Nofretete wieder zu öffnen und zu teilen.

Im September hatten Eldamati und Reeves bereits angekündigt, dass sie nach unentdeckten Kammern im Grab des Tutanchamun suchen würden. Eldamati nimmt an, dass in einer solchen Geheimkammer Nofretete begraben liegt. Reeves vermutet eher, dass dort eine andere Ehefrau von Echnaton beigesetzt wurde. Eldamati kündigte in jedem Fall die "Entdeckung des 21. Jahrhunderts" an und setzte für Samstag die Pressekonferenz in Luxor an, um die vorläufigen Ergebnisse der Suchaktion zu verkünden.

"Wir müssen dorthin kommen, ohne das Grab oder die Grabmalereien zu beschädigen", sagte Eldamati. Die Archäologen könnten "in drei Monaten" die Geheimkammer erreichen, möglicherweise aber auch erst später.

AFP

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