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Auch bei Hitze gelten Regeln im Büro: Zehen zeigen ist tabu

Deutschland erlebt die erste Hitzewelle des Jahres und gestern wurde die 30-Grad-Marke geknackt. Man schwitzt, kleidet sich leichter, auch im Büro – doch was ist an der Arbeit erlaubt und was nicht? Fragen und Antworten zum Thema.

Welche Kleidung darf man im Büro bei Hitze tragen? 

Im Business-Bereich, beispielsweise in Banken und mittelständischen Unternehmen, gilt laut Rainer Wälde (55), Vorsitzender des Deutschen Knigge-Rats: „Keine kurzen Hosen und keine offenen Schuhe bei Männern.“ Kurzärmlige Hemden sind manchmal erlaubt. „Frauen dürfen Schuhe tragen, die hinten offen sind. Die Zehen dürfen aber nicht zu sehen sein.“ Bauchfreie Oberteile seien absolut tabu, egal wie heiß es ist. „Auch die Schultern müssen bei Frauen bedeckt sein. Kurzarmbluse und Rock sind aber okay.“ Knigge ist ein Regelwerk für gutes Benehmen.

Welche Länge sollte der Rock bei Frauen haben? 

„Der Rock sollte mindestens bis eine Fingerbreite übers Knie gehen“, sagt Wälde. Wichtig: In seriösen Unternehmen gehört zum Rock auch eine Strumpfhose, um die Beine zu bedecken. Auch bei 30 Grad.

Frauen dürfen mehr Haut zeigen als Männer. Warum werden Männer benachteiligt? 

Die Etikette von heute hat ihren Ursprung von vor über 100 Jahren, erklärt Wälde. „Die Anforderungen an die Männer wurden damals so streng festgesetzt, weil nur sie in den Führungsetagen saßen.“ Über Spaghetti-Träger und Sandalen bei Frauen hatte man sich keine Gedanken gemacht und Regeln aufgestellt.

Darf ein Arbeitgeber einen Dresscode vorschreiben? 

Ja. Jeder Arbeitgeber darf eine Kleiderordnung für sein Unternehmen aufstellen – diese gilt bei allen Temperaturen. Bei Hitze besteht aber die Möglichkeit, dass die Kleiderordnung gelockert wird.

Darf man einen Kollegen darauf hinweisen, dass er nach Schweiß riecht? 

Ja, das sollte man sogar tun. Aber: „Unbedingt unter vier Augen und auf gleicher Hierarchieebene“, sagt Wälde. Man könne etwa fragen, ob der Kollege das Deo am Morgen vergessen hat.

Gibt es Hitzefrei auch an der Arbeit?

Nein, das gibt es nur für Schüler. Zwar ist in der Arbeitsstättenregel ASR A3.5 festgelegt, dass die Temperatur in Arbeitsräumen nicht über 26 Grad liegen soll, teilt die Bundesanstalt für Arbeitsmedizin und Arbeitsschutz mit. Und nach Paragraf 4 Arbeitsschutzgesetz ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Tätigkeit so zu gestalten, dass eine „Gefährdung für Leben und Gesundheit“ vermieden wird. Daraus resultiere aber kein Rechtsanspruch auf klimatisierte Räume.

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