Autobomben in Kandahar: Über 30 Menschen getötet

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Bei einem Anschlag mit Autobomben (Archivbild) im afghnaischen Kandahar sind mindestens 30 Menschen getötet worden.

Kabul - Bei einem der schwersten Bombenanschläge in Afghanistan seit Monaten sind am Dienstagabend in der Stadt Kandahar nach offiziellen Angaben über 30 Menschen getötet worden.

Etwa 60 weitere Menschen seien bei dem Anschlag verletzt worden, sagte ein Sprecher des örtlichen Gouverneurs. Ziel des Anschlags war offenbar ein Straßenbauunternehmen.

Zahl der Todesopfer steigt vermutlich noch

Durch die Wucht der Detonation seien zahlreiche Häuser beschädigt worden, sagte der Sprecher. Er rechne damit, dass die Zahl der Opfer noch steigen werde, da unter den Trümmern weitere Leichen vermutet würden. Die meisten Opfer seien Zivilisten. Die Wucht der Detonation habe Scheiben noch in bis zu einem Kilometer Entfernung zum Bersten gebracht. Ein Augenzeuge hatte zuvor erklärt, zu dem Anschlag sei es in der Nähe des Büros des Geheimdienstes gekommen. Nach der Detonation seien Schüsse zu hören gewesen. Polizei und Armee hätten den Anschlagsort abgesperrt.

Präsidentschaftswahl: Knappes Rennen

Kurz vor dem Anschlag waren erste Teilergebnisse der Präsidentschaftswahl veröffentlicht worden, die überraschend ein knappes Rennen zwischen Amtsinhaber Hamid Karsai und seinem Herausforderer Abdullah Abdullah zeigten. Die radikalislamischen Taliban hatten zum Wahlboykott aufgerufen, die Abstimmung am vergangenen Donnerstag aber nicht verhindern können.

Indes gingen auch die tödlichen Kämpfe zwischen den radikal- islamischen Taliban und den internationalen Streitkräften weiter. Nach dem Tod von vier weiteren US-Soldaten bei einem Anschlag in Südafghanistan am Dienstag ist es inzwischen für die ausländischen Truppen in Afghanistan bereits jetzt das verlustreichste Jahr seit Beginn des Einsatzes. Der unabhängige Internetdienst icasualties.org verzeichnete 295 ausländische Soldaten, die seit Jahresbeginn starben. Im gesamten vergangenen Jahr waren demnach 294 ausländische Soldaten am Hindukusch ums Leben gekommen.

dpa

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