Autofokus aus, Blende auf: So gelingen Sternschnuppen-Fotos

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Wer die Sternschnuppen fotografieren, darf sich nicht auf den Autofokus verlassen. Foto: Patrick Pleul

Mit mehr als 200 000 Stundenkilometern schießen in den kommenden Nächten unzählige Sternschnuppen durch den Nachthimmel - wer die flinken Himmelsteilchen fotografieren möchte, muss einiges beachten.

Berlin (dpa/tmn) - Es regnet Sternschnuppen vom Himmel. Für Fotografen sind sie eine wahre Herausforderung. Doch nichts ist unmöglich. Eine Expertin erklärt, wie man sie mit der Kamera einfangen kann.

Hobbyfotografen greifen am besten zu einem Weitwinkel-Objektiv, wenn sie den Sternschnuppenstrom der Perseiden in den kommenden Nächten fotografieren wollen. Damit könne ein möglichst großer Himmelsbereich abgelichtet werden, sagt Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband. "So erhöht man die Wahrscheinlichkeit, keine Sternschnuppe zu verpassen." Interessante Perspektiven biete etwa ein extrem weitwinkliges Fischaugen-Objektiv.

In der Nacht zum Donnerstag (13. August) wird der Höhepunkt des Sternschnuppenstroms der Perseiden erwartet, der sich jedes Jahr Mitte August beobachten lässt. Die Himmelsteilchen sind vergleichsweise schnell und treten mit rund 60 Kilometer pro Sekunde - 216 000 Kilometer pro Stunde - in die Erdatmosphäre ein.

Fotografen auf Sternschnuppen-Jagd sollten der Expertin zufolge Spiegelreflex- oder kompakte Systemkameras nutzen. "Prädestiniert für Sternschnuppen-Fotografie sind Kameras, die sich manuell einstellen lassen", erklärt Clauß. Damit das Bild scharf wird, bleibt der Autofokus aus und wird manuell auf unendlich gestellt - ansonsten versucht die Kamera immer wieder, selbst zu fokussieren. Die Handykamera ist dagegen eher ungeeignet. "Smartphones können in der Hosentasche bleiben", meint Clauß.

Wichtig ist es, lange zu belichten, die Blende möglichst weit zu öffnen und die ISO-Empfindlichkeit gering zu halten. Bei einer langen Belichtungszeit von 30 Sekunden und mehr könne man sehr wahrscheinlich einige Sternschnuppen eingefangen, erläutert Clauß.

Doch auch auf das Zubehör kommt es an: Damit die Aufnahmen bei den langen Belichtungszeiten nicht verwackeln, sei ein Stativ unverzichtbar. Hilfreich sei es auch, einen Fernauslöser zu nutzen: "Das macht das Fotografieren nicht nur bequemer, sondern vermeidet auch Kameraerschütterungen", sagt Clauß.

Wenn es das Modell hergibt, kann die Kamera auch über ein Tablet gesteuert werden. Der Vorteil sei hier, dass man die Bildkontrolle über ein größeres Display hat. Allerdings brauchen die Augen dann auch mehr Zeit, um sich vom hellen Bildschirm-Licht wieder an den dunklen Nachthimmel zu gewöhnen.

Grundsätzlich gelte fürs Fotografieren: Je dunkler der Himmel, desto besser. Fotografen seien deswegen auf dem Land erfolgreicher als in der Stadt. Für die optimale Ausbeute empfiehlt Clauß Sternenparks, Sternwarten, Felder oder Hügel auf dem Land.

Homepage Photoindustrie-Verband

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