Er lebte dort vier Jahre lang

Bandwurm aus Gehirn eines Mannes entfernt

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Ganz schön herumgekommen ist der schlängelnde blinde Passagier in den vier Jahren, in denen er im Gehirn des britischen Patienten lebte, wie diese Magnetresonanztomographie-Scans zeigen.

London - Wegen diffusen Kopfschmerzen und weil er seltsame Gerüche wahrnahm, ist ein Brite zum Arzt gegangen. Der Grund für seine Symptome war erstaunlich und eklig - aber auch sehr nützlich.

Britische Wissenschaftler im Gehirn eines 50-jährigen Mannes einen seltenen Bandwurm gefunden und herausoperiert. Der blinde Passagier habe vier Jahre lang im Gehirn des Patienten gelebt und sei dabei rund fünf Zentimeter von der rechten zur linken Hirnhälfte gewandert, teilte das Genomforschungsinstitut Wellcome Trust Sanger am Freitag mit. Die Operation sei gut verlaufen, der Mann sei wohlauf.

Eine Infektion von Menschen durch den Parasiten Spirometra erinacei-europaei ist äußerst selten. Der Bandwurm kann Sparganose auslösen, eine Entzündung von Körpergewebe, die - wenn das Gehirn befallen ist - zu heftigen Kopfschmerzen, Krampfanfällen und Gedächtnisverlust führen kann.

Erstmals konnte man bei der Gelegenheit auch das Genom des Bandwurms entschlüsseln - was für die Entwicklung von Therapien äußerst nützlich sein dürfte.

Wie kam der Wurm ins Hirn?

Doch wie kam das Tierchen denn jetzt in das Oberstübchen des Mannes? Menschen können sich Bandwurm-Larven durch den Verzehr von verseuchten Krebsen, rohem Schlangen- oder Froschfleisch einfangen sowie durch Frosch-Umschläge, wie sie in China gegen Augenentzündungen eingesetzt werden.

"Wir hätten niemals damit gerechnet, einer derartigen Infektion in Großbritannien zu begegnen, aber angesichts der Reisen rund um den Globus können auch hier ungewöhnliche Parasiten auftauchen", sagte Effrossyni Gkrania-Klotsas von der Universitätsklinik in Cambridge.

afp

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