Zwei Tote vor der Küste Jamaikas

Maschine stürzt nach stundenlangem Geisterflug ab

Jamaika - Was passierte an Bord? Eine Privatmaschine alarmiert mit stundenlangem Irrflug die US-Luftüberwachung. Der Pilot scheint bewusstlos zu sein, seine Ehefrau ebenfalls. Schließlich stürzt die Maschine ab.

Am Ende eines mehr als 2500 Kilometer langen Geisterflugs ist ein Kleinflugzeug mit einem amerikanischen Ehepaar an Bord vor Jamaika ins Meer gestürzt. Experten vermuten, dass der Pilot und seine Frau nach einem Problem an Bord bewusstlos wurden und der Maschine schließlich der Treibstoff ausging. Ein Familienanwalt bestätigte, dass die Eheleute aus Rochester im Bundesstaat New York die einzigen Flugzeuginsassen waren.

Der Irrflug am Freitag hatte das US-Luftwaffenkommando Norad alarmiert, das die Maschine vorübergehend von zwei Kampfflugzeugen begleiten ließ. Die F-15-Jets drehten dann aber ab, als die einmotorige Privatmaschine vom Typ Socata in kubanischen Luftraum gelangte. Die USA und Kuba haben keine diplomatischen Beziehungen.

Das Ehepaar Larry und Jane Glazer war nach Angaben des Lokalsenders WHEC und anderer Medien am Freitagmorgen in Richtung Naples (Florida) gestartet, um dort das Wochenende zu verbringen. Etwa eineinhalb Stunden nach dem Start habe der Pilot der Bodenkontrolle in Atlanta ein Problem an Bord gemeldet und um die Genehmigung ersucht, auf eine niedrigere Flughöhe zu gehen. Kurz danach sei der Kontakt abgebrochen. Glazer, ein prominenter Bauunternehmer aus Rochester, habe auf Anfragen nicht mehr geantwortet.

Es begann ein stundenlanger Irrflug entlang der US-Ostküste und über der Karibik. Den Medienberichten zufolge konnten die Piloten der aufgestiegenen Kampfjets Glazer nach vorn gesunken in seinem Sitz sehen. Die Fenster der erst Anfang des Jahres ausgelieferten Maschine seien bereift gewesen. Das deute auf einen Druckabfall hin, zitierte WHEC einen Experten.

Laut der Flugsicherungsbehörde FAA stürzte das Flugzeug gut 22 Kilometer vor Jamaika ins Meer. Glazer galt den Medienberichten zufolge als erfahrener Pilot. Er sei häufig von Rochester nach Naples geflogen.

dpa

Rubriklistenbild: © Jamaica Tourist Board/dpa/gms

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