Fast wie in Hitchcocks "Psycho"

Blinde Frau lebt 20 Jahre lang mit totem Sohn

Brooklyn - Der Fall erinnert ein wenig an Alfred Hitchcocks "Psycho": Eine blinde Frau hatte keine Ahnung, dass ihr Sohn, der als verschollen galt, seit 20 Jahren in ihrem Haus verweste.

Die blinde Rita Wolfensohn habe die Leiche ihres Sohnes Louis 20 Jahre lang im eigenen Haus nicht entdeckt, berichtet die "New York Post". Erst als die Frau in ihrem Haus in Brooklyn einen Unfall hatte und ihre Schwägerin sie ins Krankenhaus fahren wollte, machte diese den grauenhaften Fund: Auf einer Matratze am Boden eines völlig vermüllten und Spinnweben verhangenen Zimmers im zweiten Stock lag das Skelett. Es sei "völlig intakt" gewesen, bekleidet mit Jeans, Socken und T-Shirt, berichtete die Polizei gegenüber der "New York Post". 

Der Ehemann der Blinden sei längst tot, schreibt das Blatt. Ihr zweiter Sohn Michael sei im Jahre 2003 verstorben und Louis, der heute 49 Jahre alt wäre, hätten die Verwandten 20 Jahre lang nicht gesehen. Der Leichengestank sei ihr nicht aufgefallen: In dem Zimmer habe es eher nach verdorbenem Essen als nach Verwesung gerochen, heißt es in dem Artikel.

Wolfensohn, die das Messie-Syndrom hat, sei aber keine Mörderin, ihr Sohn sei eines "natürlichen Todes" gestorben. Wo sich die Blinde derzeit befindet, sei unklar.

Silvia Kluck

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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