Blitz und Donner über Deutschland - Regionalbahn entgleist

Der entgleiste Regionalexpress RE 4251 blockiert die Bahnstrecke entlang des Rheins. Foto: Andreas Arnold
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Der entgleiste Regionalexpress RE 4251 blockiert die Bahnstrecke entlang des Rheins. Foto: Andreas Arnold
Abgesagt wegen Unwettern: Festivalbesucher verlassen das Southside-Festival. Foto: Felix Kästle
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Abgesagt wegen Unwettern: Festivalbesucher verlassen das Southside-Festival. Foto: Felix Kästle
Abgesoffen: Fahrzeuge stehen nach heftigem in einem Parkhaus in Reutlingen unter Wasser. Foto: Andreas Rosar
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Abgesoffen: Fahrzeuge stehen nach heftigem in einem Parkhaus in Reutlingen unter Wasser. Foto: Andreas Rosar
Nach starken Regenfällen droht der Deich der Issel im Kreis Wesel zu brechen. Foto: Marcel Kusch
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Nach starken Regenfällen droht der Deich der Issel im Kreis Wesel zu brechen. Foto: Marcel Kusch
Blitze entladen sich über dem Voralpenland bei Ruderatshofen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Archiv
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Blitze entladen sich über dem Voralpenland bei Ruderatshofen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Archiv
Auf die Tropenhitze folgt das Donnerwetter: Erneut hat es Baden-Württemberg besonders heftig getroffen. Foto: Thomas Warnack
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Auf die Tropenhitze folgt das Donnerwetter: Erneut hat es Baden-Württemberg besonders heftig getroffen. Foto: Thomas Warnack

Wieder Unwetter über Deutschland: In Rheinland-Pfalz entgleist ein Regionalzug, in Baden-Württemberg fällt ein Musikfestival ins Wasser.

Berlin (dpa) - Schwere Gewitter mit Hagel, Sturm und heftigen Regenfällen haben in Deutschland erneut erhebliche Schäden angerichtet. Mehr als 90 Menschen wurden verletzt. Besonders betroffen waren der Südwesten sowie Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

Das "Southside Festival" in Baden-Württemberg wurde wegen der Unwetter abgebrochen. Vorerst neigt sich das tropische Wetter dem Ende zu. Am Samstag entgleiste ein Regionalzug nach einem Unwetter nahe Bacharach in Rheinland-Pfalz. Zehn Menschen wurden verletzt, einer von ihnen - der Lokführer - schwer. Der Zug fuhr am Morgen in eine Geröllhalde, nachdem infolge von Starkregen Erde von einem Steilhang direkt auf die Gleise gerutscht war.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für Samstag schwere Gewitter im Osten, Norden und Süden vorausgesagt. Betroffen seien Teile der Bundesländer Sachsen, Brandenburg, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. Die Meteorologen warnten vor entwurzelten Bäumen, herabfallenden Dachziegeln, überfluteten Straßen und Kellern sowie vor Hagel, Blitzen und orkanartigen Böen. Örtlich könne es Starkregen mit 25 bis 40 Liter pro Quadratmeter geben. "Vor allem in einem Bereich vom südlichen Niedersachsen bis zur westlichen Ostsee ist auch ein Tornado nicht ausgeschlossen", hieß es weiter auf der DWD-Internetseite.

Beim "Southside Festival" in Baden-Württemberg mit Zehntausenden Besuchern wurden am Freitagabend 82 Musikfans verletzt, davon kamen 25 laut Veranstaltern leicht verletzt ins Krankenhaus. Das Festival wurde abgebrochen. Die Sicherheit auf dem Gelände mit 60 000 Besuchern habe nicht mehr gewährleistet werden können. Der Campingplatz war verwüstet. Das Gelände sehe "zermalmt" aus, so als sei jemand "mit einem Bagger darin rum gefahren - fürchterlich", sagte ein Festivalgast.

Das "Southside" findet traditionell gleichzeitig mit dem "Hurricane Festival" in Niedersachsen statt. Dort wurde die Veranstaltung am Freitagabend wegen eines Unwetters unterbrochen. Trotz erneuter Gewitter und Regen über Scheeßel sollte das "Hurricane" dem Veranstalter zufolge weiterlaufen. Anfang Juni hatten Unwetter beim Festival "Rock am Ring" in der Eifel 71 Menschen verletzt.

Auch im Landkreis Biberach (Baden-Württemberg) richteten die Unwetter in der Nacht zu Samstag schwere Schäden an. In einem Ortsteil der Gemeinde Mietingen seien rund 100 Keller vollgelaufen.

Auch in vielen Teilen Nordrhein-Westfalens hatte es eine turbulente Nacht mit Unwettern und Starkregen gegeben. Inzwischen konnten die vielen Einsatzkräfte, die in der Nacht zu Samstag vielerorts mobilisiert worden waren, nach und nach wieder abrücken. Überflutete Straßen und aufgeweichte Deiche blieben dennoch unter Beobachtung.

Im rheinland-pfälzischen Stromberg im Hunsrück waren am Freitag etwa 60 Gebäude überflutet worden. Einer ersten Schätzung zufolge sind mehrere Menschen vorerst obdachlos. Sie kamen bei Freunden oder Verwandten unter. Blitz und Donner tobten am Freitagabend und in der Nacht zu Samstag auch in Bayern, betroffen war vor allem Schwaben.

Am Freitag schwitzten die Berliner noch bei 36,4 Grad. Laut DWD war es der bislang heißeste Tag des Jahres in Deutschland.

Beim Public Viewing des deutschen EM-Spiels gegen die Slowakei am Sonntagabend wird es dem DWD zufolge kühl, trübe und verbreitet regnerisch sein. Eine leichte Jacke und einen Regenschirm sollten Fußballfans bei Temperaturen um die 20 Grad folglich dabei haben. Auf Deutschlands größter Fanmeile in Berlin und in den östlichen Bundesländern werde es wohl trocken bleiben.

DWD-Warnungen

DWD-Warnlagebericht

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