Initiative der Anwälte

Boston-Bomber: Fällt die Todesstrafe?

Dschochar Zarnajew
+
Dschochar Zarnajew.

Boston - Die Anwälte des mutmaßlichen Boston-Attentäters Dschochar Zarnajew haben eine Initiative für ein Verbot der Todesstrafe auf Bundesebene in den USA gestartet.

Damit wollen sie verhindern, dass ihrem Mandanten im Prozess um den Anschlag auf den Bostoner Marathonlauf vor einem Jahr diese Strafe droht. Die Anwälte reichten am Mittwochabend vor Gericht im Bundesstaat Massachusetts den Antrag ein, die Todesstrafe bei nach Bundesrecht verhandelten Fällen für verfassungswidrig zu erklären.

Hinrichtungen verstießen gegen den achten Zusatzartikel der US-Verfassung, der grausame Bestrafungen verbietet, erklärten Zarnajews Verteidiger. Dies begründeten sie unter anderem mit dem Leiden eines Todeskandidaten im Bundesstaat Oklahoma in der vergangenen Woche. Die Exekution war nach wenigen Minuten abgebrochen worden, weil es Probleme mit der Giftinjektion gab. Der Mann wand sich anschließend im Todeskampf vor Schmerzen. Erst 43 Minuten nach Verabreichung der nicht erprobten Giftmischung erlitt er einen tödlichen Herzinfarkt.

Ein Jahr danach: Boston Marathon trotzt dem Terror

Ein Jahr danach: Boston Marathon trotzt dem Terror

Der Prozess gegen den 20-jährigen Zarnajew soll am 3. November beginnen. US-Justizminister Eric Holder hatte Ende Januar mitgeteilt, dass die Anklage die Todesstrafe fordern werde. Massachusetts hatte dieses Strafmaß in den 80er Jahren zwar abgeschafft, die Anklage gegen Zarnajew wird aber nach Bundesrecht verfolgt.

Bei dem Bombenanschlag auf den Boston-Marathon am 15. April vergangenen Jahres waren drei Menschen getötet und rund 260 weitere verletzt worden. Für die Tat werden Dschochar Zarnajew und sein älterer Bruder Tamerlan verantwortlich gemacht. Auf ihrer Flucht sollen sie außerdem einen Polizisten erschossen haben.

Dschochar Zarnajew war wenige Tage nach dem Attentat auf der Flucht schwer verletzt festgenommen worden. Sein Bruder wurde bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei getötet. Das Brüderpaar stammt aus einer tschetschenischen Familie und soll radikalen Islamisten nahegestanden haben.

afp

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.