"Alles wird gut"

Boston-Bomber kann wieder laufen

Dschochar Zarnajew Boston Bombe
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Dschochar Zarnajew ist einer der mutmaßlichen Boston-Attentäter und durfte nun zum ersten Mal seit seiner Festnahme seine Mutter anrufen

Boston - Der mutmaßliche Bombenleger von Boston, Dschochar Zarnajew, hat sich nach Angaben seiner Mutter von seinen Verletzungen teilweise erholt. Offenbar kann Zarnajew wieder laufen.

Zum ersten Mal seit seiner Festnahme durfte der mutmaßliche Bombenleger von Boston, Dschochar Zarnajew, seine Mutter anrufen. Sie erzählte anschließend von dem emotionalen Gespräch.

Dschochar Zarnajew, der verdächtigt wird, zusammen mit seinem Bruder Tamerlan beim Boston Marathon zwei Sprengsätze platziert und gezündet zu haben, liegt abgeschottet in einem Gefängniskrankenhaus in Massachusets. Am Montagabend (Ortszeit) durfte er zum ersten Mal seit seiner Festnahme nach dem Bombenanschlag seine Mutter Zubeidat anrufen. Das Telefonat dauerte nur sechs Minuten, berichtet die Tschetschenin gegenüber der US-Nachrichtenseite bloomberg.com.

Mutter: "Ungerechtigkeit macht ihn verrückt"

Dschochar gehe es zwar besser, er wisse aber nicht, was um ihn herum vorgehe, sagte seine Mutter bei einem Interview in ihrer Wohnung in Machatschkala, der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Dagestan. Ihr Sohn habe ihr versichert, dass er und sein Bruder unschuldig seien. „Ich konnte fühlen, dass ihn diese Ungerechtigkeit, die uns widerfährt, verrückt macht, dass sie unseren unschuldigen Tamerlan getötet haben.“

Es sei außerdem schwer für sie gewesen, ihren Sohn zu vestehen, so Zarnajew, und umgekehrt sei es Dschochar ähnlich ergangen. Das Gespräch sei sehr leise gewesen. Dann fügt Zubeidat Zarnajew noch hinzu: "Ich weiß, dass er eingesperrt ist wie ein Hund, wie ein Tier."

Der 19-Jährige habe ihr in einem Telefongespräch gesagt, dass er wieder selbst laufen könne und einen sehr guten Arzt habe, sagte seine Mutter, Subeidat Zarnajew der Nachrichtenagentur AP.

Dem Bericht zufolge hat sich der Anwalt des 19-Jährigen inzwischen eine Strategie für den Prozess gegen seinen Mandanten überlegt. Laut bloomberg.com wolle Harvey Silverglate den "übermächtigen Einfluss" des großen Bruders ins Feld führen, um eine möglichst milde Strafe für Dschochar Zarnajew zu erkämpfen. Denn der 26-Jährige sei ganz offensichtlich eine "verbitterte und gefährliche Persönlichkeit" gewesen. Außerdem sei es allgemein bekannt, dass ältere Geschwister eine enorme Macht über ihre jüngeren Geschwister hätten, erklärte der Anwalt.

FBI fasst zweiten Attentäter - Jubel in Boston

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Die britische "Daily Mail" berichtet unterdessen unter Berufung auf das US-Nachrichtenportal northjersey.com, dass nun auch die Schwester der beiden mutmaßlichen Boston-Bomber mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist. Bella Zarnajew wurde wegen Drogenbesitzes angeklagt. Angeblich soll sie geplant haben, das Marihuana auch weiterzuverkaufen. Die 24-Jährige plädierte vor Gericht jedoch auf "nicht schuldig".

mm

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