Budenzauber zum "1. Tag der Trinkhallen" im Ruhrgebiet

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Hömma, so is dat im Pott: Kioskbesitzer Andreas Kontny verkauft in Mülheim an der Ruhr Kaffee an einen Kunden.Foto: Marcel Kusch

Das Ruhrgebiet ohne seine Trinkhallen? Kaum vorstellbar! Deshalb hat der Pott seine Büdchen gefeiert: Einen Abend lang gab es neben süßen Tüten und kalten Getränken an rund 50 Trinkhallen auch Kultur- und Musikprogramm.

Mülheim/Ruhr (dpa) - Mit dem "1. Tag der Trinkhallen" hat das Ruhrgebiet am Samstag eine Institution gefeiert. Rund 50 der typischen Revier-Kioske beteiligten sich an dem Festtag für die Büdchenkultur mit eher Trinkhallen-untypischem Programm.

Vor den Kiosken gab es Konzerte, Kleinkunst-Darbietungen und Literaturlesungen. An anderen Buden quer durch das Revier warteten Büdchen-Inhaber mit Poetry Slams, DJs oder Karaoke für alle auf.

"Der Mythos Bude lebt, das hat heute jeder gespürt", teilte Axel Biermann, Chef des Veranstalters Ruhr Tourismus, nach dem Fest mit. Zahlreiche Menschen seien bei idealem Wetter von Bude zu Bude geschlendert, hätten hier und da verweilt und mit den Trinkhalleninhabern oder den beteiligten Künstlern geplauscht, hieß es in der Mitteilung vom Sonntag weiter. Damit sei die Idee, das Büdchen als Ort des Austausches und der Begegnung zu würdigen, aufgegangen. Viele Besucher seien auch mit dem Fahrrad von Trinkhalle zu Trinkhalle gefahren.

Die Büdchen kamen in Ballungsräumen während der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts in Mode. Unternehmer versuchten die Arbeiter dort mit Mineralwasser zu versorgen, um den Alkoholkonsum einzudämmen. Historisch gehen die Büdchen wohl auf orientalische Wasserverteilstellen zurück.

50 Trinkhallen in 22 Revierstädten hatten die Veranstalter aus den Bewerbern für das offizielle Programm ausgesucht. Mehr als 100 weitere Büdchenbesitzer stellten zusätzlich ihr eigenes Programm auf die Beine.

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