Nach Keuschheitsappell

Türkei-Vize provoziert nationalen Lachanfall

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Da kann Ece Temelkuran, Autorin und politische Kommentatorin, nur lachen. Rechts: Bülent Arinc.

Türkei - Zum Ende des Ramadan appelliert der Vizeregierungschef Bülent Arinc an die Frauenwelt: Lachen in der Öffentlichkeit gehöre sich nicht. Damit aber löste er einen nationalen Lachanfall aus.

Zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan sorgte der türkische Vizeregierungschef Bülent Arinc von der AKP-Partei, der auch Premierminister Recep Tayyip Erdogan angehört, für Aufsehen: "Wo sind unsere Mädchen, die leicht erröten, ihren Kopf senken und die Augen abwenden, wenn wir in ihre Gesichter schauen, und somit zu einem Symbol der Keuschheit werden?", fragte er und warnte vor einem Moral-Verfall. Er lobte diejenigen Frauen, die ihre Attraktivität versteckten und darauf verzichteten zu lachen. Denn Lachen in der Öffentlichkeit ist - zumindest bei Frauen - für ihn eine Sünde.

Entweder fanden das einige Frauen sehr amüsant, oder aber sie lachen den AKP-Politiker schamlos aus. Jedenfalls brach kurz darauf so etwas wie ein Shitstorm los - nur eben ein Laughstorm. Wie das Portal "Meedia" berichtet, posten Frauen jetzt unter den Hashtags #kahkaha (Lachen), #direnkahkaha (Widerstand Lachen) und #direnkadin (Widerstand Frauen) lustige Bilder von sich: lachend, schmunzelnd, alleine, in Gruppen, mit Weinglas in der Hand oder gar oben ohne.

Hat Bülents Kommentar Auswirkungen auf den Wahlkampf der AKP?

Die Social-Media-Aktion kommt pünktlich zu den türkischen Präsidentschaftswahlen am 10. August. Dabei wird sich entscheiden, ob Erdogan weiterhin im Amt bleibt. Sein Gegner ist Ekmeleddin Ihsanoglu, der die Gunst der Stunde zu nutzen wusste und sich prompt mit dem Laughstorm sozialisierte: "Nichts brauchen wir so sehr wie das fröhliche Lachen von Frauen", twitterte er laut "Spiegel Online".

maz

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