TV-Sender sendet Interviews mit Terroristen

Live: "Charlie Hebdo"-Attentäter bekennen sich zu Al-Kaida

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Ein Geiselnehmer, zwei Attentäter: Amedy Coulibaly, Cherif Kouachi und sein Bruder brother Kouachi.

Paris - Die beiden Geiselnahmen im Raum Paris wurden von der Polizei beendet. Dabei wurden die mutmaßlichen Attentäter, die Kouachi-Brüder, getötet. Alle News vom Freitag im Ticker zum Nachlesen:

Die Fakten des Anschlags auf "Charlie Hebdo"

  • Nach dem Anschlag auf die Redaktion der französischen Satirezeitung "Charlie Hebdo" am Mittwoch in Paris, hielten am Freitag zwei Geiselnahmen ganz Frankreich in Atem.
  • Im nordöstlich von Paris gelegenen Dammartin-en-Goele hatten sich die beiden mutmaßlichen Attentätet Said und Chérif Kouachi in einer Druckerei mit einer Geisel verschanzt. Die beiden Brüder waren seit dem Attentat am Mittwoch auf der Flucht gewesen.
  • In einem Geschäft für koschere Lebensmittel im Osten von Paris kam es am Freitagnachmittag zu einer weiteren Geiselnahme: Hier hatte der Täter, der mit den beiden Attentäter befreundet war, fünf Menschen in seiner Gewalt.

  • Fast zeitglich hat die Polizei dann am Freitagabend die zwei Geiselnahmen beendet. Dabei wurden die drei Täter und insgesamt fünf Geiseln getötet.

  • Bei dem Attentat auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" am Mittwoch wurden zwölf Menschen durch Schüsse getötet - darunter acht Journalisten. Elf weitere Opfer wurden verletzt, vier davon schwer.

<<<AKTUALISIEREN>>>

+++ 22.28 Uhr: Für heute beenden wir die Live-Berichterstattung über die Terroranschläge in Frankreich. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

+++ 21.43 Uhr: Der französische Comic-Zeichner Albert Uderzo hat seinen Helden Asterix gegen die Attentäter protestieren lassen. "Ich bin auch ein Charlie", steht in einer Sprechblase neben dem kleinen Gallier, der einen Feind aus seinen spitzen Lederpantoffeln haut. "Ich möchte einfach meine Freundschaft zu den Zeichnern zum Ausdruck bringen, die ihr Leben gelassen haben", sagte der 87-jährige Zeichner dem Sender Europe 1.

+++ 21.22 Uhr: Die Polizei konnte bei der Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt live mithören, weil der Terrorist ein Telefon nicht richtig aufgelegt hatte. Dem Geiselnehmer Amedy Coulibaly unterlief wohl das Missgeschick, als er von einem Telefon im Laden einen Bekannten anrief. Dadurch wussten die Beamten genau, was der Attentäter vorhatte. Sie entschlossen sich kurz nach 17.00 Uhr zum Zugriff, als sich der Geiselnehmer etwas entspannte. Der Sender BMFTV berichtete, der Angriff begann, als Coulibaly Gebete sprach.

+++ 21.13 Uhr: Der Befehl über den Doppelschlag der Polizei gegen die Terroristen kam von Frankreichs Präsident François Hollande persönlich. Das erklärte Regierungschef Manuel Valls am Freitagabend. Man stehe im Kampf gegen den Terrorismus vor einer beispiellosen Herausforderung. Der Sozialist versprach, die Taten vollständig aufzuklären. Die Opfer und ihre Familien hätten ein Recht auf die Wahrheit.

+++ 20.24 Uhr: In seiner Fernsehansprache hat Frankreichs Präsident François Hollande die doppelte Geiselnahme durch Terroristen als „Tragödie für die Nation“ bezeichnet. Mit Blick auf die Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt sprach er von einem „antisemitischen Akt“. Der Staatschef lobte die Sicherheitskräfte, die die Geiselnahmen in Paris und nordöstlich der Hauptstadt professionell und effektiv beendet hätten. Er forderte die Franzosen auf, bei dem Solidaritätsmarsch für die Opfer der Terroristen am Sonntag mitzumachen und für Freiheit, Demokratie und Pluralismus einzutreten.

Hayat Boumeddiene

+++ 20.22 Uhr: Die französische Polizei kommt auch am Freitagabend noch nicht zur Ruhe: Sie ist auf der Suche nach der Freundin des getöteten Geiselnehmers von Paris. Dabei geht es um die Schießerei von Donnerstag, bei der im Süden von Paris eine Polizistin getötet worden war. Der Geiselnehmer im Geschäft im Osten von Paris gilt auch als Täter bei der Schießerei. Von beiden hatte die französische Polizei am Freitag Fahndungsbilder veröffentlicht. Bisher gibt es keine Hinweise auf eine Beteiligung der Frau an der Geiselnahme.

+++ 20.20 Uhr: Chérif Kouachi, der mit seinem Bruder bei dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“ zwölf Menschen getötet haben soll, sagte in dem Telefongespräch, er sei von Al-Kaida im Jemen missioniert worden. Finanziert worden sei er von Anwar al-Awlaki. Der jemenitische Terrorist mit US-Pass, war jahrelang Vordenker des Terrornetzwerkes Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel und wurde im September 2011 im Jemen getötet.

+++ 20.18 Uhr: In einem Telefongespräch sagte etwa Amedy Coulibaly (32), der in einem jüdischen Supermarkt Geiseln in seiner Gewalt hatte, er habe sich mit den Brüdern Chérif und Said Kouachi abgesprochen. Die beiden sollten das Satireblatt „Charlie Hebdo“ angreifen, und er wollte Polizisten ins Visier nehmen. Er behauptete, er habe Instruktionen der Terrormiliz Islamischer Staat bekommen.

+++ 20.15 Uhr: Die drei Attentäter von Paris haben sich nach einem Bericht des französischen Fernsehsenders BFMTV bei ihren Taten eng abgestimmt. Der Sender strahlte am Freitagabend Originaltöne von Telefongesprächen aus, die er vor den Zugriffen der Polizei mit den Terroristen geführt hatte.

Bilder von den beiden Geiselnahmen

Terroranschlag: Geiselnahmen beendet - mehrere Tote

+++ 19.49 Uhr: Am Sonntag werden mehrere europäische Spitzenpolitiker an einem Trauermarsch für die Opfer der islamistischen Anschläge in Paris teilnehmen. Darunter ist auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ebenfalls zugesagt haben unter anderem der britische Premierminister David Cameron und der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi.

+++ 19.38 Uhr: Der "Charlie Hebdo"-Attentäter Chérif Kouachi ist nach eigenen Angaben vom Terrornetzwerk Al-Kaida im Jemen beauftragt und finanziert worden. Kouachi sagte dies am Freitag dem französischen Sender BFMTV, bevor er bei einem Einsatz von Elite-Polizisten erschossen wurde. Der Islamist Amedy Coulibaly, der in einem jüdischen Supermarkt mehrere Geiseln genommen hatte, sagte ebenfalls vor seinem Tod zu BFMTV, er gehöre zur Dschihadisten-Gruppe Islamischer Staat (IS) und habe sich mit den "Charlie Hebdo"-Attentätern abgestimmt.

+++ 19.15 Uhr: In einem Juweliergeschäft in der südfranzösischen Stadt Montpellier hat ein Mann zwei Geiseln genommen. Zuvor habe der Täter den Laden überfallen, hieß es unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gibt es bisher nicht.

+++ 18.30 Uhr: Frankreichs Präsident François Hollande will sich am Abend an das französische Volk richten. Er hat eine Fernsehansprache für 20 Uhr angekündigt.

+++ 18.10 Uhr: Bei der beendeten Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt sind vier Geiseln getötet worden. Auch der Geiselnehmer ist tot, wie aus Ermittlerkreisen verlautete. Bei dem Täter handelte es sich um den Islamisten Amedy Coulibaly, der bereits am Donnerstag südlich von Paris eine Polizistin getötet haben soll und Verbindungen zu den mutmaßlichen "Charlie Hebdo"-Attentätern hatte.

+++ 17.58 Uhr: Bevor die Polizei die mutmaßlichen „Charlie Hebdo“-Attentäter erschossen hat, sind die beiden Kouachi-Brüder noch schießend aus ihrem Unterschlupf in Dammartin-en-Goële gestürmt. Ein Mitglied der Spezialeinheiten, die gegen die beiden Geiselnehmer und Terrorverdächtigen eingesetzt waren, wurde verletzt.

+++ 17.52 Uhr: Wie viele Geiseln im Osten von Paris befreit worden sind, ist noch unklar. Auf Fernsehbildern waren mindestens drei Menschen in Zivil zu erkennen, die aus dem Geschäft für koschere Lebensmittel an der Porte de Vincennes rennen. Sie wurden sofort von den Sondereinheiten der Polizei in Sicherheit gebracht.

+++ 17.37 Uhr: Die Geisel der beiden mutmaßlichen Islamisten ist frei und unversehrt. Auch am Ort der zweiten Geiselnahme im Osten von Paris konnten mehrere Geiseln befreit werden.

+++ 17.30 Uhr: Auch der Geiselnehmer in einem Geschäft für koschere Lebensmittel am Stadtrand von Paris ist tot.

+++ 17.20 Uhr: Die beiden mutmaßlichen "Charlie Hebdo"-Attentäter wurden getötet. Die Geisel ist offenbar frei.

+++ 17.16 Uhr: Die Polizei hat nun auch den jüdischen Supermarkt in Paris gestürmt. Auch hier waren mehrere Explosionen zu hören.

+++ 17.06 Uhr: Über dem Ort der Geiselnahme sind Rauchwolken zu sehen. Explosionen sind in der Nähe der Druckerei zu hören. Die Polizei-Eliteeinheit versucht, die Geiselnahme zu beenden.

+++ 17.02 Uhr: Zugriff in Dammartin-en-Goële: Die Polizei hat die Druckerei gestürmt, in der die Kouachi-Brüder sich mit ihrer Geisel verschanzt haben. Es folgten ein Schusswechsel und Explosionen.

+++ 16.29 Uhr: Der mutmaßliche Geiselnehmer Amédy C. droht mit der Erschießung seiner fünf Geiseln, sollten die Kouachi-Brüder kein freies Geleit bekommen.

Geiselnehmer von Paris fordert freies Geleit für Kouachi-Brüder

+++ 16.17 Uhr: Der Geiselnehmer von Paris hat scheinbar seine Bedingungen geäußert: Er fordert freies Geleit für die Kouachi-Brüder, wie N24 berichtet.

Die Straßen sind leergefegt, überall stehen Polizisten: Paris befindet sich im Ausnahmezustand.

+++ 16.06 Uhr: Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Geiselnehmer um einen mehrfach vorbestraften Täter. Unter anderem wegen bewaffneten Raubs, Drogenhandels und wegen des Kontakts zu einer terroristischen Organisation wurde er zu insgesamt 18 Jahren Haft verurteilt. Da viele Strafen zur Bewährung ausgesetzt oder aufgrund von Minderjährigkeit verkürzt wurden, ist Amédy Coulibaly wieder auf freiem Fuß.

+++ 15.33 Uhr: Entwarnung am Eiffelturm: Bei der Evakuierung des Place de Trocadéro handelte es sich offenbar um einen Fehlalarm.

+++ 15.30 Uhr: Unklarheit über die beiden Todesfälle: Während zahlreiche Medien berichten, bei der zweiten Geiselnahme seien zwei Menschen ums Leben gekommen, wird das von anderen verneint. Angeblich dementierte der französische Innenminister.

+++ 15.16 Uhr: Am Place de Trocadéro im Zentrum von Paris wurde Berichten zufolge ein bewaffneter Mann gesichtet. Angst vor einem weiteren Krisenherd macht sich breit. Inzwischen soll auch die Metro dort nicht mehr halten, der Platz wird evakuiert.

Zwei Tote bei Geiselnahme - Baby unter den Geiseln

+++ 15.08 Uhr: Schreckliche Details aus Paris: Bei den fünf Geiseln im Supermarkt handelt es sich offenbar um zwei Männer, zwei Frauen sowie ein Baby. Es wird vermutet, dass es sich bei dem Geiselnehmer um Amedy C. handelt.

+++ 15.06 Uhr: Es gibt neue Informationen über den Mann, der am Donnerstagmorgen eine Polizistin getötet haben soll: Laut Medienberichten handelt es sich hierbei um Amedy C. (32), einen Freund der Kouachi-Brüder.

+++ 14.28 Uhr: Bei der Geiselnahme in Paris sind offenbar zwei Menschen ums Leben gekommen.

+++ 14.15 Uhr: Nach Informationen französischer Medien gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Anschlag auf "Charlie Hebdo" und der Geiselnahme in dem Geschäft in Paris. Demnach kennen sich die Attentäter und der Geiselnehmer. Die Zeitschrift „Le Point“ berichtet, sie alle seien aus einer Gruppe von Pariser Dschihadisten.

+++ 14.00 Uhr: Laut französischen Ermittlerkreisen ist der Angreifer in dem jüdischen Lebensmittelgeschäft in Paris vermutlich der Mann, der am Donnerstag am südlichen Stadtrand von Paris eine Polizistin erschossen hatte.

Wieder Schüsse und weitere Geiselnahme in Paris

+++ 13.37 Uhr: In Paris soll es erneut Schüsse und eine weitere Geiselnahme in einem jüdischen Geschäft gegeben haben. Dabei wurden fünf Menschen zur Geisel genommen, eine Person wurde verletzt.

+++ 13.22 Uhr: Der Zugriff auf die mutmaßlichen Täter steht wohl kurz bevor. Rettungskräfte sind am Einsatzort angekommen, die Scharfschützen haben Position bezogen, naheliegende Schulen wurden mittlerweile evakuiert.

+++ 13.06 Uhr: Die Terrormiliz Islamischer Staat kündigte weitere Attentate an. "Wir haben mit der Operation in Frankreich begonnen, für die wir die Verantwortung übernehmen", soll der IS-Prediger Abu Saad al-Ansari gesagt haben. "Morgen werden es Großbritannien, die USA und andere sein." Damit seien alle Länder, die Luftangriffe auf den Islamischen Staat fliegen, gemeint. Bisher gibt es jedoch noch keine Hinweise auf eine Verbindung zwischen den Kouashi-Brüdern und dem IS.

+++ 13.03 Uhr: Die Kouashi-Brüder haben sich mit ihrer Geisel im Fabrikgebäude der Druckerei verschanzt. Einsatzkräfte stehen mit den mutmaßlichen Attentätern in telefonischem Kontakt, doch diese sollen nicht verhandlungsbereit sein.

+++ 12.41 Uhr: Offenbar gibt es doch einen Zusammenhang zwischen dem "Charlie Hebdo"-Attentat und den tödlichen Schüssen auf eine Polizistin. Das gaben Vertreter der französischen Polizei jetzt bekannt. Demnach gebe es eine "Verbindung" zwischen den mutmaßlichen Tätern.

Polizei riegelt Dammartin-en-Goële ab

+++ 11.47 Uhr: Die Polizei hat Dammartin-en-Goële abgeriegelt. Die Gemeinde gab auf seiner Homepage bekannt, dass die Bewohner ihre Häsuer nicht verlassen sollen. Die Kinder werden offenbar in den Schulen versorgt.

+++ 11.45 Uhr: Die Fabrik ist umstellt, Polizisten befinden sich offenbar in Verhandlungen mit den Geiselnehmern. Yves Albarello, der Abgeordnete von Dammartin-en-Goële, vermutet, dass die beiden Kouachi-Brüder als Märtyrer sterben wollen.

+++ 11.22 Uhr: Nach der Schießerei nahe des Pariser Flughafens ist der Luftverkehr stark eingeschränkt. Maschinen vom und zum Flughafen Charles-de-Gaulle werden umgeleitet.

+++ 10.22 Uhr: Verwirrung um weitere Todesopfer: Die Pariser Staatsanwaltschaft dementiert Berichte, wonach ein weiterer Mensch ums Leben gekommen sei.

+++ 10.14 Uhr: Laut Medienberichten soll es bei der Verfolgungsjagd mindestens einen Toten und 20 Verletzte gegeben haben. Ein Polizeikonvoi und Hubschrauber versuchen, die Kouachi-Brüder zu fassen. Das bestätigte der französische Innenminister Cazeneuve.

Kouachi-Brüder nehmen Geisel

+++ 09.47 Uhr: Geiselnahme in einer Druckerei bei Paris: Nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei sollen die flüchtigen Attentäter in der Gemeinde Dammartin-en-Goële Geiseln genommen haben. Wie viele Menschen sie in ihrer Gewalt haben, war zunächst unklar.

+++ 09.31 Uhr: Wie Ermittler berichten, gab es bei der Jagd nach den beiden Attentätern nordöstlich von Paris Schüsse und eine Verfolgungsjagd. Mehrere Hubschrauber sind im Einsatz.

+++ 08.35 Uhr: Die Großfahndung nach den Kouachi-Brüdern, die als mutmaßliche Täter gelten, geht weiter. Staatspräsident François Hollande wollte am Morgen mit seinem Krisenkabinett die Lage erörtern.

+++ 07.58 Uhr: Nach dem Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ mahnt der Zentralrat der Muslime, sich mit islamkritischen Karikaturen friedlich auseinanderzusetzen. „Die Auseinandersetzung mit solchen Karikaturen kann nur auf humoristische, auf satirische, auf intellektuelle Weise sein. Eben mit dem Stift und sonst nichts anderes“, sagte der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“. Den Terroristen sei es auch gar nicht um die Satire gegangen. Sie hätten einen Anlass gesucht, um die Gesellschaft zu spalten.

CNN: Einer der "Charlie Hebdo"-Attentäter war in Syrien

+++ 06.47 Uhr: Einer der beiden mutmaßlichen Attentäter von Paris war nach Angaben des US-Senders CNN im vergangenen Jahr in Syrien. Welcher der beiden Männer nach Syrien gereist sei, sei allerdings unklar, berichtete der Sender unter Berufung auf französische Sicherheitskreise.

Bereits 2005 sei einer der Brüder im Jemen gewesen, sagte die französische Justizministerin Christiane Taubira dem Sender am Donnerstag. Zuvor hatten CNN und die „New York Times“ berichtet, dass der ältere Bruder Said (34) im Jahr 2011 bei einem Al-Kaida-Ableger im Jemen im bewaffneten Kampf ausgebildet worden sei.

+++ 03.45 Uhr: Nach mehreren französischen Medien hilft auch die britische Guardian-Mediengruppe dem Satiremagazin „Charlie Hebdo“. Wie der Chefredakteur der zu der Gruppe gehörenden Zeitung „The Guardian“ beim Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, sagte das Unternehmen der Zeitschrift eine Spende von 100 000 Pfund zu. Das Geld solle dazu dienen, „Charlie Hebdo“ zu erhalten, schrieb Alan Rusbridger am Donnerstag.

Britischer Geheimdienst warnt vor Anschlägen im Westen

+++ 02.18 Uhr: Der Chef des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5 hat vor Terroranschlägen mit einer großen Opferzahl in westlichen Ländern gewarnt. Eine Kerngruppe militanter Islamisten in Syrien, die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehe, plane derzeit umfangreiche "Angriffe gegen den Westen", sagte Andrew Parker am Donnerstag vor Journalisten in London. Gemeinsam mit seinen Partnern tue Großbritannien alles, um derartige Anschläge zu verhindern. "Wir wissen jedoch, dass wir nicht darauf hoffen können, alles zu stoppen."

Besonders von Kämpfern, die aus Syrien in ihre Länder zurückkehrten und eine "verdrehte Ideologie mitbringen", gehe eine Gefahr aus, sagte Parker. Zwar sei die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die derzeit offensichtlichste Bedrohung, allerdings seien auch Kämpfer, die Al-Kaida nahestünden, weiterhin eine Gefahr, sagte er.

+++ 01.57 Uhr: Die Suchaktion nach den mutmaßlichen Attentätern von Paris in einem Waldstück in Nordfrankreich, etwa 80 Kilometer von Paris entfernt, ist am Donnerstagabend ergebnislos abgebrochen worden. Wie mehrere französische Medien berichteten, blieben einige Polizeieinheiten aber in der Region. Sie kontrollierten weiter Straßen und Häuser.

Kouachi-Brüder ließen sich von Al-Kaida ausbilden

+++ 01.10 Uhr: Die beiden mutmaßlichen Attentäter von Paris standen nach Angaben aus Washington als Verdächtige auf einer Terrorliste der USA. Ein US-Vertreter sagte AFP unterdessen am Donnerstag, die Kouachi-Brüder hätten "seit Jahren" auf den Überwachungslisten des Landes gestanden. Sie seien dort als Terrorverdächtige geführt worden und ihre Namen hätten auch auf der Flugverbotsliste gestanden, sagte der Vertreter, der anonym bleiben wollte. Damit war es den Brüdern verboten, in die USA zu fliegen.

Die zwei Brüder Chérif und Said Kouachi gelten als dringend tatverdächtig sowie gefährlich und werden von Spezialeinheiten der Polizei gesucht.

Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter, dass einer der Männer, Said Kouachi, im Jahr 2011 "ein paar Monate" im Jemen verbrachte. Er habe in dem Land von Mitgliedern des dortigen Ablegers des Terrornetzwerks Al-Kaida unter anderem Schießtraining erhalten, berichtete die Zeitung. Dass der 34-jährige Said eine Terrorausbildung absolviert habe, sei auch auf den Videos der Attacke zu erkennen, schrieb die „New York Times“ unter Berufung auf einen hochrangigen US-Regierungsvertreter.

Zuvor galt eher der jüngere Bruder Chérif als behördenbekannt. Er war 2008 wegen Unterstützung von Al-Kaida im Irak verurteilt worden. Von der dreijährigen Haftstrafe wurden anderthalb auf Bewährung ausgesetzt.

US-Geheimdienste untersuchten derzeit, ob der Al-Kaida-Ableger den Anschlag von Paris ausdrücklich angeordnet habe. Bislang gebe es aber keine Hinweise, dass die beiden Attentäter einen solchen Auftrag bekommen hätten oder einer Al-Kaida-Zelle in Frankreich angehörten.

Allerdings habe ein von der AQAP herausgegebenes Propaganda-Magazin im Jemen kürzlich zu Anschlägen auf Menschen im Westen aufgerufen, die den muslimischen Glauben verunglimpften. Auch der Chef des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ sei ausdrücklich genannt worden.

Schweigeminute im UN-Sicherheitsrat nach Angriff auf "Charlie Hebdo"

+++ 00.27 Uhr: Nach dem Attentat auf die französische Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" mit zwölf Toten hat der UN-Sicherheitsrat mit einer Schweigeminute die Opfer gewürdigt. Der UN-Botschafter von Chile, Cristián Barros Melet, sagte am Donnerstag, der Sicherheitsrat sei angesichts des "unerträglichen Angriffs" in Paris in "tiefer Trauer". Dann erhoben sich die Vertreter der 15 Mitglieder des UN-Gremiums und es wurde still im Sitzungssaal.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief zur Toleranz auf und erinnerte unter anderem an das Schicksal eines Polizisten, der von den Attentätern am Mittwoch regelrecht hingerichtet worden war, als er vor dem Büro von "Charlie Hebdo" verletzt auf dem Boden lag. "Er war selbst Muslim", sagte Ban vor Journalisten am UN-Sitz. Er warnte vor einem "Religionskrieg".

"Charlie Hebdo" nennt sich "Zeitschrift der Überlebenden"

"Je suis Charlie": Überall auf der Welt versammeln sich Menschen und gedenken der Opfer des Anschlags in Paris. (Hier in Rotterdam in den Niederlanden)

+++ 00.10 Uhr: Das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ hat nun begründet, warum die verbliebene Redaktion auch nach den Mordanschlag islamistischer Terroristen weitermachen will. Auf der Internetseite der religionskritischen Zeitschrift ist eine große gezeichnete Faust zu sehen, die einen Zeichenstift umgreift. Daneben steht, die Kraft der Karikatur sei stärker als die „Barberei“.

Man wolle weitermachen, weil die Freiheit ein Grundrecht sei und viele Menschen sie unterstützten, heißt es. Die nächste Ausgabe der „Zeitschrift der Überlebenden“ erscheine am kommenden Mittwoch. Zuvor war berichtet worden, die Ausgabe solle in einer Auflage von einer Million Exemplare erscheinen.

Gabriel ruft zu Großdemonstration gegen Terror auf

+++ 00.08 Uhr: Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat angesichts des Anschlags von Paris Parteien und Verbände zur einer gemeinsamen Großkundgebung in Berlin aufgerufen. Das berichtet die „Bild“-Zeitung (Freitag) unter Bezug auf einen Brief Gabriels an demokratische Parteien, Religionsgemeinschaften, Arbeitgeber, Gewerkschaften, Sozialverbände und andere gesellschaftliche Gruppen. Darin ruft der Wirtschaftsminister dazu auf, für ein „friedliches und demokratisches Zusammenleben in Deutschland und Europa“ zu demonstrieren. Die Schüsse in Paris hätten „nicht nur den direkten Opfern gegolten, sondern auch der Idee einer freien und offenen Gesellschaft“.

Gemeinsames Manifest von Christen, Juden und Muslimen gegen Gewalt

+++ 00.06 Uhr: In einem gemeinsamen Manifest haben Vertreter der drei großen Religionen Deutschlands den Anschlag von Paris verurteilt und vor Racheakten gewarnt. „Im Namen Gottes darf nicht getötet werden“, schrieben ranghohe Vertreter von Katholiken, Evangelischer Kirche, Juden und Muslimen in ihrer Erklärung in der „Bild“-Zeitung. „Bibel, Tora und Koran sind Bücher der Liebe, nicht des Hasses.“ Unterzeichner sind Alois Glück vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken, der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber, Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Münchens und Oberbayerns Charlotte Knobloch und der frühere Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer.

„Jeder Christ, Jude und Moslem sollte am heutigen Freitag in der Moschee, am Sabbat in der Synagoge und am Sonntag in seiner Kirche für die Opfer von Paris beten. Für Verständigung, Frieden und Freiheit“, forderten sie. „Hass ist keine Antwort auf Hass. Und Intoleranz keine Antwort auf Intoleranz. Nur gemeinsam können wir unsere Werte und unseren Glauben gegen radikalisierte Minderheiten schützen.“

Internationale Beratungen zu Terrorgefahren nach Anschlag auf "Charlie Hebdo"

+++ 23.52 Uhr: Am Sonntag in Paris findet ein internationales Treffen zum Kampf gegen den Terrorismus statt. Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve sagte am Donnerstagabend, er habe seine Kollegen "der am meisten vom Terrorismus betroffenen europäischen Länder" ebenso eingeladen wie US-Justizminister Eric Holder und US-Heimatschutzminister Jeh Johnson. Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sowie Vertreter der EU nehmen an den Gesprächen teil.

Das Treffen in der französischen Hauptstadt diene dazu, "um uns solidarisch zu zeigen, um Informationen auszutauschen, um auch zu überlegen, was in unseren Ländern zu tun ist", sagte der Bundesinnenminister am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Was nun, Herr de Maizière?". Die Lage in Deutschland sei ernst. "Wir haben Grund zur Sorge und Vorsorge."

Allerdings gebe es keine konkreten Hinweise auf eine Anschlagsplanung, betonte de Maizière. Derzeit gebe es in Deutschland 180 kampferprobte Rückkehrer aus Syrien und dem Irak. Ein Attentat sei hierzulande nicht auszuschließen und auch nicht "durch noch so gute Polizeiarbeit" zu verhindern. "Wir sind besonders wachsam", erklärte der Minister. Die Sicherheitsmaßnahmen seien nach dem Anschlag in Paris hochgefahren worden. "Die Bevölkerung kann sich darauf verlassen, dass wir das tun, was wir können."

Houellebecq will islamkritischen Roman nicht mehr bewerben

+++ 22.42 Uhr: Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq will seinen islamkritischen Roman "Soumission" (Unterwerfung) zunächst nicht mehr bewerben. Der Autor sei tief betroffen vom Tod seines Freundes Bernard Maris, der bei dem Mordanschlag auf die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" getötet wurde, sagte Houellebecqs Agent am Donnerstagabend der Nachrichtenagentur AFP.

Nach Informationen des Nachrichtensenders France Info will der Schriftsteller Paris in Richtung eines geheim gehaltenen Orts verlassen. Sein Agent wollte dies laut AFP aber nicht bestätigen.

Nächtliche Großfahndung nach den Attentätern von Paris

+++ 22.35 Uhr: Nach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag auf die Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" suchen Spezialeinheiten mit Unterstützung von Hubschraubern weiter fieberhaft nach den Tätern. "Die Suche wird in der Nacht fortgesetzt", verlautete am Donnerstagabend aus Polizeikreisen. Die beiden flüchtigen Hauptverdächtigen waren zuvor in Nordfrankreich gesichtet worden.

Insgesamt 88.000 Einsatzkräfte wurden in Frankreich mobilisiert, um die Attentäter zu fassen und weitere Terrorakte zu unterbinden.

Der 32-jährige Chérif Kouachi und sein 34-jähriger Bruder Said wurden am Morgen an einer Tankstelle bei Villers-Cotterêts 80 Kilometer nordöstlich von Paris "eindeutig erkannt", hieß es aus Ermittlerkreisen. "Die beiden Männer sind vermummt, mit Kalaschnikow und anscheinend mit Raketen-Werfern" ausgerüstet. Die höchste Terrorwarnstufe wurde vom Großraum Paris auf die nordfranzösische Region Picardie ausgedehnt.

Terror-Attentat auf Satiremagazin "Charlie Hebdo": Bilder aus Paris

Anschlag auf Zeitungsredaktion in Paris

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