Attentäter sollen sich verschanzt haben

"Charlie Hebdo": Neun Verdächtige in Gewahrsam

+
Polizisten durchkämmen die Gegend in der Picardie, in der sich die Attentäter aufhalten sollen.

Paris - Ein 18-Jähriger hat sich bereits der Polizei gestellt. Die tatverdächtigen Brüder Kouachi sind auf der Flucht. Nun soll die Polizei sie angeblich aufgespürt haben. Alle Ereignisse vom Donnerstag im Ticker zum Nachlesen.

Die Fakten des Anschlags auf "Charlie Hebdo"

  • Drei Täter haben einen Anschlag auf die Redaktion der französischen Satirezeitung Charlie Hebdo in Paris verübt. Bei dem Anschlag wurden zwölf Menschen durch Schüsse getötet - darunter acht Journalisten. Elf weitere Opfer wurden verletzt, vier davon schwer.
  • Die Polizei sucht die Brüder Said (34) und Chérif Kouachi (32). Beide Franzosen sind polizeibekannt. Vor allem der jüngere Bruder war mehrfach als Islamist aktiv und wurde deswegen 2008 bereits verurteilt. Ein dritter Tatverdächtiger hat sich der Polizei gestellt. Der 18 Jahre alte Schwager der Hauptverdächtigen soll seine Unschuld beteuern.
  • Mehrere Menschen wurden noch am Mittwochabend festgenommen.
  • Die tatverdächtigen Kouachi-Brüder sind wohl im Norden Frankreichs gesichtet worden. Sie seien bewaffnet im Département Aisne aufgetaucht, auch Schüsse sollen gefallen sein.

<<<AKTUALISIEREN>>>

+++ 22.28 Uhr: Für heute Abend beenden wir die Berichterstattung in unserem Ticker. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

+++ 22.23 Uhr: Die Polizei hat ihre Suche nach den islamistischen Attentätern in einem Wald in Nordfrankreich beendet. Wie die Zeitung „Le Monde“ schreibt, seien zahlreiche Polizeiautos am späten Donnerstagabend abgefahren. Über die Ergebnisse der Fahndung in dem Waldstück bei Longpont in der Picardie sei aber noch nichts bekannt. Ob sich das Großaufgebot der Polizei nun ganz aus der Gegend zurückzieht, ist ebenfalls noch unklar.

+++ 22.11 Uhr: Mittlerweile sind seit dem Attentat weit über 30 Stunden vergangenen und die Täter sind noch immer auf freiem Fuß. Die Regierung hat landesweit 88.000 Einsatzkräfte mobilisiert, um die mit Maschinenpistolen bewaffneten Attentäter zu fassen und weitere Terrorakte zu unterbinden. 

Am Eiffelturm wurden am Donnerstagabend zum Gedenken an die Opfer des Anschlags die Lichter ausgeschaltet.

+++ 21.52 Uhr: Am Abend sind am Eiffelturm in Paris die Lichter ausgeschaltet worden. Das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt wurde zum Gedenken an die Opfer des Anschlags schwarz. Landesweit wurde mit einer Schweigeminute der Anschlagsopfer gedacht. Auch zahlreiche Mitarbeiter des Auswärtigen Amts in Berlin beteiligten sich an der Schweigeminute. An Bundesbehörden in Deutschland wurden die Flaggen auf Halbmast gesetzt.

+++ 21.45 Uhr: Der Hashtag #JeSuisCharlie (Ich bin Charlie), der Solidarität mit den Opfern des Anschlags bekundet, hat sich rasend schnell im Kurznachrichtendienst Twitter verbreitet. Der Hashtag sei bereits in mehr als 3,5 Millionen Twitter-Nachrichten verwendet worden, teilte das Online-Portal am Donnerstag mit. Ein Höhepunkt wurde am Mittwochabend um 21.30 Uhr erreicht, als 6500 Tweets pro Minute registriert wurden.

+++ 21.26 Uhr: Die französische Regierung hat islamfeindliche Übergriffe scharf verurteilt. Die Regierung werde "keine Tat, keine Drohung" gegen muslimische Einrichtungen tolerieren, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve am Donnerstagabend in Paris. Wer solche Taten begehe, werde "gesucht, festgenommen und bestraft". Nach dem Anschlag auf "Charlie Hebdo" mit zwölf Toten waren an mehreren Orten in Frankreich muslimische Einrichtungen attackiert worden.

+++ 20.56 Uhr: Tausende Menschen sind am Donnerstag in Paris erneut gegen den Terror auf die Straße gegangen. Sie versammelten sich am frühen Abend zu einem stummen Protest gegen den Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“. Auf den riesigen Platz der Republik, nur wenige hundert Meter vom Tatort entfernt, strömten mehr und mehr Menschen.

+++ 20.02 Uhr: Inzwischen hat die französische Polizei neun Verdächtige aus dem Umfeld der Attentäter festgenommen. Das gab Innenminister Bernard Cazeneuve am Donnerstagabend bekannt. Doch die beiden Hauptverdächtigen, die Brüder Chérif (32) und Said Kouachi (34), sind weiterhin auf freiem Fuß.

+++ 19.07 Uhr: Noch immer durchkämmen schwer bewaffnete Sicherheitskräfte die Gegend in der Picardie und durchsuchten einzelne Häuser. Unterstützt werden die Fahnder durch Hubschrauber.

+++ 17.53 Uhr: Elite-Einheiten von Polizei (RAID) und Gendarmerie (GIGN) sind in einem Umkreis von 15 bis 20 Kilometer um den Ort Crépy-en-Valois im Département Oise im Einsatz. Sie sollen Überprüfungen in der Gegend vornehmen, "in der das von den beiden Verdächtigen genutzte Auto aufgegeben wurde", hieß es aus Ermittlerkreisen.

+++ 17.50 Uhr: Die französische Regierung hat die höchste Terrorwarnstufe vom Großraum Paris auf die Region Picardie im Norden des Landes ausgedehnt. Der Grund dafür ist, dass die beiden Hauptverdächtigen am Morgen in der Nähe einer Gemeinde in der Picardie gesichtet worden waren.

+++ 17.03 Uhr: Medienberichten zufolge soll die französische Anti-Terror-Einheit RAID auch im Nachbardorf Corcy nach den mutmaßlichen Tätern fahnden. Eine Anwohnerin will am Nachmittag einen der beiden Kouachi-Brüder gesehen haben. Offizielle Stimmen zur aktuellen Lage fehlen weiterhin.

+++ 15.54 Uhr: Halten sich die verdächtigen Kouachi-Brüder tatsächlich in Crépy-en-Valois auf? Bislang gibt es keine offizielle Stellungnahme zu den Vorgängen, doch Anwohner beobachten ein immer größer werdendes Polizeiaufgebot.

+++ 15.37 Uhr: Die beiden Verdächtigen können nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von den Sicherheitsbehörden bislang nicht klar einer bestimmten Terrororganisation zugeordnet werden. Die polizeibekannten mutmaßlichen Täter, die Brüder Said (34) und Chérif Kouachi (32), sollen behauptet haben, zum Terrornetzwerk Al-Kaida zu gehören. Dennoch sei eine eindeutige Zuordnung etwa zu Al-Kaida, der radikal-islamischen Al-Nusra-Front oder dem Islamischen Staat (IS) derzeit nicht möglich, hieß es am Donnerstag von Sicherheitsexperten.

Mutmaßliche Täter sollen sich in Haus verschanzt haben

+++ 14.46 Uhr: Französische Medien melden, die mutmaßlichen Täter hätten sich bei Crépy-en-Valois in einem Haus verschanzt, das von der Polizei umstellt ist. Bestätigt ist bislang nichts. Zuvor war bekannt geworden, das die Einsatzkräfte das Auto der Flüchtigen gefunden haben. Darin: Molotowcoktails und Dschihadisten-Flaggen.

+++ 14.40 Uhr: In Nordostfrankreich haben sich zahlreiche Eliteeinheiten der Polizei zusammengezogen. Sie sind genau dort im Einsatz, wo die Täter vor wenigen Stunden an einer Tankstelle im Département Aisne gesehen worden waren. Die Einheiten sollten Überprüfungen in der Gegend vornehmen, "in der das von den beiden Verdächtigen genutzte Auto aufgegeben wurde", hieß es aus Polizeikreisen.

Amateurvideo zeigt dramatische Szenen

Ein Amateurvideo zeigt die schockierenden Szenen des Terroranschlags. Die Aufnahmen zeigen, wie vermummte Bewaffnete nach der tödlichen Attacke fliehen und um sich schießen.

Briten verschärfen die Grenzkontrollen

+++ 14.07 Uhr: Großbritannien hat nach dem Anschlag die Kontrollen an den Grenzübergängen verschärft. Es würden mehr Autos und Lastwagen durchsucht, die über den Ärmelkanal wollten, sagte eine Regierungssprecherin am Donnerstag.

Freunde und Nachbarn bezweifeln Komplizenschaft des 18-jährigen Mourad

+++ 13.30 Uhr: Der 18-jährige mutmaßliche Komplize, der sich am Mittwochabend bei der Polizei gestellt hatte, ist der Schwager eines der beiden Verdächtigen. Seine Schulfreunde und Nachbarn haben Zweifel an dessen Komplizenschaft angemeldet. Er sei am Mittwochvormittag in der Schule gewesen, es gebe jede Menge Zeugen, so ein Mitschüler. Er sei ein sehr netter Junge, der mit den Fundamentalisten nichts zu tun hat", hob sein Schulkamerad hervor. "Er ist Muslim, aber gemäßigt." Eine andere Schulfreundin berichtete, Mourad Hamyd habe ihnen erzählt, die Polizei sei bei ihm und er verstehe nicht, was los sei. Die Familienmitglieder seien zwar praktizierende Muslime, aber würden nie "so etwas" tun - auch nicht den Attentätern bei der Flucht helfen. Nachbarn der Familie äußerten sich ähnlich.

+++ 13.25 Uhr: Die neue Ausgabe des Satiremagazins "Charlie Hebdo" soll kommende Woche wie geplant erscheinen. "Wir werden weitermachen", sagte der "Charlie Hebdo"-Autor Patrick Pelloux am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. "Wir haben uns entschieden, kommende Woche eine Ausgabe herauszugeben. Wir sind alle einverstanden."

+++ 13.01 Uhr: Menschen auf der ganzen Welt bekunden ihr Mitgefühl und ihre Solidarität mit den Opfern. Auch die Medien sind voll von Reaktionen auf das schreckliche Blutbad. In unserer Presseschau bieten wir Ihnen einen Überblick über den aktuellen Stand.

Weltweite Gedenkveranstaltungen für Opfer

+++ 12.32 Uhr: Auch das Auswärtige Amt um Außenminister Frank Walter Steinmeier hat um 12 Uhr der Toten von Paris gedacht. Zum Gedenken an die zwölf Toten des Anschlags auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris ruhte am Donnerstag um 12.00 Uhr in der AA-Zentrale in Berlin die Arbeit. Steinmeier fuhr anschließend in die französische Botschaft am Brandenburger Tor, um sich in ein Kondolenzbuch einzutragen.

Im Gedenken an die Opfer des Anschlags haben sich zahlreiche Journalisten vor den Redaktionsgebäuden von "Charlie Hebdo" versammelt.

+++ 12.26 Uhr: Um 12 Uhr stand ganz Frankreich still. Um Punkt zwölf Uhr mittags hielten die Menschen landesweit inne, um ihre Trauer um die zwölf am Mittwoch getöteten Menschen zum Ausdruck zu bringen. Abgehalten wurde die Schweigeminute unter anderem in Behörden, Unternehmen und Schulen, Menschen versammelten sich zudem schweigend auf Plätzen und vor der Redaktion von "Charlie Hebdo" in Paris.
Frankreichs Staatschef François Hollande nahm in der Pariser Polizeipräfektur an einer Schweigeminute teil. Auf vielen Balkons und Plätzen hielten Menschen - wie bereits am Mittwoch - als Zeichen der Solidarität Schilder mit der Aufschrift "Je suis Charlie" ("Ich bin Charlie") hoch. Unterbrochen wurde die Stille nur von läutenden Kirchenglocken, etwa der Glocken der Pariser Kathedrale Notre-Dame. In Frankreich galt am Donnerstag offizielle Staatstrauer.

+++ 12.00 Uhr: Um 12 Uhr fanden weltweit zahlreiche Gedenkveranstaltungen und Schweigeminuten für die Opfer statt. Zahlreiche Onlineportale - auch wir - schließen sich einer großen Aktion an und platzieren auf den Startseiten große "Je suis Charlie"-Banner.

Tatverdächtige Brüder wohl in Nordfrankreich gesichtet

+++ 11.40 Uhr: Die zwei Verdächtigen sollen am Donnerstag in Nordfrankreich gesehen worden sein. Ein Tankstellenbesitzer bei dem Ort Villers-Cotterêt habe die maskierten und bewaffneten Männer eindeutig erkannt, wie französische Medien berichteten. Es sollen Schüsse gefallen sein.

Nach Angaben aus Ermittlungskreisen waren die Männer mit einem grauen Kleinwagen unterwegs. Sie seien den Informationen zufolge schwer bewaffnet. Die beiden Tatverdächtigen führten offensichtlich Schnellfeuerwaffen mit sich, heißt es. Die Rede war auch von einer Panzerfaust.

+++ 11.32 Uhr: Der französische Fußball will mit einer Schweigeminute bei allen Spielen dieses Wochenendes sein Mitgefühl für die Opfer des Terroranschlag auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ zum Ausdruck bringen. Das teilte der nationale Verband am Donnerstag auf seiner Homepage mit.

+++ 11.22 Uhr: Der Papst hat auf Twitter einen eigenen Hashtag für die Opfer des Attentats auf die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ geschaffen. Franziskus veröffentlichte am Donnerstag in dem sozialen Netzwerk das Zeichen #PrayersforParis (Beten für Paris), unter dem Kommentare zu dem Anschlag einlaufen. Zudem betete er in einer Messe am Morgen für die Opfer. „Das gestrige Attentat in Paris veranlasst uns dazu, über die Grausamkeit nachzudenken, die menschliche Grausamkeit“, sagte der Papst in dem Gottesdienst in seinem Gästehaus Santa Marta in Rom. „Beten wir in dieser Messe für die Opfer dieser Grausamkeit. Die vielen Opfer. Und beten wir auch für die Grausamen, dass der Herr ihre Herzen verändere!“

Le Pen fordert Todesstrafe

+++ 11.17 Uhr: Die Chefin der rechtsextremen Partei Front National Marine Le Pen hat erneut ein Referendum über die Todesstrafe in die Debatte gebracht. Sie wolle eine Abstimmung über die Wiedereinführung der Todesstrafe vorschlagen, sollte sie (2017) zur Staatspräsidentin gewählt werden, bekräftigte Le Pen am Donnerstag gegenüber dem Sender France 2. Die Franzosen sollten die Möglichkeit haben, darüber zu entscheiden. Sie persönlich halte es dabei für notwendig, dass die Todesstrafe für die abscheulichsten Verbrechen zum „juristischen Arsenal“ gehören sollte, sagte Le Pen nach dem Attentat gegen das Magazin mit zwölf Toten.

+++ 10.50 Uhr: In Frankreich hat es in der Nacht wohl mehrere Anschläge auf muslimische Einrichtungen gegeben. Eine Moschee im nordwestfranzösischen Mans sowie ein muslimischer Gebetsraum im südfranzösischen Port-la-Nouvelle sollen beschossen worden sein, so die zuständige Staatsanwaltschaft am Donnerstag.

+++ 10.45 Uhr: Das Europaparlament und die Europäische Kommission haben eine Schweigeminute für die Opfer angesetzt. Auf Initiative von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) wollten sich am Donnerstag gegen 10.45 Uhr Abgeordnete und Mitarbeiter vor dem Europaparlament versammeln, um der Opfer zu gedenken und "Solidarität mit den Bürgern Frankreichs zu zeigen", wie das Parlament mitteilte. Die EU-Kommission setzte in allen Gebäuden für 12.00 Uhr eine Schweigeminute an. Vor den Gebäuden beider Einrichtungen in Brüssel hängen die Fahnen auf Halbmast.

Innenminister: Tatverdächtige wurden überwacht

+++ 10.35 Uhr: Wie der Pariser Innenminister Bernard Cazeneuve mitteilte, seien die beiden Tatverdächtigen des gestrigen Anschlags zuvor bereits überwacht worden. Dabei habe es allerdings keinerlei Hinweise auf einen bevorstehenden Terrorakt gegeben, gegen die Männer habe es auch kein juristisches Verfahren gegeben, sagte Cazeneuve am Donnerstag dem Sender Europe 1. Bislang wurden sieben Menschen im Zusammenhang mit der Tat festgenommen.

Spurensuche nach einer Explosion in einem Kebab-Restaurant in der Nähe einer Moschee in Villefranche-sur-Saone.

+++ 10.26 Uhr: Am frühen Morgen ist es in einem Restaurant in Ostfrankreich in der Nähe der Moschee von Villefranche-sur-Saône zu einer Explosion gekommen. Verletzt wurde wohl niemand. Ein Zusammenhang zu dem gestrigen Anschlag in Paris kann offenbar nicht ausgeschlossen werden.

+++ 10.14 Uhr: Russlands Staatschef Wladimir Putin hat zum gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus aufgerufen. "Kein Land der Welt kann alleine effektiv gegen den Terrorismus kämpfen", so Putins Sprecher Dmitri Peskow. Beobachter vermuten, Putin wolle mit diesem Aufruf die internationale Isolation Russlands wegen der umstrittenen Krim-Einverleibung durchbrechen.

Wolfgang Bosbach: Deutschland hatte in den vergangenen Jahren Glück

+++ 10.03 Uhr: CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach hat mehr Zurückhaltung bei der Kritik an Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland gefordert. "Ein wichtiges Ziel wäre es schon, wenn wir endlich einmal damit aufhören würden, neue Maßnahmen zur Sicherheit, zur Gefahrenabwehr, ständig zu kritisieren, als islamophob, als übertriebene Maßnahme", sagte er am Donnerstag im Inforadio des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). In Deutschland seien mehrere Anschläge lediglich wegen ungeschickter Täter fehlgeschlagen. "Wir hatten in den letzten Jahren Glück", so Bosbach.

+++ 09.33 Uhr: Wieder fallen Schüsse in Paris: Am Donnerstagmorgen hat es im Süden von Paris eine Schießerei gegeben. Ein Unbekannter eröffnete das Feuer auf Polizisten, eine Polizistin starb und eine Mitarbeiterin der Stadtreinigung wurde schwer verletzt. Der mutmaßliche Angreifer ist auf der Flucht. Zu den Anschlägen vom Mittwoch auf "Charlie Hebdo" soll es keinen Zusammenhang geben, heißt es bislang aus Polizeikreisen. Dennoch ermittelt mittlerweile die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft.

+++ 09.16 Uhr: Nach den Anschlägen auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" hat der französische Botschafter Philippe Etienne in Deutschland die Wichtigkeit der Solidarität und Anteilnahme unterstrichen: "Diese Reaktionen sind sehr, sehr wichtig. Wir sind sehr, sehr dankbar für die Solidarität", so Etienne gegenüber dem Deutschlandfunk.

Israelischer Karikaturist: Die Bösen haben schon gewonnen

+++ 08.58 Uhr: Der israelische Karikaturist Amos Biderman hat sich nach dem tödlichen Anschlag in Paris sehr pessimistisch über die Zukunft der Presse- und Meinungsfreiheit geäußert. Unter der Überschrift „Ich habe Angst“ schrieb Biderman am Donnerstag in der Zeitung „Haaretz“: „Machen wir uns doch nichts vor. Die Bösen haben schon gewonnen.“

In Europa und den USA herrsche große Furcht vor islamistischen Terrororganisationen, meint Biderman, der mit seinen Zeichnungen für die linksliberale „Haaretz“ politische Vorgänge in Israel und im Ausland aufspießt. „Kein Karikaturist und kein Verleger auf der Welt wird es jetzt noch wagen, sich mit ihnen anzulegen.“

„Ich persönlich fühle mich schon seit dem Sturm der Empörung über die dänische Karikatur (des Propheten Mohammed 2005 in der Zeitung „Jyllands-Posten“) bedroht“, schrieb Biderman. „Ich halte mich von diesen Themen fern. Mir ist klar, was sonst die Konsequenzen wären, hier, im Nahen Osten, weit weg von Europa.“

+++ 08.37 Uhr: Frankreichs Regierungschef Manuel Valls hat nach dem Terroranschlag auf die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ vor Intoleranz, Hass und Angst gewarnt. Das Attentat sei abscheulich, und es müssten daraus natürlich alle Konsequenzen gezogen werden, sagte Valls am Donnerstag dem Sender RTL. „Nein, Frankreich, das ist nicht die Unterwerfung, Frankreich, das ist nicht Michel Houellebecq“, fügte er an. Houellebecqs islamkritischer Roman „Soumission“ (Unterwerfung) beschreibt das Leben in Frankreich unter einem muslimischen Präsidenten. Der Anschlag auf „Charlie Hebdo“ wurde am Mittwoch am Tag des Erscheinens des Buches verübt.

Valls: Mehrere Festnahmen nach "Charlie Hebdo"-Anschlag

+++ 08.04 Uhr: Im Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Pariser Satirezeitung "Charlie Hebdo" mit zwölf Toten hat es nach Angaben des französischen Premierministers Manuel Valls mehrere Festnahmen gegeben. Mehrere Menschen befänden sich in Polizeigewahrsam, sagte der Regierungschef am Donnerstagmorgen im Radiosender RTL. Zur Frage, um wie viele Festnahmen es sich handle, wollte Valls sich nicht äußern. Aus Justizkreisen hieß es, sieben Menschen befänden sich in Polizeigewahrsam.

Valls sagte, die Attentäter seien Polizei und Justiz bekannt. Die Sicherheitsbehörden hätten in der Vergangenheit zahlreiche Gruppen ausgehoben und Attentatsversuche vereitelt. Hunderte Menschen würden überwacht, dutzende weitere seien inhaftiert worden, sagte Valls. Aber nicht alle Gefahren könnten ausgeschlossen werden. Darin bestehe die Schwierigkeit für die Sicherheitskräfte.

Knobloch: "Brutaler Ausbruch offenen Hasses bedroht unsere freiheitlichen Werte"

+++ 07.32 Uhr: Entsetzen hat bei Dr. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, der blutige Anschlag auf die Redaktion des französischen Satire-Magazins "Charlie Hebdo" ausgelöst, welches bereits 2011 wegen des Abdrucks von Mohammed-Karikaturen Ziel eines Brandanschlags geworden war. Charlotte Knobloch: „Wir trauern mit unseren französischen Nachbarn um die Opfer dieses feigen und kaltblütigen Anschlags. Er ist ein Angriff auf die Pressefreiheit und damit auf die demokratische Zivilgesellschaft und ihre freiheitlichen Werte. Als Demokratin und Europäerin, aber auch als Jüdin sehe ich diesen brutalen Ausbruch offenen Hasses mit großer Besorgnis. Jetzt gilt es, dass wir in Europa gegen die massive Bedrohung unserer Werte zusammenstehen. “

Nach Blutbad in Paris: Tag der nationalen Trauer in Frankreich

Ganz Europa ist geschockt vom Blutbad in Paris. Die Trauer und Anteilnahme sind grenzenlos.

+++ 06.48 Uhr: Nach dem Mordanschlag von Paris mit zwölf Toten hat in Frankreich ein Tag der nationalen Trauer begonnen. Präsident François Hollande forderte die Franzosen zu einer Gedenkminute am Donnerstagmittag auf. Sein Premier Manuel Valls bat Unternehmer, dies den Angestellten zu ermöglichen.
Zur gleichen Zeit will die Nationalversammlung an die Opfer des Anschlags auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" mit einer Zeremonie erinnern. An der berühmten Kathedrale Notre-Dame im Herzen von Paris sollen zum Gedenken die Glocken läuten.

Hollande berief für den Morgen eine weitere Sondersitzung des Kabinetts ein. Außerdem will er führende Oppositionspolitiker treffen, darunter den UMP-Chef und Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy.

Paris-Attentäter vergessen Ausweis im Fluchtauto

+++ 04.40 Uhr: Die Attentäter von Paris haben auf ihrer Flucht angeblich einen schweren Fehler gemacht und die Polizei auf ihre Spur gebracht. Wie die französische Zeitschrift "Le Point" schreibt, hätten die Terroristen einen Personalausweis in ihrem Fluchtwagen vergessen, als sie am Rande der Hauptstadt das Auto wechselten. Die beiden verdächtigen Brüder Said (34) und Chérif Kouachi (32), die polizeibekannt sind, waren am frühen Donnerstagmorgen aber weiter auf der Flucht.

Polizeigewerkschaft: Auch Proteste wie Pegida anschlagsgefährdet

+++ 04.37 Uhr: Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft hält vor dem Hintergrund des tödlichen Anschlags auf die französische Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" auch islamfeindliche Kundgebungen wie Pegida in Deutschland für gefährdet. Zwar könne niemand sagen, ob solch ein Anschlag auch in Deutschland drohe, sagte Rainer Wendt dem "Handelsblatt" vom Donnerstag. "Aber es braucht nicht viel Phantasie, um die vielen islamkritischen Veranstaltungen, Parolen und Demonstrationen ebenfalls als mögliche Terrorziele zu definieren."

Einen umfassenden Schutz solcher Veranstaltungen hält Wendt indes kaum für möglich. Damit wäre die Polizei "hoffnungslos überfordert", sagte er der Zeitung. Stattdessen sei es "höchste Zeit" für eine andere Sicherheitspolitik. Es fehle eine Strategie für Deutschland und Europa darüber, mit welchen Mitteln welche sicherheitspolitischen Ziele angestrebt werden und wann ein Ende der Sparpolitik bei den Sicherheitsbehörden eingeleitet werde.

"Deutschland hat bislang großes Glück gehabt und hofft offensichtlich, sich auch künftig darauf verlassen zu können", sagte Wendt. Deshalb sei er wenig zuversichtlich, dass die Reaktion der deutschen Politik auf den Anschlag in Paris über Betroffenheitserklärungen hinausgehe.

Kundgebungen für "Charlie Hebdo" in den USA und Kanada

+++ 04.14 Uhr Uhr: Hunderte Menschen haben sich trotz Eiseskälte in den USA und Kanada zu Protestkundgebungen wegen des tödlichen Anschlags auf die französische Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" auf den Straßen versammelt. Unter den Demonstranten in Washington war auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), die Französin Christine Lagarde. "Wir stehen alle noch unter Schock", sagte sie. Die Karikaturisten der Zeitung begleiteten den Alltag der Franzosen seit Jahren. Auch von ihr selbst habe es schon Karikaturen gegeben, sagte Lagarde. "Damals habe ich darüber geschmunzelt."

Mehrere hundert Menschen kamen zu der Demonstration vor dem sogenannten Newseum, einem Museum über die Presse. Auch in der Metropole New York trotzten hunderte Menschen den eisigen Temperaturen und gingen für die Opfer des Anschlags auf "Charlie Hebdo" auf die Straße. Unter ihnen waren viele Franzosen, die am Union Square die Nationalhymne anstimmten und dann "Charlie, Charlie" riefen. Auch in den kanadischen Städten Montréal, Québec und Winnipeg gab es Solidaritätskundgebungen.

Jüngster Attentäter von Paris hat sich der Polizei gestellt

Die Polizei sucht weiterhin nach den zwei noch flüchtigen mutmaßlichen Attentätern. Sie hatten die Beamten durch ihre Personalausweise, die sie im Fluchtauto zurückließen, auf ihre Spur gebracht.

+++ 03.30 Uhr: Nach dem Terroranschlag auf das religionskritische Satiremagazin "Charlie Hebdo" in Paris hat sich einer der drei mutmaßlichen Attentäter der Polizei gestellt. Nach mehr als zwölfstündiger Flucht befinde sich der 18-Jährige in der Kleinstadt Charleville-Mézière nahe der belgischen Grenze in Polizeigewahrsam, hieß es am frühen Donnerstagmorgen in übereinstimmenden Medienberichten. Der jüngste Verdächte war am Mittwochabend gegen 23 Uhr zur Polizei in Charleville-Mézières gegangen, nachdem sein Name "in den sozialen Netzwerken im Internet zirkulierte". Der junge Mann heiße Hamyd Mourad und soll zwei Männern bei dem Attentat geholfen haben. Der 18-Jährige habe aber seine Unschuld beteuert. Die verdächtigen Brüder Said (34) und Chérif Kouachi (32) waren am frühen Donnerstagmorgen weiter auf der Flucht. Die Polizei veröffentlichte im Internet ein Fahndungsplakat, um Zeugen zu finden.

Französische Medien wollen "Charlie Hebdo" am Leben erhalten

+++ 02.07 Uhr: Große französische Medienhäuser haben der Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" nach dem brutalen Mordanschlag Hilfe zugesagt. Der staatliche Hörfunk und das Fernsehen sowie die Tageszeitung „Le Monde“ erklärten am späten Mittwochabend, sie wollten dem Magazin das notwendige Personal und Sachmittel zur Verfügung stellen. Die Mitteilung trägt die Überschrift: "Damit Charlie lebt." Die Direktoren von Radio France, France Télévisions und "Le Monde" riefen alle anderen französischen Medien auf, die Presse- und Meinungsfreiheit hochzuhalten.

Terror in Paris: Pegida sieht sich bestätigt

+++ 01.29 Uhr: Nach dem Terroranschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" in Paris sehen sich die selbst ernannten "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) in ihren Befürchtungen bestätigt. Für den nächsten "Abendspaziergang" am kommenden Montag in Dresden forderten sie ihre Anhänger auf, Trauerflor für die zwölf Todesopfer zu tragen.

"Die Islamisten, vor denen Pegida seit nunmehr zwölf Wochen warnt, haben heute in Frankreich gezeigt, dass sie eben nicht demokratiefähig sind, sondern auf Gewalt und Tod als Lösung setzen!", hieß es am Mittwoch auf der Facebook-Seite der Bewegung. Auch der stellvertretende AfD-Bundes- und brandenburgische Landesvorsitzende Alexander Gauland interpretiert den Anschlag als Rechtfertigung für Pegida. "All diejenigen, die bisher die Sorgen der Menschen vor einer drohenden Gefahr durch Islamismus ignoriert oder verlacht haben, werden durch diese Bluttat Lügen gestraft."

Frankreichs Polizei identifiziert nach Anschlag auf "Charlie Hebdo" drei Verdächtige

+++ 01.14 Uhr: Nach dem schweren Anschlag auf das französische Satire-Magazin "Charlie Hebdo" fahndet die Polizei nun landesweit offiziell nach drei Männern. Wie in der Nacht zum Donnerstag aus Ermittlungskreisen verlautete, suchen die Behörden nach den Brüdern Brüdern Chérif und Said Kouachi im Alter von 32 und 34 Jahren, die im islamistischen Milieu aktiv sein sollen. Gesucht werde außerdem nach einem 18-Jährigen, hieß es.

Die zwei Brüder Chérif und Said Kouachi gelten als dringend tatverdächtig sowie gefährlich und werden von Spezialeinheiten der Polizei gesucht.

Die Ermittler beschrieben die flüchtigen Verdächtigen als "gefährlich und schwer bewaffnet". Die beiden Brüder wurden demnach in Paris geboren und haben die französische Staatsangehörigkeit. Der dritte Mann werde verdächtigt, den beiden anderen "bei ihrem Angriff geholfen zu haben", hieß es von Seiten der Polizei.
Chérif Kouachi (32) - Der jüngere der beiden Brüder hat nach Berichten französischer Medien bereits ein Vorleben als Islamist. Er wurde 1982 in Paris geboren. Er soll Teil einer nach dem städtischen Park "Buttes-Chaumon" genannten Verbindung gewesen sein, die in Frankreich Dschihadisten für den Kampf im Irak angeheuert haben soll. Kurz bevor er sich absetzen konnte wurde er verhaftet und 2008 zu drei Jahren Haft verurteil, von denen 18 Monate zur Bewährung ausgesetzt wurden. Zwei Jahre später wurde sein Name im Zusammenhang mit einem Befreiungsversuch eines inhaftierten Mitglieds einer islamistischen Gruppe genannt.

Said Kouachi (34) - Auch der ältere Bruder ist als französischer Staatsbürger im zehnten Arrondissement von Paris geboren. Im Zusammenhang mit den Aktivitäten seines jüngeren Bruders soll auch Said Kouachi 2010 im Visier der Ermittler gewesen sein. Dabei sollen sich keine Erkenntnisse ergeben haben.

Mindestens zwei Bewaffnete hatten am Mittwochvormittag die Redaktionsräume von "Charlie Hebdo" in Paris gestürmt und um sich geschossen. Die Terroristen sollen bei der Tat "Allah ist groß" und "Wir haben den Propheten gerächt" gerufen haben. Die Polizei fahndet nach drei Männern. "Sie sprachen perfekt Französisch", sagte die Zeichnerin Corinne Rey, die den Anschlag überlebte, der Zeitung "l'Humanité". Dabei hätten sie behauptet, zur Terrororganisation Al-Kaida zu gehören. Der Überfall habe etwa fünf Minuten gedauert.

Acht Journalisten von "Charlie Hebdo" bei Attentat getötet

+++ 00.59 Uhr: Bei dem Terroranschlag auf das islamkritische Satiremagazin "Charlie Hebdo" in Paris sind nach Informationen der Zeitung „Le Monde“ acht Journalisten getötet worden. Unter den Toten sind der Mohammed-Karikaturist und Redaktionsleiter Charb alias Stéphane Charbonnier und sein Leibwächter. Außer dem Personenschützer sei ein weiterer Polizist getötet worden. Zudem wurde ein weiterer Mitarbeiter der Zeitschrift ermordet, der aber nicht als Journalist gearbeitet habe. Zuvor war von vier getöteten Zeichnern und Karikaturisten des Magazins die Rede.

De Maizière: "Terroranschläge haben nichts mit dem Islam zu tun"

+++ 00.06 Uhr: Nach dem Attentat auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière vor populistischen Brandstiftern in Deutschland gewarnt. „Terroristische Anschläge haben nichts mit dem Islam zu tun“, sagte der CDU-Politiker der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstag).

+++ 23.44 Uhr: Nach dem Anschlag auf die Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" in Paris hat US-Präsident Barack Obama seinem französischen Kollegen François Hollande in einem Telefonat am Mittwoch persönlich kondoliert. Nach Angaben des Weißen Hauses versprach Obama Frankreich die Solidarität der USA und bot Hilfe bei den Ermittlungen an. Hollande habe dem US-Präsidenten gedankt und über den aktuellen Stand der Fahndung nach den Tätern informiert. Obama, der am Mittwoch zu einer Kundgebung nach Michigan flog, führte das Telefonat an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One.

Zuvor hatte der US-Präsident die Attacke in einer Erklärung als "abscheulich" verurteilt. Vor Journalisten sprach er später im Weißen Haus von einem "feigen, bösartigen" Angriff. "Frankreich ist einer unserer ältesten Verbündeten, unserer stärksten Verbündeten", sagte Obama.

+++ 23.35 Uhr: Die französische Polizei fahndet mit einem Großaufgebot in Reims nach den Tätern des Terroranschlags auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“. Die Sondereinheit Raid sei an der Aktion in der Stadt 150 Kilometer nordöstlich von Paris beteiligt, hieß es am späten Mittwochabend von der Polizei.

Die Polizei rief Journalisten in Reims zur "größtmöglichen Vorsicht" auf. Entweder werde den Verdächtigen die Flucht gelingen, weil sie gewarnt wurden, oder es werde zu einem Showdown kommen, sagte der Polizist der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor hatte es Durchsuchungen in Straßburg sowie im Großraum Paris gegeben.

Putin verurteilt Attentat auf "Charlie Hebdo" als "barbarischen Akt"

+++ 23.24 Uhr: Kremlchef Wladimir Putin hat den Anschlag auf das Magazin „Charlie Hebdo“ in einem Telefonat mit seinem französischen Amtskollegen François Hollande als „barbarischen Akt“ verurteilt. Er hoffe, dass die Täter gefunden und ihre verdiente Strafe erhalten würden, sagte der russische Präsident am Mittwoch einer Mitteilung in Moskau zufolge. Putin übermittelte allen Angehörigen und Freunden der Opfer der Bluttat von Paris sein Mitgefühl. Bereits kurz zuvor hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow betont: „Nichts rechtfertigt Terror.“

Deutsche Zeitungen drucken Mohammed-Karikaturen von "Charlie Hebdo"

Die Titelseite der "B.Z." mit den Karikaturen von "Charlie Hebdo".

+++ 23.10 Uhr: Nach dem Terroranschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" haben eine Reihe deutscher Zeitungen Mohammed-Karikaturen und andere religionskritische Zeichnungen des Blattes nachgedruckt. Unter der Schlagzeile "Vive la liberté" ("Es lebe die Freiheit") bestreitet die Berliner Zeitung "B.Z." die gesamte Titelseite ihrer Donnerstagausgabe mit Titelbildern des französischen Magazins. Auch andere Blätter zeigen Zeichnungen von "Charlie Hebdo" auf ihren Frontseiten. "Wir tun das nicht, weil uns alle Karikaturen gefallen", heißt es in einer Erklärung der "Berliner Zeitung" an ihre Leser. "Wir veröffentlichen die Satire von Charlie Hebdo aus Respekt vor den Ermordeten, die die Meinungsfreiheit verteidigten."

Terror-Attentat auf Satiremagazin "Charlie Hebdo": Bilder aus Paris

Anschlag auf Zeitungsredaktion in Paris

Lesen Sie außerdem:

> Anschlag in Paris: Täter sind identifiziert

> Trauer und Bestürzung nach Terroranschlag

> Deutschland nicht sicher? De Maizière warnt vor Panikmache

> Dänische Zeitung verschärft Sicherheitsmaßnahmen

> Islamkritiker waren schon häufig Ziel von Anschlägen

dpa/AFP/vh

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.