Chemie-Nobelpreis an Dan Shechtman

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Department of Materials Engineering/Haifa

Stockholm - Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den Chemiker Dan Shechtman (Israel). Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm mit.

Der israelische Forscher Dan Shechtman hat den diesjährigen Nobelpreis für Chemie für die Entdeckung der Quasikristalle erhalten. In diesen sind die Atome in Mustern angeordnet, die sich nie wiederholen.

Der 1941 in Tel Aviv geborene Wissenschaftler musste wegen dieser Entdeckung vor knapp 30 Jahren seine Forschungsgruppe verlassen: Sie war zu revolutionär für das Jahr 1982. Schließlich waren die Experten bis dato davon ausgegangen, dass Atome in Kristallen in regelmäßigen, sich wiederholenden Mustern angeordnet sind. Nun der Lohn für seinen Kampf: Der Nobelpreis ist mit zehn Millionen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotiert.

Shechtmans Entdeckung habe unter Chemikern grundlegend die Vorstellung von fester Materie geändert, hieß es in der Begründung des Nobelkomitees. Er habe sich mit seiner bahnbrechenden Entdeckung gegen den erbitterten Widerstand der wissenschaftlichen Gemeinschaft durchsetzen müssen.

“Es fühlt sich wunderbar an“, sagte Shechtman, der am israelischen Institut für Technologie in Haifa forscht. Eine Gratulation kam auch schon vom israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres, der Shechtman als "Kronjuwel" würdigte. “Sie sind der zehnte israelische Nobelpreisträger“, sagte Peres während einer Telefonübertragung zu Beginn einer Pressekonferenz in der Technischen Hochschule in Haifa. Dies sei für ein so kleines Land ungewöhnlich viel. “Wir sind stolz und danken Ihnen für dieses wunderbare Geschenk, das sie dem Volk Israel gegeben haben.“ Peres ist selbst Träger des Friedensnobelpreises.

Seit Shechtmans Entdeckung wurden Quasikristalle in Labors produziert. Ein schwedisches Unternehmen fand sie in einer der beständigsten Stahlarten, die nun für Produkte wie spezielle, dünne Nadeln für Augenoperationen und Rasierklingen eingesetzt wird. In der Natur wurden Quasikristalle erstmals 2009 entdeckt.

Die Auszeichnung wird am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel, verliehen.

dapd

Quasikristalle - Unmögliche Strukturen

Das Repertoire an Kristallen hat sich mit der Entdeckung der Quasikristalle immens erweitert. Neue Anwendungen sind möglich geworden. Einige Quasikristalle lassen sich für Materialien nutzen, die härter und hitzebeständiger sind als Teflon. Auch der Einsatz in der Elektronik oder als Wasserstoffspeicher wird erforscht.

Normalerweise bestehen Kristalle aus identischen Bausteinen, die zu einer regelmäßigen Struktur zusammengefügt sind - ähnlich wie in einer dicken Mauer aus Ziegelsteinen. Die Elemente können Quader sein, Rhomboeder oder auch bestimmte Prismen. Bausteine mit fünfzähliger Symmetrie - wie etwa pentagonale Prismen - lassen sich nicht zu einem Gefüge ohne Hohlräume stapeln.

Mehr als ein Jahrhundert lang galt deshalb als Dogma, dass Kristalle fünfzähliger Symmetrie unmöglich sind. Sie sind es aber nicht: Aus mindestens zwei verschiedenen Bausteinarten bilden sich durchaus Kristalle mit fünfzähligen Elementen. Solche Quasikristalle gibt es etwa bei Aluminium-Mangan-Verbindungen. Inzwischen sind mehr als hundert Beispiele bekannt. Auch Quasikristalle aus einer Bausteinart sind wohl möglich, aber noch nicht gefunden.

dpa

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