Obwohl sie zum Verkauf stehen

Dänen fürchten Mini-Deutschland: Ausländer dürfen keine Ferienhäuser kaufen

Ein schmuckes Ferienhäuschen nördlich von Esbjerg – doch Ausländer dürfen in Dänemark keine Häuser kaufen. Foto: dpa

Hvide Sande. In Dänemark stehen viele Ferienhäuser zum Verkauf – doch an Ausländer dürfen sie in der Regel nicht veräußert werden.

Das Ferienhaus der Familie Mody liegt perfekt. 300 Meter sind es über die Dünen bis zum dänischen Nordseestrand. Im Sommer kann man hier Hagebutten pflücken und sich auf der Terrasse sonnen. Im Winter wärmt die Sauna die durchfrorenen Glieder nach einem Strandspaziergang. Es dürfte ein Leichtes sein, das Holzhaus nahe des beliebten Ferienorts Hvide Sande zu verkaufen, dachten sich die Modys.

Doch wie Tausende andere bleibt die Familie auf ihrem Feriendomizil sitzen. Denn die Dänen kaufen nicht mehr so eifrig Sommerhäuser wie einst. Und Ausländer dürfen das in Dänemark nicht. Der Streit darüber ist so alt wie manche Häuser. Weil der Markt am Boden ist, ist er jetzt neu entfacht.

Denn viele Ausländer könnten sich vorstellen, eins der gemütlichen Holzhäuser zu kaufen. „Wenn Deutsche Ferienhäuser kaufen dürften, würde das natürlich einen ganz neuen Markt eröffnen“, sagt Makler Mathias Heiberg Frich aus Hvide Sande. Die Modys meinen, ihr Ferienhaus besser verkaufen zu können, wenn der Markt für Ausländer geöffnet würde. Ihre Preisvorstellungen für das 83 Quadratmeter große Sommerhaus in Hvide Sande hat die Familie schon zweimal nach unten korrigiert. Denn das Holzhaus steht schon mehr als 500 Tage zum Verkauf – aktuell für knapp 1,2 Mio. Kronen, umgerechnet etwa 160.000 Euro.

Manche Häuser warten bis zu mehrere Jahre auf Käufer. Deswegen hat die dänische Partei Liberale Allianz vor kurzem erneut einen Versuch gestartet, das Kaufverbot für Ausländer – insbesondere für Deutsche – aufzuheben. „Wir Dänen haben die Freiheit, ein Ferienhaus zum Beispiel in Südfrankreich oder Spanien zu kaufen“, sagt die Tourismus-Sprecherin der Partei, Christina Egelund. Dass Ausländer dagegen kaum als Käufer dänischer Sommerhäuser in Betracht kämen, sei „merkwürdig und doppelmoralisch“.

Antrag abgeschmettert

Im Parlament sind die meisten anderer Meinung. Kurz vor der Sommerpause schmetterte das Folketing den Vorschlag mit 92 zu 15 Stimmen ab. Nur die grüne Partei Alternativet zeigte sich offen für die Abschaffung der Sonderregel, die sich Dänemark beim Eintritt in die Europäische Gemeinschaft gesichert hatte.

Wer als Ausländer ein Ferienhaus in Dänemark kaufen will, braucht deshalb weiter eine Genehmigung, die nicht so einfach erteilt wird. Dazu muss man laut dänischer Gesetzgebung „eine ganz besonders starke Beziehung zu Dänemark“ haben.

2013 durften laut Justizministerium 40 Deutsche ein Ferienhaus in dem Land erwerben. (dpa)

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