Für Jogger und Spaziergänger kann das zum Ärgernis werden

„Der will nur spielen“: Rechtslage zur Hundeaufsicht im Wald ist schwammig

Der will nur spielen: Die Rechtslage zur Hundeaufsicht im Wald ist schwammig. Foto: dpa

Frankfurt. Ein Jogger im Wald. Plötzlich kommt ein Hund auf ihn zu, springt um seine Beine, bellt. Aus der Ferne ruft das Herrchen: „Der will doch nur spielen!“

Der Hundehalter hat sich mit diesem Verhalten keine rechtliche Verfehlung zuschulden kommen lassen, solange nichts passiert. Denn die Rechtslage ist schwammig.

Das Hessische Jagdgesetz besagt, dass es verboten ist, Hunde in einem Jagdbezirk unbeaufsichtigt laufen zu lassen. „Unbeaufsichtigt ist ein Hund dann, wenn er sich außerhalb des Einwirkungsbereiches seines Besitzers befindet“, erklärt Petra Westphal, Sprecherin des Landesbetriebs Hessen Forst. „Mit dem Jagdgesetz wird nicht festgelegt, ob sich der Hund an einer Leine befinden muss oder nicht.“

Aber: Hundehalter sind voll haftbar für die Schäden, die ihre Tiere verursachen. Da von einem Hund potenziell eine Gefahr ausgehen kann, gilt die sogenannte Gefährdungshaftung, wie der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) erklärt. Auch wenn er während der Entstehung des Schadens gar nicht anwesend war oder sich völlig korrekt verhalten hat, muss der Halter für die Schäden aufkommen.

Etwa 100 000 Haftpflichtschäden im Jahr gibt es laut GDV durch Hunde. Die Schadenssumme beläuft sich auf etwa 80 Millionen Euro. Konkrete Zahlen, wie viele Waldtiere durch Hunde direkt oder indirekt getötet werden, gibt es nicht. Wenig Gefahr müssen die Hunde von Jägern fürchten – obwohl sie laut Jagdgesetz abgeschossen werden dürfen, wenn sie sich außerhalb des Einflussbereichs ihres Besitzers befinden.

Neben dem Jagdgesetz können auch die Kommunen den Umgang mit Hunden gesondert festlegen. Ein Überblick über die regionalen Unterschiede: Frankfurt: In der Abteilung StadtForst gibt es keine Sonderregelungen, die das hessische Jagdgesetz ergänzen. Hundebesitzer seien demnach angehalten, ihre Tiere beim Waldspaziergang abrufbar zu halten, sagt Abteilungsleiterin Tina Baumann. Kassel: Für bestimmte innerstädtische Bereiche wie Parkanlagen in Kassel ist eine Anleinpflicht festgelegt worden, wie der Leiter des Forstamts Wolfhagen, Uwe Zindel, sagt. Zudem dürften in der Fuldaaue Hunde nicht ins Wasser und sich auch nicht im direkten Uferbereich aufhalten. Wiesbaden: Im rund 15 000 Hektar großen Gebiet des Forstamts Wiesbaden-Chausseehaus gibt es keinen Leinenzwang oder andere Sonderregelungen. Nach Einschätzung von Forstamtleiter Ralf Bördner gibt es eine relativ große Dunkelziffer von Schäden, die durch freilaufende Hunde verursacht werden. Das betrifft vor allem wildlebende Tiere. (dpa)

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