Auswärtiges Amt prüft Bericht

Deutscher in Nigeria getötet

Abuja - In Nigeria sind nach Polizeiangaben ein Deutscher getötet und ein zweiter verschleppt worden. Außenminister Steinmeier sagte bei einem Besuch in dem afrikanischen Land, Präsident Jonathan habe Hilfe zugesagt.

Unbekannte Bewaffnete haben in Nigeria nach Angaben der Polizei einen Deutschen erschossen und einen zweiten entführt. Ein Sprecher sagte am Montag in Nigeria, die Tat habe sich bereits am Freitag in Sagamu im Bundesstaat Ogun im Südwesten des Landes ereignet. Bei dem Todesopfer handelt es sich nach Informationen des „Wiesbadener Kuriers“ um den Mitarbeiter eines Subunternehmens des deutschen Bauunternehmens Julius Berger. Der Entführte sei Mitarbeiter von Berger, habe das Unternehmen auf Anfrage mitgeteilt.

Zwei weitere einheimische Beschäftigte des Unternehmens sollen während des Überfalls verletzt worden sein. Die Mitarbeiter seien in getrennten Fahrzeugen auf dem Weg zu ihrer Arbeitsstelle gewesen, als der Überfall erfolgte, berichtete die Zeitung weiter.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte am Rande seines Besuches in der nigerianischen Hauptstadt Abuja: „Wir sind natürlich mit dem Unternehmen in Kontakt.“ Nigerias Präsident Goodluck Jonathan habe die Hilfe der nigerianischen Behörden zugesichert, betonte Steinmeier, ohne Details zu nennen.

Nach ersten Erkenntnissen geht die Polizei davon aus, dass die beiden Deutschen in einen Hinterhalt gerieten. Bei den Angreifern handele es sich vermutlich um Kriminelle, die mit Entführungen Lösegelder erpressen wollten. „Die Untersuchung läuft noch, aber wir vermuten, dass der Fahrer des Wagens sich geweigert haben könnte, anzuhalten, als die Bewaffneten ihm dies befahlen.“ Daraufhin hätten sie in den Wagen gefeuert und unglücklicherweise einen der ausländischen Arbeiter getötet. Die Polizei vermutet, dass der andere Deutsche unverletzt verschleppt wurde. Der Sprecher versicherte, dass die Behörden alles in ihrer Macht stehende tun würden, um eine baldige Freilassung des Deutschen zu erreichen.

Mitte Juli war ein deutscher Lehrer im Nordosten Nigerias verschleppt worden. Der Leiter eines örtlichen Berufsbildungszentrums war im dem Ort Gombi im Bundesstaat Adamawa von Bewaffneten vor seinem Haus entführt worden. Wer dafür verantwortlich ist, wurde bisher nicht bekannt. Jedoch operieren Islamisten der Terrorgruppe Boko Haram in der Region. Auch zum Schicksal dieses Mannes wollte sich das Auswärtige Amt am Montag auf Anfrage nicht äußern.

Steinmeier war zusammen mit seinem französischen Kollegen Laurent Fabius zu einem Kurzbesuch in Abjuja. Im Mittelpunkt der Gespräche standen neben der Ebola-Seuche vor allem die Sicherheitslage in der Region. Nigeria wird seit Jahren von Anschlägen und Entführungen der Gruppe Boko Haram erschüttert. Für weltweites Entsetzen sorgte die Entführung von mehr als 200 Schülerinnen durch Boko Haram vor einem halben Jahr. Die Mädchen und jungen Frauen sind noch immer in der Hand der Terroristen. Eine von der Regierung angekündigte Waffenruhe wurde von Boko Haram nicht bestätigt.

dpa

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