Katastrophenalarm im Hunsrück

Unwetterfront bringt Regen und Hagel: Kleinstadt überflutet

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Hagel liegt nach einem Unwetter in Leinen (Kreis Steinfurt, Nordrhein-Westfalen) auf der Straße.

Offenbach/Hannover - Erst Hitze, dann Gewitter: Unwetter haben in Teilen Deutschlands erhebliche Schäden angerichtet. Mancherorts ist es aber auch einfach heiß: Der Temperaturrekord des Jahres wird geknackt.

Katastrophenalarm in einer Kleinstadt im Hunsrück, unterspülte Bahngleise auf der Strecke Wiesbaden-Koblenz, dicke Hagelkörner in Hessen: Unwetter haben in Teilen Deutschlands Unheil angerichtet. Gleichzeitig war der Freitag der heißeste Tag des Jahres.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte die größte Unwettergefahr in einem breiten Streifen von Rheinland-Pfalz bis Mecklenburg-Vorpommern vorhergesagt. Im Osten und Süden sollten die Unwetter erst am Samstag ankommen. Immer sei mit Hagel, Starkregen und Sturmböen zu rechnen, warnten die DWD-Meteorologen.

In der rheinland-pfälzischen Kleinstadt Stromberg wurden etwa 60 Häuser überflutet. Die Behörden lösten den Katastrophenalarm aus. Der Kreis Bad Kreuznach richtete einen Krisenstab ein. Zeitweise habe das Wasser zwei Meter hoch in den Straßen gestanden, sagte Krisenstabs-Sprecher Philipp Köhler. Einsatzkräfte retteten Bewohner mit Booten aus ihren Häusern.

Stromberg versinkt im Schlamm-Chaos - Bilder

Das „Hurricane“-Festival im niedersächsischen Scheeßel musste wegen eines schweren Unwetters unterbrochen werden. In Mittelhessen kamen vier Zentimeter dicke Hagelkörner vom Himmel. Menschen wurden nicht verletzt. Auf der Bahnstrecke Wiesbaden-Koblenz wurden beiderseits des Rheins die Gleise unterspült, Beeinträchtigungen waren die Folge.

Bis zu 34 Grad und mehr

Am Freitag war es noch einmal sehr heiß geworden. In Sachsen-Anhalt stiegen die Temperaturen örtlich auf fast 34 Grad. Die Sachsen konnten mit bis zu 37 Grad rechnen. „Aber die schwüle Luft wird die gefühlten Temperaturen in Richtung 40 Grad bringen“, sagte ein DWD-Sprecher.

Das Hoch „Wolfgang“ hatte Deutschland schon am Donnerstag den bislang heißesten Tag des Jahres beschert. Die höchsten Temperaturen verzeichnete dem DWD zufolge Obersulm bei Heilbronn in Baden-Württemberg mit 35,7 Grad. Mit 40,3 Grad hatten die Meteorologen am 5. Juli und 7. August 2015 im fränkischen Kitzingen die höchste Lufttemperatur in Deutschland seit dem Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen 1881 registriert.

Bis zum Sonntag sollten Gewitter Deutschland überqueren und die Temperaturen auf normales Sommerniveau senken. Kühle Luft vom Atlantik schiebt die Heißluft aus dem Süden weg. Wenn die Gewitter durch sind, werde es rund 10 Grad kühler sein, sagte DWD-Meteorologin Johanna Anger: „Am Sonntag kommt es in weiten Teilen Deutschlands zu einer Wetterberuhigung. Dann ist die heiße Luft endgültig verdrängt. Mit der einfließenden kühleren Luft liegen die Höchstwerte nur noch zwischen 20 und örtlich 26 Grad.“

Wer am Abend draußen Fußball schauen will, sollte eine Jacke einpacken, riet ein Meteorologe. Am Montag, dem Siebenschläfertag, ist es meist wechselnd bewölkt mit etwas Regen. Die Temperaturen liegen zwischen 19 Grad an der Nordsee und 25 Grad im Südwesten und in Brandenburg.

Auch in der Nacht und am Samstag sollte das schlechte Wetter weitergehen. "Es kann durchaus in der Nacht und auch noch in den Tag hinein zu starken Gewitter kommen." Dabei kann es laut DWD örtlich auch Hagel, Sturm- oder Orkanböen geben.

Ungewöhnlich viele Gewitter

Nach Auskunft des Blitzforschers Ullrich Finke hat es seit Mai ungewöhnlich viele Gewitter in Deutschland gegeben. Ob diese Häufung auf den Klimawandel zurückgeht, könne man bisher nicht nachweisen, sagte der Physikprofessor von der Hochschule Hannover am Freitag der dpa. Es gebe aber einige Modelle, die dafür sprechen, dass sich durch die globale Erwärmung die Wetterlagen ändern und damit auch häufiger Gewitter in Mitteleuropa auftreten. In der Nacht zum Freitag gab es in Teilen Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens heftige Unwetter.

dpa

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