„Es tut mir leid“

Direns Todesschütze zeigt nach Schuldspruch Reue

+
Kerzen, ein Herz aus Rosen und ein Pappschild mit dem Schriftzug "We Are Diren" haben Angehörige und Freunde des in den USA erschossenen Gastschülers Diren aus Hamburg am 2. Mai nach einem Trauermarsch vor dem US-Generalkonsulat in Hamburg abgelegt.

Missoula - Der Todesschütze des deutschen Austauschschülers Diren in den USA hat einen Tag nach seinem Schuldspruch erstmals Reue gezeigt.

er Todesschütze des Hamburger Austauschschülers Diren in den USA hat einen Tag nach seinem Schuldspruch erstmals Reue gezeigt. „Ich hatte niemals die Absicht, jemanden zu töten“, sagte Markus K. bei einer Anhörung zur Festsetzung des Strafmaßes am Donnerstag in Missoula (Montana) „Es tut mir leid.“

Auch die Eltern des Toten äußerten sich. „Amerika war ein Traum für ihn“, sagte der Vater über seinen Sohn. Der Tod habe sein Leben und das seiner Familie für immer zerstört. „Unsere einzige Hoffnung ist jetzt, dass der Täter für viele Jahre ins Gefängnis muss, um über seine Tat nachzudenken.“

Die Mutter brach bei ihren Äußerungen, die ebenfalls aus dem Türkischen ins Deutsche übersetzt wurden, in Tränen aus. „Ich konnte nur noch seinen kalten Körper küssen“, schluchzte sie. Als die Eltern am Donnerstag den Gerichtssaal betraten, applaudierte das Publikum - auch viele ehemalige Mitschülers Direns waren gekommen.

Markus K. war am Mittwoch wegen vorsätzlicher Tötung schuldig gesprochen worden. Er habe Diren im April erschossen, als dieser nachts in seine Garage eingedrungen war. Das Strafmaß soll am 11. Februar verkündet werden. Die Mindeststrafe beträgt zehn, die Höchststrafe 100 Jahre.

Die Schwestern Direns sind erleichtert über das Urteil. „Es ist eine Riesenerleichterung“, sagten die Geschwister Basak und Esra dem „Hamburger Abendblatt“ (Donnerstag). Diren kam aus Hamburg-Altona, wo sein Vater als Taxifahrer arbeitet.

Nach dem Urteil am Mittwoch war im Gerichtssaal Jubel ausgebrochen, die Mutter des Toten weinte. „Jeder muss seine Strafe bekommen, die er verdient“, sagte der Vater des Toten unmittelbar nach dem Urteil. Die Eltern waren bei dem gesamten, gut zweiwöchigen Prozess in der Rocky-Mountain-Stadt Missoula dabei.

Die zwölf Geschworenen folgten der Staatsanwaltschaft, die dem Angeklagten vorwarf, Diren in eine Falle gelockt und kaltblütig hingerichtet zu haben. Dagegen hatte die Verteidigung auf Notwehr plädiert. K. habe nach zwei vorherigen Einbrüchen Angst gehabt. Der Fall machte in Deutschland Schlagzeilen, in den USA fand er landesweit kaum Beachtung.

dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.