Brite mit Ebola-Verdacht verstorben

Ebola: Neue Verdachtsfälle, Angst vor Ausbreitung

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Eine Impfung mit dem Ebola-Impfstoff "cAd3-EBO-Z": Auch in Afrika haben jetzt entsprechende Tests begonnen.

Madrid/Leipzig - Für die spanische Ebola Patientin gibt es Hoffnung, der Zustand des Leipziger Patienten ist "kritisch, aber stabil". In Frankreich gibt es möglicherweise neue Infektionsfälle. 

Ein möglicherweise an Ebola erkrankter Brite ist am Donnerstag in einem Krankenhaus in Mazedonien verstorben. Ob der Mann tatsächlich infiziert war, stehe zwar noch nicht fest, seine Symptome deuteten aber darauf hin, teilte das mazedonische Gesundheitsministerium am Abend mit. Die Proben würden von einem Labor in Deutschland untersucht, Ergebnisse werden innerhalb von 48 Stunden erwartet. 

Der Brite war laut einer Ministeriumssprecherin auf Geschäftsreise in dem Balkanstaat. Angestellte seines Hotels in der Hauptstadt Skopje riefen am Donnerstagnachmittag die Rettungsdienste, da der Mann sehr geschwächt war, über Bauchschmerzen klagte, die Nahrungsaufnahme verweigerte und sich übergab. Er wurde dann in ein auf Infektionserkrankungen spezialisiertes Krankenhaus eingeliefert, wo auch innere Blutungen festgestellt wurden. Der Patient verstarb kurz danach. Wo und wie sich der Brite möglicherweise mit diesem Virus infiziert haben könnte, ist noch unklar. 

Ebola-Impfstoff wird erstmals an Menschen getestet

Neben der klinischen Erprobung eines Ebola-Impfstoffs in den USA und Großbritannien haben auch in Afrika entsprechende Tests begonnen. Drei Mitarbeiter des Gesundheitswesens von Mali waren die ersten Afrikaner, denen das in Amerika entwickelten Serum verabreicht wurde. Zwei weitere sollten es am Freitag erhalten. Vorläufige Erkenntnisse zur Wirkung und Sicherheit des Mittels könnten Ende November vorliegen. Insgesamt hätten sich in Mali 40 Freiwillige zur Verfügung gestellt. Auch in dem westafrikanischen Kleinstaat Gambia seien Testreihen geplant.

Der Impfstoff wurde vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) in Bethesda (US-Bundesstaat Maryland) entwickelt. Unter den ersten Testpersonen in Mali - die Namen werden nicht veröffentlicht - ist ein 37-jähriger Kinderarzt. Er hoffe, mit der Impfung Immunität zu erlangen, so dass er Patienten helfen könne, sollte Ebola sein Land erreichen, sagte der Arzt der dpa.

Hoffnung für spanische Ebola-Patientin

Der Zustand der 44-jährigen Patientin sei am Freitag nach der gravierenden Verschlechterung vom Vortag stabil, hieß es. Auf Wunsch der Patientin wollen die Ärzte der Madrider Carlos-III-Klinik allerdings offiziell keine Informationen geben.

Bei ihrer Behandlung wurde erstmals das Medikament „ZMapp“ eingesetzt. Eine Lieferung des experimentellen Mittels, dessen Vorräte als weitgehend erschöpft galten, sei aus Belgien gekommen, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE unter Berufung auf Krankenhaussprecher. 

Möglicher Ebola-Verdacht in Paris

In Frankreich wird nach einem Medienbericht ein "wahrscheinlicher" Ebola-Fall geprüft. Eine Frau sei in der Klinik Bichat in Paris unter Quarantäne gestellt worden, nachdem sie "mit dem Virus in Afrika infiziert" worden sein könnte, meldete der Sender Europe 1 am Freitag. Das Gesundheitsministerium hob hervor, dass es noch keinen gesicherten Ebola-Fall in Frankreich gebe - mit Ausnahme einer aus Afrika eigens eingeflogenen Krankenschwester, die dann geheilt wurde. Nähere Einzelheiten zu der Patientin in Bichat wurden zunächst nicht bekannt. Die Testergebnisse sollten am Freitagabend vorliegen.

Reinigungskräfte am New Yorker Flughafen streiken

Aus Angst vor Ebola haben Reinigungskräfte am New Yorker Flughafen La Guardia die Arbeit niedergelegt. Etwa 200 Mitarbeiter hätten sich geweigert, Flugzeuge sauberzumachen und das mit einer angeblichen Ansteckungsgefahr begründet, bestätigte ein Mitarbeiter der Firma Air-Serv am Donnerstag (Ortszeit). „Grundsätzlich kann man ja Sorgen verstehen“, sagte er. „Aber nicht nur, dass wir alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen haben. Mediziner bestätigen auch, dass man sich auf diese Weise nicht anstecken kann.“ Die Flugzeuge hätten von anderen Mitarbeitern gereinigt werden können. In LaGuardia kommen keine Flugzeuge aus Afrika an, es ist vor allem ein Inlandsflughafen.

Kein Handlungsbedarf am Frankfurter Flughafen

Passagiere am Frankfurter Flughafen müssen sich wegen Ebola vorerst nicht auf stärkere Sicherheitsmaßnahmen einstellen. Nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO gebe es keinen Handlungsbedarf, sagte Udo Götsch vom Frankfurter Gesundheitsamt am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. In Frankfurt kämen keine Direktflüge aus Ebola-Gebieten wie Liberia oder Sierra Leone an.

Madrid: 14 Menschen unter Quarantäne

In der spanischen Hauptstadt Madrid sind sieben weitere Menschen unter Quarantäne gestellt worden, so dass sich deren Zahl in der Nacht zum Freitag auf 14 erhöht hat. Die neuesten Vorsorge-Maßnahmen stehen alle im Zusammenhang mit dem Fall der 44-jährigen Krankenpflegerin Teresa Romero. Bevor bei Romero die Ebola-Erkrankung festgestellt wurde, hatte sie mehrere Tage lang Kontakt zu anderen Menschen ohne sonderliche Schutzmaßnahmen.

dpa

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