Kritik an G20-Staaten

Ebola: Kanada beginnt mit Impfstoff-Test

Ebola
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Menschen in Schutzanzügen stehen in Brisbane und protestieren mit einer Uhr und einem Schild gegen die Untätigkeit der G20-Staaten im Kampf gegen Ebola.

Vancouver - In Kanada soll nun ein erster Impfstoff gegen Ebola getestet werden. Die G20-Staaten wollen "alles Notwendige" im Kampf gegen die Seuche unternehmen - und handeln sich dafür heftige Kritik ein.

Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie beginnt Kanada mit ersten Tests eines Impfstoffes. Dieser werde an einer Gruppe von Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren getestet, kündigte die kanadische Gesundheitsministerin Rona Ambrose am Freitag an. Geprüft werden demnach die Sicherheit des Impfstoffes, die notwendige Dosis sowie mögliche Nebenwirkungen. Die Forscher erhoffen sich auch Erkenntnisse darüber, ob niedrigere Dosierungen des Impfstoffes VSV-EBOV bereits eine Immunisierung hervorrufen.

Auch in den USA werden bereits Tests von Impfstoffen gegen die Seuche vorgenommen. 800 Impfdosen wurden überdies in die Schweiz geschickt, wo sie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) getestet werden sollen. Die UN-Behörde hat bereits zwei experimentelle Impfstoffe als vielversprechend eingestuft, nachdem diese positive Effekte bei Tests an Affen erzielten. Dazu zählt der kanadische Impfstoff VSV-EBOV sowie ein weiterer des britischen Pharmakonzerns GlaxoSmithKline.

Bislang gibt es keine zugelassenen Impfstoffe oder Medikamente gegen das hochansteckende Ebola-Virus. In Westafrika sind bereits mehr als 5100 Menschen an der Krankheit gestorben. Die WHO hofft aber, Anfang 2015 mit Impfungen in den besonders betroffenen afrikanischen Ländern beginnen zu können.

G20-Staaten wollen „alles Notwendige“ im Kampf gegen Ebola tun

Die führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) wollen unterdessen den Kampf gegen die Ebola-Seuche verstärken. In einer Erklärung auf dem Gipfel im australischen Brisbane blieben sie am Samstag allerdings unverbindlich und unkonkret: „Die G20-Mitglieder sind entschlossen, alles Notwendige zu tun, um sicherzustellen, dass die internationalen Bemühungen den Ausbruch beenden können.“ Auch wollten sie bei der Bewältigung der mittelfristigen wirtschaftlichen und humanitären Kosten helfen.

Die Verteilung von Geldmitteln und anderer Hilfe solle beschleunigt werden. Regierungen, die bisher nicht geholfen haben, sollten sich den Bemühungen anzuschließen.

Die Wissenschaft und Pharmaunternehmen wurden zu größeren Anstrengungen aufgefordert, wirksame und bezahlbare diagnostische Hilfsmittel, Impfstoffe und Behandlungsmethoden zu entwickeln.

Konkrete neue Hilfszusagen waren in der G20-Erklärung allerdings nicht enthalten.

Scharfe Kritik an "schwacher" Reaktion der G20-Staaten auf Ebola

Hilfsorganisationen haben deshalb mit scharfer Kritik auf die „schwache“ Antwort der G20-Staaten auf die Ebola-Seuche in Westafrika reagiert. Die Aktivisten äußerten sich am Samstag im australischen Brisbane „enttäuscht“, da konkrete Zusagen fehlten.

„Die Antwort bleibt unzureichend“, sagte Friederike Röder von ONE. „Wir hätten erwartet, dass sich die G20 mit konkreten Aktionen engagieren. Das ist nicht der Fall.“

„Es besteht die echte Gefahr, dass der erklärte gute Wille und die Besorgnis der G20 am Ende nur leere Worte sind, die für jene wenig tun, die in Sierra Leone, Liberia und Guinea um ihr Leben bangen“, sagte Helen Szoke von Oxfam, die die Erklärung „sehr allgemein“ fand. „Wo ist der Aktionsplan, dass so etwas nie wieder passiert?“

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte zuvor zu einer Mobilmachung gegen Ebola aufgerufen. „Wir müssen massive Hilfe mobilisieren“, sagte Ban auf dem Gipfel. Es gehe um Finanzmittel, Logistik und die Behandlung der Patienten. Der Ausbruch müsse gestoppt werden. Am Ende müsse sichergestellt werden, dass sich so ein Ausbruch nicht wiederholen könne, sagte Ban. Dafür sind laut Hilfsorganisationen aber Investitionen in Gesundheitssysteme armer Länder notwendig.

AFP

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