Umgang mit Helfern kritisiert

Ebola: Quarantäne-Regeln in New York gelockert

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New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo (l.) und Bürgermeister Bill de Blasio (R) verkünden auf einer Pressekonferenz, dass die Quarantäne-Regeln in New York gelockert werden.

New York - Nach heftiger Kritik hat der US-Bundesstaat New York die Regeln für den Umgang mit Rückkehrern aus Ebola-Gebieten wieder gelockert.

Westafrika-Rückkehrer werden nicht mehr generell für drei Wochen unter Quarantäne gestellt, wie New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo am Sonntagabend erklärte. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, kritisierte derweil die internationale Hilfe für die von der Epidemie betroffenen Länder als nicht ausreichend.

Heimkehrer aus Westafrika, die Kontakt mit Ebola-Kranken hatten, jedoch keine Symptome zeigen, dürfen die Quarantäne nach den von Cuomo verkündeten Regeln zu Hause statt im Krankenhaus ableisten. Wer keinen Kontakt zu Ebola-Patienten hatte, muss nicht in Quarantäne. Die Heimkehrer stehen aber 21 Tage lang unter Beobachtung und müssen regelmäßig ihre Körpertemperatur messen. Drei Wochen dauert es maximal, bis nach einer Ansteckung mit dem Virus Symptome auftreten.

Zuvor hatte die US-Regierung einem Bericht der "New York Times" zufolge die Staaten New York und New Jersey aufgefordert, ihre gerade erst eingeführten strengen Quarantäne-Regeln zu lockern. Die Regierung befürchtete, Freiwillige könnten künftig vom Einsatz in Westafrika abgeschreckt werden.

US-Krankenschwester wird aus Zwangsquarantäne entlassen

Eine US-Krankenschwester hatte sich am Wochenende bitter über ihre Behandlung durch die Behörden bei ihrer Einreise und die Pflicht-Quarantäne beschwert und diese als "unmenschlich" kritisiert. Sie sei wie eine "Kriminelle" ausgefragt und isoliert außerhalb eines Hauptkrankenhauses untergebracht worden, erklärte Kaci Hickox. Die Krankenschwester wird nun aus der Zwangsquarantäne entlassen. Die Frau dürfe nach Hause zurückkehren, nachdem alle Tests negativ gewesen seien und sie in den letzten 24 Stunden keine Symptome der tödlichen Krankheit gezeigt habe, hieß es am Montag aus dem Büro des Gouverneurs von New Jersey, Chris Christie. „Nach Gesprächen hat sie zugestimmt, in den Bundesstaat Maine zu fahren und sie macht das privat, nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln.“ In Maine werde sie weiter ständig untersucht. Ursprünglich sollte die Frau drei Wochen in Zwangsquarantäne verbringen.

US-Botschafterin Power kritisierte das Ausmaße der internationalen Hilfe für die von Ebola betroffenen westafrikanischen Länder als zu niedrig. Die internationale Mobilisierung gegen die Epidemie müsse ein "vollkommen anderes Ausmaß annehmen", mahnte Power am Sonntag. Viele Länder begrüßten das Engagement der USA, Großbritanniens und anderer Länder im Kampf gegen Ebola, würden zugleich aber ihrer eigenen Verantwortung nicht gerecht, kritisierte sie.

Australien verweigert Einwohnern aus Ebola-Ländern die Einreise

Australien stoppte am Montag die Emigration aus den von Ebola betroffenen Staaten. Antragstellern aus den westafrikanischen Ebola-Gebieten würden keine Einreisevisa mehr ausgestellt, sagte Einwanderungsminister Scott Morrison vor dem Parlament. Die Behörden gaben unterdessen Entwarnung nach einem Ebola-Verdachtsfall bei einer aus Guinea eingewanderten 18-Jährigen in Brisbane. Drei aus Guinea, Liberia und Sierra Leone eingereiste Familien standen weiter in ihren Wohnungen unter Quarantäne.

Belgien stellt Abschiebungen in Ebola-Gebiete in Westafrika ein

Belgien stellte Abschiebungen in die von der Ebola-Epidemie betroffenen Länder in Westafrika ein, um das Begleitpersonal der Polizei nicht in Gefahr zu bringen. Solche Flüge seien schon seit Mitte August nach Liberia, Sierra Leone und Guinea ausgesetzt, um eine Ansteckung mitreisender Polizeibeamter mit dem Virus zu vermeiden, sagte eine Sprecherin der belgischen Bundespolizei. "Wir möchten sie nicht dem Risiko aussetzen, im Land zu reisen oder stundenlang am Flughafen zu warten."

Ebola: Darum ist die Krankheit so gefährlich

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In Spanien wurden derweil alle Menschen, die nach Kontakt mit einer an Ebola erkrankten Krankenschwester unter Quarantäne gestellt worden waren, aus dem Krankenhaus entlassen. Zehn Betroffene konnten am Montag nach Ablauf der 21-tägigen Inkubationszeit nach Hause gehen. "Es war hart, aber es ist vorbei", sagte der Notfallmediziner Juan Manuel Parra, der die später erkrankte Krankenschwester Teresa Romero ohne besondere Schutzvorkehrungen behandelt hatte. "Und jetzt werde ich meine Familie begrüßen, meine Freunde umarmen und spazieren gehen."

AFP

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