WHO: 100-Millionen-Programm

Ebola-Angst greift auf USA über

Ebola
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Ein Liberianer benutzt einen Taschenrechner. Aufgrund der Ebola-Epidemie im Land schützt er sich mit einem Handschuh.

New York - Die WHO will die Ebola-Epidemie mit einem 100-Millionen-Programm unter Kontrolle bringen. Die USA geben derweil eine Reisewarnung heraus und holen zwei erkrankte Bürger heim.

Nach dem Ausbruch der Ebola-Epidemie in Afrika hat die Sorge vor der tödlichen Krankheit auch auf die USA übergegriffen. Nachdem zwei erkrankte Amerikaner in die Heimat geholt werden sollen, regt sich in sozialen Netzwerken die Angst, auf diese Weise Ebola in die USA einzuschleppen. Mediziner versichern hingegen, dass die beiden Kranken komplett isoliert seien.

Die USA hatten zuvor eine Reisewarnung für drei afrikanische Staaten ausgegeben. Sie gilt für Guinea, Liberia und Sierra Leone. Am Freitag war ein Charterflugzeug nach Liberia aufgebrochen, um zwei kranke Amerikaner nach Hause zu holen. Der Arzt und die Schwester seien in einem ernsten, aber stabilen Zustand. Sie werden zunächst nach Atlanta geflogen.

„So sehr ich die Arbeit der (Hilfsorganisation) Samaritan's Purse respektiere, möchte ich niemanden mit Ebola nahe der USA haben“, twitterte eine besorgte Frau.

Ein anderer schrieb: „Atlanta ist nur sechs Stunden entfernt und ich kenne mindestens zwei Leute da. Wie viele Schranken der Isolierung sind zwischen uns und Ebola?“

Andere Twitter-Nutzer verwiesen allerdings darauf, dass die Kranken unter strengster Quarantäne betreut würden. Und dass beim internationalen Luftverkehr ohnehin nicht ausgeschlossen werden könne, dass ein Kranker auch in die USA kommen könnte.

100-Millionen-Programm im Kampf gegen Ebola

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verstärkt mit einem 100-Millionen-Dollar-Programm den Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika. Der Aktionsplan soll am Freitag auf einem Krisengipfel in Conakry, der Hauptstadt Guineas, gestartet werden, wie die WHO in Genf mitteilte. Damit soll unter anderem deutlich mehr medizinisches Personal eingesetzt werden können.

In Conakry wollen Präsidenten westafrikanischer Staaten mit WHO-Generaldirektorin Margaret Chan konkrete Schritte zur Intensivierung des Kampfes gegen die Seuche erörtern. Chan sagte dazu: „Das Ausmaß des Ebola-Ausbruchs und die davon ausgehende Gefahr machen es notwendig, dass die WHO sowie Guinea, Liberia und Sierra Leone die Gegenmaßnahmen erheblich verstärken.“ Am dringendsten sei der Einsatz weiterer Ärzte und Krankenschwestern, Seuchenexperten, Logistiker sowie Sozialarbeiter.

Der Aktionsplan sieht auch stärkere Maßnahmen zur Aufklärung vor. „Die Lage ist außer Kontrolle“, sagte Mariano Lugli, Koordinator von Ärzte ohne Grenzen, in Genf. Das Virus sei nicht zu stoppen, lokale Gesundheitsbehörden seien überfordert.

Ebola-Epidemie: Sierra Leone erklärt den nationalen Notstand

Angesichts der fortschreitenden Ausbreitung des Ebola-Viruserklärte auch Sierra Leone den nationalen Notstand. Präsident Ernest Bai Koroma will die Seuche mit einem Maßnahmenpaket in den Griff bekommen. So sollen ganze Gebiete im Osten des Landes unter Quarantäne gestellt werden.

Das Nachbarland Liberia hatte bereits am vergangenen Wochenende den Notstand ausgerufen und seine Grenzen geschlossen. Ausnahmen sind lediglich zwei Flughäfen und drei andere Grenzpunkte, an denen aber Zentren eingerichtet wurden, um Ein- und Ausreisende auf eine mögliche Erkrankung zu prüfen. Am Mittwoch hatte Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf die Schließung aller Schulen des Landes angeordnet. Auch sollen die Märkte in Grenzregionen geschlossen werden. Freitag wurde offiziell zum Ferientag erklärt, um alle öffentlichen Gebäude desinfizieren zu können.

Zwei Menschen mit Verdacht auf Ebola in Nigeria

Zwei möglicherweise mit dem Ebola-Virus infizierte Menschen sind einem Medienbericht nach in Nigeria auf einer Krankenstation isoliert worden. 69 weitere seien unter Beobachtung gestellt, berichtete die nigerianische Zeitung „Punch“ am Freitag. Sie sollen Kontakt zu einem Berater der liberianischen Regierung gehabt haben, der diese Woche in einem Krankenhaus in Lagos an Ebola gestorben war. Der 40-Jährige war mit einem Flugzeug in die Zehn-Millionen-Metropole gereist und dort am Flughafen zusammengebrochen. Die nigerianische Luftaufsichtsbehörde hatte der Airline ASky daraufhin untersagt, Ziele in dem Land anzusteuern. ASky habe die Gesundheit der Passagiere vor dem Abflug nicht ausreichend überprüft.

Auswärtiges Amt rät von Reisen in betroffene Gebiete ab

Auch das Auswärtige Amt rät von nicht notwendigen Reisen nach Liberia, Sierra Guinea und Guinea ab. Trotz internationaler Bemühungen sei ein Ende der Epidemie nicht absehbar, heißt es in den aktualisierten Reise- und Sicherheitshinweisen des Ministeriums im Internet. Die medizinische Versorgung in den betroffenen Staaten sei defizitär. Eine Ausbreitung der Infektionskrankheit in Nachbarländer sei nicht auszuschließen.

dpa

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