Kranker in Quarantäne

Ebola-Verdachtsfall in spanischer Hafenstadt

Alicante - Ein Nigerianer ist in Spanien mit Verdacht auf eine mögliche Ebola-Infektion in die Quarantäne-Station eines Krankenhauses in Alicante gebracht worden.

Wegen der Ebola-Epidemie schließt Kenia ab Mittwoch seine Grenzen für Reisende aus den am schlimmsten betroffenen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea. Das teilte die kenianische Regierung am Samstag mit. Ebenfalls ab Mittwoch wird es keine Flüge von Kenya Airways in die Hauptstädte Liberias und Sierra Leones, Monrovia und Freetown, geben. Aus Spanien wurde unterdessen ein neuer Ebola-Verdachtsfall gemeldet.

Der kenianische Gesundheitsminister James Macharia begründete die Maßnahmen, die ab Dienstag um Mitternacht (Ortszeit) in Kraft treten, mit der "Sorge um die Volksgesundheit". Unterdessen bestätigte der staatliche Gesundheitsdienst, dass in Kenia noch kein Ebola-Fall aufgetreten sei. Vier Verdachtsfälle seien alle negativ getestet worden.

Die spanischen Gesundheitsbehörden meldeten am Samstagabend, ein mutmaßlich mit dem Ebola-Virus infizierter Patient sei in ein auf Tropenkrankheiten spezialisiertes Krankenhaus der Hafenstadt Alicante eingeliefert worden. Sein Zustand sei stabil. Es wäre der erste mögliche Ebola-Fall in Spanien, seit der Anfang August aus Liberia ausgeflogene spanische Missionar Miguel Pajares in einer Madrider Klinik starb.

Der nigerianische Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu teilte mit, zwölf Patienten seien positiv auf Ebola getestet worden. Vier von ihnen seien gestorben. 189 Kranke befänden sich in Lagos unter Überwachung, weitere sechs in der Stadt Enugu im Südosten des Landes. Fünf Patienten seien so gut wie geheilt. Allerdings habe die Ethikkommission des Landes die Verabreichung eines nicht erprobten Medikaments gegen Ebola untersagt.

Nigeria, das bevölkerungsreichste Land Afrikas, hat nach eigenen Angaben 800 Freiwillige zur Bekämpfung der Seuche ausgebildet. Sie sollen in 57 Distrikten eingesetzt werden, um mögliche Ebola-Verdachtsfälle aufzuspüren und die Bevölkerung für den Umgang mit der Krankheit zu sensibilisieren.

Das Ebola-Virus tauchte zunächst zu Jahresbeginn in Guinea, im Grenzgebiet zwischen Sierra Leone und Liberia, auf. Es verbreitete sich rasch in den beiden Nachbarstaaten und erreichte schließlich Nigeria. Zu Guineas Hauptstadt Conakry unterhält Kenias nationale Fluggesellschaft keine Verbindung. Nigeria und Ghana will Kenya Airways zunächst weiter anfliegen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte die Seuche vor einer Woche zum internationalen Gesundheitsnotfall und stimmte dem Einsatz bislang unerprobter Medikamente in den am schlimmsten betroffenen Staaten zu. Laut WHO starben bislang 1145 Menschen an Ebola: 380 in Guinea, 413 in Liberia, 348 in Sierra Leone und vier in Nigeria.

Ein Verdachtsfall in einem Flüchtlingsheim im schottischen Glasgow erhärtete sich nicht, wie die Behörden am Samstag mitteilten. Für einen weiteren Verdachtsfall am Flughafen in Frankfurt am Main gab es bereits am Freitag Entwarnung.

AFP

Rubriklistenbild: © AFP

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