US-Krankenschwester wollen streiken

Ebola: Koordinierungsstelle in Deutschland?

Berlin - Im Kampf gegen Ebola hat sich ein deutscher Tropenmediziner für eine Koordinierungsstelle in Deutschland ausgesprochen. US-Krankenschwestern wollen derweil für besseren Ebola-Schutz streiken.

Ein führender deutscher Tropenmediziner hat sich im Kampf gegen Ebola für eine zentrale Koordinierungsstelle in Deutschland ausgesprochen. „Infektionen machen nicht an den Grenzen der Bundesländer Halt“, sagte der Sprecher des Ständigen Arbeitskreises der Kompetenz- und Behandlungszentren, August Stich, der „Berliner Zeitung“ (Freitag). Der Infektionsschutz sei zwar Ländersache, eine bessere übergeordnete staatliche Vernetzung sei aber „sehr wünschenswert“.

Der Würzburger Tropenmediziner und Ebola-Experte forderte zudem mehr Personal für die aufwendige Betreuung der Infizierten. „Wir werden Schwierigkeiten bekommen, wenn Hunderte deutsche Helfer aus dem Ebola-Gebiet zurückkehren“, sagte Stich. Es werde viele Verdachtsfälle geben, nicht etwa, weil sich alle im Einsatz ansteckten, sondern weil einfach jeder mit erhöhter Temperatur oder anderen Symptomen sicherheitshalber überprüft werden müsse. Momentan seien an den sieben deutschen Standorten mit Sonderisolierstationen nicht genügend Ärzte, Pfleger und Schwestern vorhanden, die für die Arbeit auf der höchsten Sicherheitsstufe ausgebildet seien.

US-Krankenschwester beendet Ebola-Quarantäne auf eigene Faust

Eine aus Westafrika zurückgekehrte US-Krankenschwester hat sich entgegen behördlicher Ebola-Quarantäneauflagen aus ihrem Haus entfernt. Damit erregte sie in den USA viel Aufsehen. Die 33-jährige Kaci Hickox unternahm am Donnerstag eine Fahrradtour, obwohl sie sich nach einer Anweisung der Behörden noch in einer 21 Tage langen Quarantäne-Zeit befindet. „Ich will niemanden in Gefahr bringen. Aber ich bin kerngesund“, sagte Hickox gegenüber Reportern vor ihrem Haus in Fort Kent (Maine), wie die „USA Today“ berichtete.

Hickox war am vergangenen Freitag nach einem Hilfseinsatz bei Ebola-Patienten in Sierra Leone auf dem Flughafen in Newark (New Jersey) gelandet. Nach den neuen Maßnahmen zur Verhinderung einer möglichen Verbreitung des Virus sollte sie für eine dreiwöchige Zwangsquarantäne in einem Isolationszelt festgehalten werden.

Nachdem sich die Frau über die Zustände in dem Zelt beschwert hatte, ließ der Staat New Jersey sie am Montag gehen. Den Rest der Quarantänezeit sollte sie nach Absprachen mit den Behörden zu Hause verbringen. Sie hatte keine für das Ebola-Virus typischen Symptome gezeigt, mehrere Bluttests lieferten negative Ergebnisse.

US-Krankenschwestern wollen streiken

In den USA wollen Krankenschwestern mit einem Aktionstag einen besseren Schutz vor Ebola erwirken. Die Gewerkschaft National Nurses United (NNU) rief ihre Mitglieder in mehreren Bundesstaaten für den 12. November unter anderem zu Arbeitsniederlegungen auf. Ziel sei es, höhere Sicherheitsstandards zu etablieren, teilte der Verband am Donnerstag (Ortszeit) mit. Die Gewerkschaft ist nach eigenen Angaben die größte ihrer Art in den Vereinigten Staaten. Ihr gehören demnach mehr als 180 000 Mitglieder an. Zwei Krankenschwestern hatten sich zuletzt in einer Klinik im US-Bundesstaat Texas bei einem Ebola-Patienten angesteckt.

China verstärkt seine Hilfe für Ebola-Länder

China hat seine Hilfen zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika verstärkt. Es seien insgesamt 750 Millionen Yuan, umgerechnet 97 Millionen Euro, bereitgestellt worden, teilte der Generaldirektor im Außenministerium in Peking, Lin Songtian, am Freitag mit. Die Zahl der medizinischen Helfer aus China in der Region werde von 200 auf 700 aufgestockt. In Liberia baue China innerhalb eines Monats ein Behandlungszentrum auf. China schicke auch 60 Krankenwagen, 100 Motorräder, 10 000 Gesundheitskästen, Schutzkleidung, Krankenhausbetten und Kleintransporter in die Region. Die Weltgesundheitsorganisation hat in den am stärksten betroffenen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea fast 14 000 Infektionen registriert - und etwa 5000 Tote. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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