1.000.000.000 Menschen müssen Hunger leiden

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Jedes Jahr sterben drei Millionen Kinder unter fünf Jahren an Unterernährung.

Genf - Weltweit hungert eine Milliarde Menschen. Drei Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben jährlich an Unterernährung. Und steigende Preise für Grundnahrungsmittel aufgrund von Spekulationen treffen meist die Ärmsten der Armen.

Rund eine Milliarde Menschen auf der Welt hungert. Das stellt die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond- Gesellschaften (IFRC) in ihrem am Donnerstag in Genf veröffentlichten Weltkatastrophenbericht 2011 fest. Angesichts weltweit steigender Preise fordert die Organisation, der Spekulation mit Nahrungsmitteln Einhalt zu gebieten. Durch die Preisentwicklung seien vor allem wieder die Ärmsten der Armen bedroht. Dazu trügen spekulativer Rohstoffhandel, starkes Bevölkerungswachstum, Klimawandel und der deutliche Rückgang einheimischer Agrarproduktionen bei.

Die Hilfsorganisationen stellen fest, dass jedes Jahr drei Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag an Unterernährung sterben. 90 Prozent der durch Unterernährung ausgelösten Todesfälle, seien die Folge von chronischem Hunger und nicht von Hungersnöten. Für jedes Kind, das an Unterernährung stirbt, stehen viele andere, die ihr Leben lang unter den Folgen der Mangelernährung leiden werden. Der Hunger in früher Kindheit führe zu körperlichen und geistigen Entwicklungsdefiziten und verringere damit die Produktivität im Erwachsenenalter. Gesellschaften in denen Hunger herrsche seien wenig produktiver und schlechter auf Katastrophen und Krisen vorbereitet, stellt der Bericht fest.

“Die Nahrungsmittelpreise kommen den alarmierenden Höhen der Krise von 2008 wieder näher, wobei die Ärmsten der Armen am stärksten betroffen sind“, wird IFRC-Generalsekretär Bekele Geleta zitiert. Es müsse unbedingt wieder in die landwirtschaftliche Nahrungsmittelproduktion investiert und die Spekulation gestoppt werden. “Es ist nicht hinnehmbar, dass ein Händler in London oder New York entscheidet, ob ein Vater in einem Land wie Indien es sich leisten kann, seine Kinder zu ernähren“, sagte Geleta.

Derzeit gebe es wieder eine neue Runde inflationärer Preisentwicklungen bei Grundnahrungsmitteln wie Reis, Mais, Weizen, Öl, Zucker und Salz. So sei der Preis für Mais nach Angaben der kenianischen Behörden in dem ostafrikanischen Land binnen eines Jahres um 160 Prozent gestiegen; der für Zucker allein zwischen Juni und August dieses Jahres um fast 20 Prozent.

Dies treibe die Armen, etwa auch am Horn von Afrika, immer weiter in die Armut, warnte die Organisation. Folge könnten wieder Unruhen sein, wie etwa 2010 in Mosambik, als 13 Menschen getötet wurden.

dpa

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