Verdacht auf sexuellen Missbrauch

Entführter Zwölfjähriger: Gibt es weitere Fälle?

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In dieser Düsseldorfer Wohnung war der Zwölfjährige festgehalten worden.

Düsseldorf - Ein Mann in Düsseldorf soll einen Schweizer Jungen (12) über das Internet zu sich gelockt, in seiner Wohnung festgehalten und sexuell missbraucht haben. Jetzt gibt es einen schrecklichen Verdacht.

Nach dem mutmaßlichen sexuellen Missbrauch an einem Schweizer Jungen prüft die Polizei, ob es noch mehr Opfer gibt. Nachbarn hätten Hinweise gegeben, die aber noch bewertet werden müssten, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. So sollen weitere Kinder oder Jugendliche an der Wohnung des Verdächtigen in Düsseldorf gesehen worden sein. Die Nachbarschaft werde dazu befragt.

In der Wohnung des 35-Jährigen, aus der Spezialeinsatzkräfte den vermissten Jungen in der Nacht zum Sonntag holten, war auch Kinderpornografie entdeckt worden. „Wir müssen nun Unmengen von Daten und Beweismaterial auswerten“, berichtete der Polizeisprecher. Die Ermittlungskommission „Oranienburger“ sei deswegen personell verstärkt worden.

Der Verdächtige, ein gelernter Koch, sei wegen kleinerer Betrugsdelikte vorbestraft, nicht aber wegen Sexualstraftaten oder Missbrauchs. Gegenüber den Ermittlern habe er zu den Vorwürfen geschwiegen. Medienberichte, wonach er seine Dienste als Babysitter und Hausaufgabenhilfe angeboten hatte, bestätigte die Polizei nicht.

Noch in dieser Woche soll die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft die Ermittlungsakten der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft erhalten. Derzeit würden die Protokolle zur Durchsuchung und Festnahme des Mannes gesichtet, teilte Oberstaatsanwalt Alexander Badle am Dienstag in Frankfurt mit. Die Generalstaatsanwaltschaft in der Main-Metropole ist zuständig für Rechtshilfeersuchen im Bereich Computerkriminalität.

Die Schweizer Polizei hatte das Bundeskriminalamt um Hilfe gebeten, als sich die Hinweise verdichteten, dass der 35-Jährige mit dem Verschwinden des Jungen zu tun haben könnte.

Gegen den Mann wird wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs und Freiheitsberaubung ermittelt. Der Junge war bis zu acht Tage in der Gewalt des Mannes, ist ihm aber möglicherweise zunächst freiwillig gefolgt. Der Mann sitzt seit Montag in Untersuchungshaft. Er soll über das Internet-Computerspiel Minecraft unter einem Pseudonym Kontakt zu dem Jungen aufgenommen haben.

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afp/dpa

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