Wenn der Arbeitnehmer stirbt

Erbe hat Anspruch auf Auszahlung des Urlaubs

Wer einige Urlaubstage nicht nehmen konnte, kann sie sich vom Arbeitgeber meist auszahlen lassen. Stirbt der Mitarbeiter, haben auch Erben einen Anspruch auf das Geld. Foto: dpa-infocom

Arbeitnehmer können sich in vielen Fällen ihren Urlaub auszahlen lassen. Doch was passiert im Todesfall mit diesem Anspruch? Eine Entscheidung des Arbeitsgerichts Kaiserslautern gibt Aufschluss.

Kaiserslautern (dpa/tmn) - Verstirbt ein Arbeitnehmer, kann sich der Erbe den bereits von ihm erworbenen Urlaubsanspruch auszahlen lassen. Das begrenzt sich allerdings auf den gesetzlichen Mindesturlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz.

Der Deutsche Anwaltverein weist auf einen Fall (Az.: 1 Ca 408 und 60/15) hin, der vor dem Arbeitsgerichts Kaiserslautern verhandelt wurde: Ein ehemaliger Arbeitnehmer der US-Stationsstreitkräfte verlangte nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses die Abgeltung seines Urlaubsanspruchs. Doch dann verstarb er. Seine Erbin verfolgte den Anspruch weiter. Mit Erfolg.

Nach Auffassung des Bundesarbeitsgerichts (Az.: 9 AZR 725/13) ist der Urlaubsabgeltungsanspruch ein Geldanspruch. Dieser geht mit dem Tod des Arbeitnehmers auf die Erben über, so das Gericht in Kaiserslautern. Bei der Höhe sei zu berücksichtigen, dass der Abgeltungsanspruch sich nur nach den im Bundesurlaubsgesetz geregelten gesetzlichen Mindestansprüchen bestimmt. Auch sei zu beachten, ob Urlaubsansprüche bereits erloschen sind.

Pressemitteilung zum Urteil des Bundesarbeitsgerichts

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