Dutzende Verletzten

Schweres Erdbeben in Kalifornien - viele Verletzte

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Ein heftiges Erdbeben hat am Wochenende Nordkalifornien erschüttert.

San Francisco/Chile - Ein heftiges Erdbeben hat am Wochenende Nordkalifornien und das Zentrum von Chile erschüttert und zahlreiche Menschen in Panik versetzt. Dutzende wurden verletzt.

Mindestens 87 Menschen sind bei einem heftigen Erdbeben nördlich der kalifornischen Metropole San Francisco verletzt worden. Drei von ihnen befänden sich in einem kritischem Zustand, teilten Vertreter der Stadt Napa auf einer Pressekonferenz am Sonntag mit. Demnach zählt zu den lebensgefährlichen Verletzten ein Kind, das mit einem Hubschrauber in eine Spezialklinik gebracht wurde. Das Beben der Stärke 6,0 soll das schwerste seit 25 Jahren in der Region gewesen sein. Zahlreiche Gebäude wurden am Sonntagmorgen (Ortszeit) zerstört, Zehntausende Haushalte waren ohne Strom.

Der Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown, rief dem Fernsehsender CNN zufolge für die Region Napa den Notstand aus. Damit kann rasch Hilfe aus Washington in die betroffenen Gebiete fließen. Die meisten Opfer hätten leichtere Verletzungen wie Schnittwunden oder Prellungen erlitten und seien nach der Behandlung wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden, berichtete die Zeitung „Los Angeles Times“ unter Berufung auf eine Kliniksprecherin.

Das Zentrum des Bebens lag sechs Kilometer südwestlich des Weingebietes Napa, etwa 75 Kilometer von San Francisco und mehr als 80 Kilometer von Sacramento entfernt, wie die US-Erdbebenwarte berichtete. Rund 100 000 Menschen seien betroffen gewesen. Es wurden rund 60 leichtere Nachbeben gemessen, eines erreichte die Stärke 3,6.

CNN zeigte Bilder von schwerbeschädigten Gebäude, immer wieder brachen Brände aus. Augenzeugen sagten, in der Innenstadt von Napa seien einige Häuser völlig zerstört worden. Der Sender KTVU berichtete, in der Ortschaft Vallejo sei ein Kirchturm eingestürzt.

Nach Abgaben der kalifornischen Feuerwehr waren mehrere Menschen in ihren Häusern eingeschlossen. Die „Los Angeles Times“ berichtete von herunter gerissenen Stromleitungen. Mehr als 42 000 Haushalte in Napa und benachbarten Bezirken sollen demnach von der Stromversorgung abgeschnitten sein. „Es war wie eine Achterbahn“, schilderte eine Augenzeugin.

„Ich dachte, das sei „The Big One““, sagte Craig Chan auf CNN. „Ich habe mein ganzes Leben in San Francisco verbracht und immer wenn es länger als zehn Sekunden bebt, denkst du: Jetzt ist es soweit.“ Seit Generationen fürchten die Menschen in Kalifornien „The Big One“ - das überfällige Großbeben. Der Erdstoß vom Sonntagmorgen war laut mehrerer Medienberichte das schwerste Beben in der Region seit dem Loma-Prieta-Beben nahe San Francisco 1989 mit einer Stärke von 6,9. Damals waren 63 Menschen ums Leben gekommen und massive Schäden entstanden.

Der gesamte Westen des amerikanischen Doppelkontinents liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, der seismisch besonders aktiv ist. Erst am Samstagabend hatte ein Erdbeben der Stärke 6,2 die Region rund um die chilenische Hafenstadt Valparaíso erschüttert.

Das Beben dort war auch in der Hauptstadt Santiago zu spüren. In einigen Stadtteilen fiel der Strom aus. Verletzt wurde laut Innenministerium niemand. Kurzzeitig wurde ein Fußballspiel zwischen den Erstligisten Unión Española und Universidad de Concepción unterbrochen. Die Spieler versammelten sich in der Mitte des Spielfelds, und die Zuschauer strömten zu den Notausgängen.

Leichtverletzte bei Erdbeben in Kalifornien

Dutzende Verletzte bei Erdbeben in Kalifornien

Beben in Chile

Die Erdbeben-Karte zeigt das Gebiet um die chilenische Stadt Valparaiso, die von einem heftigen Erdbeben erschüttert wurde.

Ein Erdbeben der Stärke 6,4 hat zudem die Region rund um die chilenische Hafenstadt Valparaíso erschüttert. Nach Angaben der Behörden ereignete sich das Beben um 18.35 Uhr (Ortszeit, Sonntag 00.35 Uhr MESZ) rund 39 Kilometer von der Stadt Quillota entfernt. Es war auch in der über hundert Kilometer entfernten Hauptstadt Santiago de Chile sowie in fünf weiteren zentralen Regionen zu spüren. Dem Katastrophenschutz zufolge wackelten einige Gebäude in Santiago 30 bis 40 Sekunden lang, was viele Menschen in Panik versetzte. Demnach gab es auch Stromausfälle, Medienberichten zufolge funktionierten zum Teil auch Handys und das Internet nicht mehr.

Berichte über Verletzte oder schwere Schäden lagen zunächst nicht vor. Auch Tsunami-Gefahr bestehe nicht, teilte das Innenministerium mit.

Fußballspiel wegen Erdbeben unterbrochen

In der Hauptstadt wurde ein Fußballspiel zwischen den Erstligisten Unión Española und Universidad de Concepción kurzzeitig unterbrochen. Die Spieler versammelten sich in der Mitte des Spielfelds, und die Zuschauer strömten zu den Notausgängen.

Bereits am frühen Morgen hatte im Norden Chiles die Erde gebebt. Der Erdstoß nahe der Stadt Iquique hatte eine Stärke von 5,7. Im April waren dort bei einem Beben der Stärke 8,2 sieben Menschen ums Leben gekommen.

Chile gehört zu den seismisch aktivsten Ländern der Erde, die Menschen in dem südamerikanischen Land sind an Erdbeben gewöhnt. Chile liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, wo mehrere Kontinentalplatten aufeinander stoßen. Diese sind ständig in Bewegung und lösen immer wieder Erdbeben aus.

dpa/AFP

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