Verzicht auf Genüsse

Fastenmonat Ramadan hat begonnen

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Die Kaaba ist ein quaderförmiges Gebäude im Innenhof der Heiligen Moschee in Mekka und ist das zentrale Heiligtum des Islams

Istanbul - Der Ramadan ist für Muslime in diesem Jahr eine besondere Herausforderung. Wegen der Sommerzeit dauert das tägliche Fasten besonders lang. Zudem liegen die Temperaturen vielerorts bei 40 Grad.

Mit dem Erscheinen der Neumondsichel hat für Millionen Muslime weltweit am Donnerstag der heilige Fastenmonat Ramadan begonnen. Rund vier Wochen lang verzichten die Gläubigen ab Sonnenaufgang auf Essen, Trinken, Zigaretten und andere Genüsse.

Bei Sonnenuntergang kommen sie täglich zum Fastenbrechen („Iftar“) zusammen, in muslimischen Ländern ein wichtiges familiäres und gesellschaftliches Ereignis.

Der heilige Monat fällt in diesem Jahr in den Sommer

Für gläubige Muslime gehört das Fasten während des Ramadans zu den fünf Grundpflichten des Islam. Da der heiligen Monat in diesem Jahr in den Sommer fällt, dauert die tägliche Periode der Enthaltsamkeit besonders lang. Der kommende Sonntag wird der längste Tag des Jahres sein. Zudem liegen in vielen Staaten der islamischen Welt die Temperaturen bereits im Juni bei rund 40 Grad.

In krisengeschüttelten arabischen Ländern wie dem Irak oder Syrien verbindet sich der Beginn des Fastenmonats mit der Hoffnung auf ein Abflauen der Gewalt. Die Kämpfe mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bereiteten vielen Irakern Kummer, sagte die 48 Jahre alte Lehrerin Wissal al-Samrai aus Bagdad. „Aber wir hoffen, dass die Gewalt im Ramadan stoppt und dass wir in Sicherheit leben können.“

Pakistanische Regierung setzt Hinrichtungen während Ramadan aus

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier gratulierte allen Muslimen zum heiligen Monat. „Ich wünsche uns allen, dass der Ramadan als Zeit der Versöhnung und der Barmherzigkeit in diesem Jahr auch ein Monat der Hoffnung sein kann“, erklärte der SPD-Politiker.

Die pakistanische Regierung setzt während des Ramadans die massenhaften Hinrichtungen von Häftlingen. „Aus Ehrfurcht vor dem Monat wird niemand gehängt werden“, erklärte das Innenministerium. In Indien und Pakistan wurde die Neumondsichel noch nicht gesichtet, daher beginnt der Ramadan dort erst am Freitag.

In der Türkei gehen auch während der Fastenzeit die Bemühungen zur Bildung einer Regierungskoalition weiter, nachdem die islamisch-konservative AKP bei der Parlamentswahl ihre absolute Mehrheit verloren hat. Während des Fastenmonats wird auch das neue Parlament vereidigt werden. In Istanbul fällt außerdem die Schwulen- und Lesbenparade erstmals in die Fastenzeit. Dazu werden Zehntausende erwartet.

dpa

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