Ehemaliger Start-up-Star

Sie hatte mal 4,5 Milliarden Dollar - Jetzt ist sie pleite

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Elizabeth Holmes bei der Glamour Women of the Year Awards-Show am 9. November 2015.

New York - 4,5 Milliarden Dollar sind futsch: Die einstige Start-up-Milliardärin Elizabeth Holmes hat nach Berechnungen des US-Magazins "Forbes" ihr gesamtes Vermögen verloren. Jetzt droht ihr sogar der Knast.

Letztes Jahr zählte Elizabeth Holmes mit einem geschätzten Vermögen von 4,5 Milliarden Dollar (vier Milliarden Euro) noch zu den großen Gewinnern der „Forbes“-Reichenliste, nun hat das US-Magazin die Gründerin des einst hoch gehandelten Bluttest-Startups Theranos vorerst komplett abgeschrieben.

Holmes hält 50 Prozent der Anteile an Theranos. Dies führte zu der Milliardenschätzung von "Forbes" im vergangenen Jahr - und nun auch zu der drastischen Herabstufung. Bei der jüngsten Einwerbung von Investitionen sei das Unternehmen zwar mit neun Milliarden Dollar bewertet worden, doch "800 Millionen Dollar ist realistischer", urteilte "Forbes". Da Holmes nur gewöhnliche Anteilsscheine und keine Vorzugsaktien besitze, müsse sie sich hinten anstellen, wenn es Geld zu verteilen gebe.

Der tiefe Fall von Theranos

Die Abstufung durch „Forbes“ zeigt den tiefen Fall des Unternehmens und seiner einst gefeierten Gründerin. Theranos hatte mit dem Versprechen Milliarden bei Investoren eingesammelt, Bluttests durch deutlich kleinere Proben zu revolutionieren. Holmes war so zwischenzeitlich zum Star in Technologie-Blogs geworden, galt als jüngste Selfmade-Milliardärin der Welt bezeichnet. Sie trat auf diversen Konferenzen auf und war auf Magazin-Covern zu sehen.

Das "Wall Street Journal" begann jedoch im Oktober 2015 mit einer Artikelserie, in der die Zuverlässigkeit der verwendeten Technologie in Frage gestellt wurden. Zudem kann demnach nur ein kleiner Teil der von Theranos versprochenen mehr als 200 Tests tatsächlich vorgenommen werden.

Inzwischen befasst sich auch eine Abteilung der US-Gesundheitsbehörde CMS mit dem Fall. Ende Januar erklärte sie, die Praktiken von Theranos seien eine "direkte Gefahr für die Gesundheit und die Sicherheit von Patienten". Die Behörde drohte damit, dem Unternehmen die Bluttests zumindest vorübergehend zu verbieten. Das Verfahren läuft noch.

Daneben ist Theranos im Visier der US-Börsenaufsicht SEC sowie von Ermittlern in Kalifornien. Hier geht es um möglichen Investorenbetrug. Außerdem drohen Theranos auch Sammelklagen von Patienten.

afp/dpa

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