Spuren am Nordpol

Forscher machen spektakuläre Entdeckung auf dem Mars

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Die Wissenschaftler hatten mit der Raumsonde "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) der US-Raumfahrtbehörde Nasa die Polkappen des Roten Planeten untersucht. Foto: ESA/DLR/FU-Berlin/Ralf Jaumann/dpa

Washington - Auf dem Mars sah es nicht immer so aus wie heute. Klimawandel gibt es nämlich nicht nur bei uns, sondern auch auf unserem Nachbarplaneten. Und der hatte massive Folgen für den Roten Planeten.

Am Nordpol des Roten Planeten haben Forscher Belege für eine Eiszeit gefunden, die bis vor rund 370 000 Jahren angedauert hat. Seitdem haben sich am Mars-Nordpol rund 87 000 Kubikkilometer Eis abgelagert - genug, um den gesamten Planeten mit einem 60 Zentimeter dicken Eispanzer zu bedecken, berichtete das Team um Isaac Smith vom Southwest Research Institute in Boulder (US-Staat Colorado) im Fachblatt "Science".

Die Beobachtung stützt Theorien, die Eiszeiten auf dem Mars postuliert haben. Wie auf der Erde verändern langfristige Schwankungen in der Umlaufbahn und der Achsneigung das Klima auf dem Roten Planeten. Während die Neigung der Erdachse allerdings lediglich um etwa zwei Grad schwankt, sind es bei der Mars-Achse bis zu 60 Grad, wie die Forscher betonen.

"Da das Klima auf dem Mars mit den größeren Änderungen der Achsneigung variiert und sich das Eis mit jedem Umschwung unterschiedlich verteilt, dürfte der Mars in der Vergangenheit ganz anders ausgesehen haben als heute", erläuterte Smith in einer Mitteilung seines Instituts. Die Untersuchung könnte daher auch helfen zu erkunden, wann das variable Mars-Klima mild genug für die Entwicklung von möglichem Leben war.

"Klimawandelbedingte Ansammlung" auf dem Mars entdeckt

Die Wissenschaftler hatten mit der Raumsonde "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) der US-Raumfahrtbehörde Nasa die Polkappen des Roten Planeten untersucht. Mit dem MRO-Radar konnten sie dabei tief ins Eis hineinblicken. Während die Südpolkappe relativ klein und von Meteoriteneinschlägen verändert ist, ließen sich am Nordpol einzelne Eisschichten identifizieren.

"Radarbeobachtungen der Eiskappe liefern eine detaillierte Historie der klimawandelbedingten Ansammlung und Abtragung von Eis", berichtete Smith. "Wir haben eine beschleunigte Eisablagerung in den oberen 100 bis 300 Metern der Polkappe beobachtet."

Dieses Eis war während der vorangegangenen Eiszeit vermutlich in gemäßigteren Breiten des Roten Planeten verteilt, mit dem Ende der Eiszeit jedoch geschmolzen und hat sich schließlich an der kühlen Polkappe gesammelt. Mit den Ergebnissen hoffen die Forscher, Klimamodelle für den Mars zu verbessern, die unter anderem den Eistransport zwischen den Polen und mittleren Breiten während der Klimazyklen auf dem Roten Planeten beschreiben.

Die Untersuchung sei damit auch von Bedeutung für eine mögliche bemannte Mission zum Mars, betonte Smith. "Wasser wird eine entscheidende Ressource für einen Mars-Außenposten sein." Darüber hinaus helfe die Beobachtung der irdischen Klimaforschung. "Da der Mars derzeit keine Ozeane besitzt, stellt er eine Art vereinfachtes Labor dar, um die Klimawissenschaft auf der Erde nachzuvollziehen."

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dpa

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