Vor schottischer Küste

Frachter kentert: Acht Seeleute vermisst

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Das gekenterte Schiff.

Wick - In stürmischem Wetter kentert ein Schiff vor der schottischen Küste, acht Seemänner verschwinden spurlos. Mehr als 48 Stunden nach dem Unglück geben die Suchmannschaften auf.

Zwei Tage nach einem Schiffsunglück vor der schottischen Küste haben Rettungskräfte die Suche nach acht vermissten Seeleuten aufgegeben. Mit Hubschraubern und einem Flugzeug hatten sie am Sonntag bis zum Einbruch der Dämmerung nach sieben Männern aus Polen und einem Philippiner gesucht. Deren Frachtschiff war am Freitag bei stürmischem Wetter gekentert. Mehrere Boote, die an der Aktion beteiligt waren, hatten sich am Nachmittag auf den Weg zurück in ihre Häfen gemacht und dabei die Küstentreifen nach Menschen, Rettungsbooten und Wrackteilen abgesucht.

Die Besatzung hatte einem Sprecher der Hamburger Reederei Brise zufolge zuletzt am Freitag zur Mittagszeit ein Signal abgegeben. Die Angehörigen sind inzwischen informiert. Bereits vor Abbruch der Suche hatte Susan Todd von der britischen Küstenwache in der BBC die Chancen als gering eingeschätzt, die Besatzung der in Zypern registrierten „Cemfjord“ noch lebend zu finden.

Das 83 Meter lange Schiff war mit 2000 Tonnen Zement aus Dänemark beladen und auf dem Weg nach Runcorn bei Liverpool an der britischen Westküste. Ein Notrufsignal hatten die Männer nicht abgesetzt, wie die Reederei mitteilte. Die Besatzung einer Passagierfähre hatte am Samstag den Rumpf des Frachters 24 Kilometer nordöstlich der schottischen Hafenstadt Wick umgedreht im Wasser entdeckt. Am Sonntag versank das Schiff und war nicht mehr zu sehen.

Die Rettungsmannschaften hatten die Suche bei schlechtem Wetter am Samstagabend mit Einbruch der Dunkelheit abgebrochen und bei Tagesanbruch fortgesetzt. Der Reederei zufolge war die „Cemfjord“ 1984 gebaut worden und erst 2014 ohne Beanstandungen inspiziert worden.

Unterdessen ist ein auf Grund gelaufenes Auto-Frachtschiff an der englischen Südküste zur Attraktion für Schaulustige und Touristen geworden. Die Polizei teilte per Facebook mit, dass die Parkplätze an der Küste nahe der Unglücksstelle ziemlich voll seien, weil das schief im Wasser hängende, 180 Meter lange Schiff so viele Menschen anziehe. Die „Höegh Osaka“ war auf dem Weg nach Deutschland.

Rettungskräfte hatten über Nacht etwa 25 Besatzungsmitglieder per Hubschrauber und Rettungsboot in Sicherheit gebracht, nachdem das Transportschiff auf dem Weg nach Bremerhaven in der Meerenge zwischen der Isle of Wight und dem Festland aus noch ungeklärter Ursache auf Grund gelaufen war. Der Schiffsverkehr werde nicht behindert und das Wasser nicht verschmutzt, teilte die Küstenwache mit.

dpa

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