Für Einsteiger oder Profis: Das gehört in den Gaming-PC

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Nicht für jedes Spiel muss im Computer die neueste Hardware stecken. Wer seine Bedürfnisse kennt, kann beim Kauf des Spiele-PCs sparen - und trotzdem mit Spaß zocken. Foto: Caroline Seidel

Was muss der Gaming-PC an Bord haben? Was muss rein, was braucht man vielleicht nicht? Wo kann man sparen - und wo sollte man es besser nicht? Hier sind drei Konfigurationen von Experten für Spieler.

Berlin (dpa/tmn) - Spielen kann man heutzutage mit jedem Computer. Aber wenn es etwas mehr sein soll als Browserspielchen, muss angemessen leistungsstarke Hardware her. Denn vielen Spielen sind normale Heim-PCs nicht gewachsen.

Das gilt insbesondere für sogenannte AAA-Titel wie Egoshooter oder Open-World-Rollenspiele, in denen sich Spieler frei in riesigen Spielwelten bewegen. Neben Speicher und Rechenleistung braucht es hier auch eine flotte Grafikkarte. Sie ist die wichtigste Komponente eines Spiele-PCs, sagt Nils Raettig von der Fachzeitschrift "Gamestar". "Als Faustregel gilt: Rund ein Drittel des Budgets sollte man für die Grafikkarte ausgeben."

Aber was braucht man eigentlich wirklich? Muss es immer die neueste Technik sein, oder reicht für kleinere Ansprüche auch ein günstigerer Rechner? "Das große Aufrüstwettrennen ist vorbei, man stößt gerade an physikalische Grenzen", sagt Karsten Bunz vom Computermagazin "Chip". "Mit einem soliden Mittelklasse-Gaming-PC sollte man noch eine Weile aktuelle Games spielen können."

Der Günstige (500-700 Euro)

"Auf einem solchen PC laufen die meisten aktuellen Spiele, allerdings nicht in höchster Auflösung. Da muss man Abstriche machen", sagt Daniel Kaufhold, der beruflich Gaming-PCs zusammenbaut. Wer AAA-Titel flüssig spielen möchte, sollte also seine Ansprüche herunterschrauben und mit den Einstellungen experimentieren, sagt Raettig. Spielraum gebe es oft genug: "Dinge wie Kantenglättung und Texturqualität brauchen extrem viel Leistung, und man merkt kaum einen Unterschied."

Bei der Grafikkarte rät er zu einem Modell mit 4 GB Videospeicher. Gute Einsteigermodelle sind für Karsten Bunz beispielsweise die Nvidia Geforce GT 780 oder AMD Sapphire Radeon R9 380. Beim Prozessor gilt: Prozessoren von Intel haben eine höhere Leitung, sagt Bunz. Dafür sind die aber auch teurer als die des Konkurrenten AMD. Nils Raettig rät zum Vierkernmodell. Wer sparen will, muss aber nicht zur allerneuesten Generation greifen: "Die Leistung stagniert seit Jahren - daher kann ein älterer Prozessor der Oberklasse oft noch ganz gut mithalten." Acht Gigabyte (GB) DDR3-Arbeitsspeicher sollten an Bord sein.

Beim Netzteil gilt: Es sollte mindestens die Gesamtleistung aller verbauten Teile plus eine großzügige Reserve haben. 450 Watt sollten für den Einsteiger-PC genügen. Wer sparen will, kommt mit einer ein bis zwei Terabyte (TB) großen HDD-Festplatte aus und verzichtet auf teuren SSD-Speicher. "Das Spielerlebnis beeinflusst sie kaum", sagt Raettig. Auch Techniker Kaufhold sieht hier Sparpotenzial, würde auf den schnellen Chipspeicher aber nicht mehr verzichten wollen.

Der Mittlere (750-1000 Euro)

"Für etwa 1000 Euro bekommt man einen wirklich guten Standard-Gaming-PC, mit dem man die meisten Spiele mit Maximalleistung spielen kann", sagt Bunz. Das bedeutet: Viele Spiele können in Full-HD (1920 zu 1080 Pixel) gespielt werden, sie laufen flüssiger, und die Optik ist in der Regel ansprechender.

Die schnellere Grafikkarte mit mindestens vier, besser mehr GB Videospeicher ist also gesetzt. Außerdem rät Bunz zu einem leistungsfähigeren Prozessor von Intel, mindestens einem Core i5 oder sogar einem Core i7. Zudem kann man sich eine SSD-Festplatte gönnen als Ergänzung zur großen HDD-Festplatte. Bei höherem Budget gehören auch 16 GB Arbeitsspeicher in den Rechner, sagt Raettig. Ein paar Extras könnten auch drin sein, zum Beispiel ein schöneres Gehäuse, eine leisere Kühlung oder ein DVD-Brenner.

High End (über 1000 Euro)

Wie bei so vielen Dingen gilt auch bei Gaming-PCs: "Nach oben gibt es keine Grenzen", sagt Karsten Bunz. Wer beispielsweise in 4K-Auflösung (3840 zu 2160 Pixel) flüssig spielen möchte, muss tief in die Tasche greifen. "Das fängt schon beim Netzteil an", sagt Bunz. Denn stärkere Prozessoren und Grafikkarten müssten entsprechend mit mehr Strom versorgt werden. Apropos Grafikkarte: "Die bekommt man kaum unter 500 Euro", sagt Nils Raettig. Die Grafikkarte muss extrem leistungsfähig sein, mit 8 GB Videospeicher. Wer Wert auf Virtual Reality legt, braucht noch mehr. Am besten sind zwei Grafikkarten im Verbund. "Nur etwas für absolute Gaming-Enthusiasten", urteilt Raettig. "Ein Rechner, der flüssig mit 4K und Virtual Reality zurechtkommt, liegt sicher bei 2500 bis 3000 Euro aufwärts", sagt Daniel Kaufhold.

Ein 1000-Euro-Oberklasse-4K-Monitor für einen Rechner, der diese Leistung gar nicht bringt, ist sinnlos. Denn: "Je leistungsstärker und größer der Monitor, desto leistungsstärker muss auch die Grafikkarte sein, das vergessen viele", sagt Bunz.

Gleichzeitig ist der Monitor wichtig für den Spielspaß, sagt Raettig. Wer in einen guten Mittelklasse-PC investiert, sollte beim Monitor dasselbe tun. "Ich würde zu einem WQHD-Monitor (2560 zu 1440 Pixel) raten, das ist die Zwischenstufe zwischen Full-HD und 4K, mit einer Bildwiederholrate von mindestens 120 Bildern pro Sekunde." Gerade schnelle Spiele wie Egoshooter oder Rennspiele wirken durch die hohe Bildwiederholfrequenz wesentlich flüssiger, und das Spiel mache mehr Spaß. Und genau darum geht es ja am Ende.

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