In Trauer vereint

Germanwings-Absturz: Stilles Gedenken an die Opfer an erstem Jahrestag

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Blumen von Freunden und Verwandten der Opfer in der Nähe der Unglücksstelle in Le Vernet

Le Vernet/Haltern am See - Am ersten Jahrestag des Absturzes in den französischen Alpen mit 150 Toten haben Menschen in Deutschland und Frankreich der Opfer gedacht.

In der nahe der Absturzstelle gelegenen Gemeinde Le Vernet kamen am Donnerstag hunderte Hinterbliebene zusammen. Auch im nordrhein-westfälischen Haltern am See, von wo einige Opfer stammten, wurde eine Schweigeminute abgehalten.

Mehr als 600 Hinterbliebene versammelten sich am Donnerstagmorgen im Alpendorf Le Vernet. An einer dort in Erinnerung an die Opfer errichteten Stele gedachten sie um genau 10.41 Uhr mit einer Schweigeminute der Toten - zu diesem Zeitpunkt hatte Copilot Andreas Lubitz die Maschine an einem Berghang zerschellen lassen.

Verlesen wurden bei der vom Germanwings-Mutterkonzern Lufthansa organisierten und streng abgeschirmten Zeremonie auch die Namen der Opfer. Auf dem Friedhof von Le Vernet, wo die nicht identifizierten sterblichen Überreste der Toten in einem Gemeinschaftsgrab bestattet liegen, wurden anschließend Blumenkränze vor einer neuen Gedenktafel mit den Namen der Opfer niedergelegt. Die Hinterbliebenen konnten außerdem auf einen Gebirgspass mit Blick auf die Absturzstelle laufen.

Zu der Zeremonie reisten auch Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Germanwings-Geschäftsführer Thomas Winkelmann. Spohr sicherte den Hinterbliebenen dabei die Unterstützung der Fluggesellschaft zu. "Dieses Unglück können auch wir nicht lindern, aber wir können zumindest den Angehörigen beistehen", sagte Spohr vor der Trauerfeier.

Der Germanwings-Airbus war am 24. März 2015 auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf in den südlichen französischen Alpen abgestürzt. Alle 150 Menschen an Bord kamen ums Leben, unter ihnen 72 Deutsche und 50 Spanier.

Unter den Opfern waren auch 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des Joseph-König-Gymnasiums in Haltern am See. Sie waren auf dem Rückflug von einem Besuch bei einer spanischen Partnerschule. In der Kleinstadt versammelten sich ebenfalls um 10.41 Uhr dutzende Menschen zu einer Schweigeminute.

Ein Jahr nach Germanwings-Absturz: Gedenken an die Opfer

Ein Jahr nach Germanwings-Absturz: Gedenken an die Opfer

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) versicherte den Trauernden in Haltern, sie seien "in Ihrem Schmerz nicht allein". Unzählige Menschen, auch die Mitglieder der Bundesregierung, "sind in Gedanken bei Ihnen", schrieb die Kanzlerin in einem Beitrag für die "Halterner Zeitung". Der Bürgermeister der Stadt, Bodo Klimpel (CDU), sagte, Haltern am See nehme das Unglück als Bestandteil der Stadtgeschichte an. "Wir haben gemeinschaftlich erklärt, dass wir die Opfer nicht vergessen möchten."

Der Absturz hatte insbesondere nach Bekanntwerden der Unglücksursache weltweit für fassungsloses Entsetzen gesorgt: Den Ermittlungen zufolge ließ Copilot Lubitz die Maschine absichtlich abstürzen, um sich das Leben zu nehmen. Der 27-Jährige hatte in der Vergangenheit unter schweren Depressionen gelitten und informierte sich in den Tagen vor dem Absturz im Internet über Möglichkeiten eines Suizids.

Opferanwälte werfen der Lufthansa vor, wegen der Krankheitsgeschichte des Piloten eine Mitverantwortung an der Katastrophe zu tragen. Sie wollen die Fluggesellschaft in den USA verklagen, wo Lubitz an einer Lufthansa-Flugschule ausgebildet wurde. Dort sollen auch höhere Entschädigungszahlungen für die Angehörigen erstritten werden.

Gedenken an Opfer der Germanwings-Katastrophe

AFP

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