Er vertritt 39 Familien

Germanwings-Absturz: Opferanwalt bereitet Klage in USA vor

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Inmitten von Blumen steht eine steinerne Gedenkstele mit der Aufschrift "In Erinnerung an die Opfer des Flugzeugunglücks vom 24. März 2015".

Köln - Der Germanwings-Absturz in den französischen Alpen mit 150 Toten könnte die US-Justiz beschäftigen. Der Opferanwalt bereitet eine Klage vor, heißt es in einem Medienbericht.  

"Wir bereiten eine Klage in den USA vor und sehen gute Chancen für einen Gerichtsstand in den Vereinigten Staaten", sagte der Rechtsanwalt Elmar Giemulla, der 39 Opferfamilien vertritt, der "Bild am Sonntag". Ein Germanwings-Sprecher wollte dies unter Verweis auf die in der Debatte "notwendige Würde" nicht kommentieren.

Giemulla sagte, es gehe bei einer Klage in den USA insbesondere darum, mit Hilfe des dortigen außergerichtlichen Systems der Beweisaufnahme feststellen zu lassen, "warum es möglich war, dass der Copilot mit erwiesenen psychischen Problemen und einer entsprechenden Vorgeschichte überhaupt fliegen durfte". Giemulla kündigte an, mit einer New Yorker Kanzlei zusammenzuarbeiten, die sich auf solche Fälle spezialisiert hat.

Eine Klagesumme gebe es noch nicht, sagte Giemulla weiter. In den USA erhalten Hinterbliebene in der Regel das Zehnfache der in Deutschland üblichen Summen. Die Lufthansa als Germanwings-Mutterkonzern hatte den Hinterbliebenen zunächst 25.000 Euro Schmerzensgeld und zusätzliche Leistungen angeboten, was die Angehörigen als unzureichend kritisierten.

Germanwings: Kein Kommentar zur angekündigten Klage

Ein Germanwings-Sprecher wollte zu der Ankündigung des Opferanwalts keine Stellung beziehen. "Unser Anliegen ist es, dass die Angehörigen möglichst schnell die ihnen zustehenden Schadensersatzzahlungen erhalten", sagte der Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. "Wir kommentieren diese Pressemeldung nicht, da wir nicht glauben, dass die zuhöchst individuellen Schadensersatzthemen öffentlich mit der aus unserer Sicht notwendigen Würde diskutiert werden können."

Bei dem Airbus-Absturz auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf waren am 24. März alle 150 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Der Copilot der Germanwings-Maschine soll den Flugkapitän aus dem Cockpit ausgesperrt und das Flugzeug dann absichtlich zum Absturz gebracht haben.

AFP

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