Große Liebe mit Bum-Bum-Techno in Dating-App Tinder

Die Dating-App Tinder zerstört die romantische Liebe, sagen Kritiker. Nun gibt es zum Abschleppen den passenden Soundtrack - dank einer Partnerschaft mit Spotify.

Für Kritiker ist die Dating-App Tinder der Untergang des Abendlandes. Mehr als 20 Millionen Menschen hat die Anwendung zusammengebracht - für den Sex zwischendurch, eine Affäre oder auch eine langfristige Beziehung. Tinder, so heißt es, habe „eine Kultur der Romantik durch eine Kultur des Abschleppens ersetzt“. Nun gibt es dafür auch den passenden Soundtrack.

Das US-Unternehmen ist eine eher platonische Partnerschaft mit dem schwedischen Streamingdienst Spotify eingegangen. Frauen und Männer, die bei Tinder einen neuen Partner suchen, können jetzt ihren Lieblingssong direkt in ihrem Profil zum Anhören anzeigen lassen.

„Mach dich auf geile Sounds gefasst“, heißt es in einer Ankündigung. Wenn aber bei der gut aussehenden Blondine die Bum-Bum-Kirmestechno-Hymne „Hyper Hyper“ von Scooter läuft, wird man die Frau womöglich nicht mehr ganz so toll finden.

Das Prinzip von Tinder ist so einfach wie ein Scooter-Song: Mit einem Wisch nach links werden die unattraktiven Kandidaten aussortiert. Diejenigen, die das perfekte Match versprechen, zieht man mit dem Finger nach rechts für spätere Verabredungen.

Bislang, so sagt Firmengründer Sean Red, habe Tinder vor allem geholfen, seine Nutzer miteinander bekannt zu machen. Mit Spotify hingegen „konzentrieren wir uns nun mehr darauf, ihnen dabei zu helfen, ihre Bekanntschaften kennenzulernen“.

Typisches Tinder-Profil: Amanda (26) ist immer auf Abenteuer aus. Foto: nh

Das ist Werbesprech. In Wahrheit macht Tinder die Liebe, wie wir sie bislang kannten, kaputt - jetzt auch mit Musik. Früher wünschte man sich in der Kneipen-Jukebox eine Ballade und schaute dem Mädchen von nebenan tief in die Augen. Man bastelte für den Schwarm stundenlang Mixtapes mit seinen Lieblingsliedern. Wenn ein schlechter Song dabei war, hatte die Liebe trotzdem noch eine Chance. Heute streamt man in fremden Tinder-Profilen Helene Fischers „Atemlos durch die Nacht“ - und schon ist alles futsch.

Trotzdem suchen bei Tinder und auf anderen Dating-Seiten alle nach dem großen Glück. Vor einiger Zeit meldete sich ein Autor des „SZ-Magazins“ bei verschiedenen Portalen als Frau an. Selbst von verheirateten Kollegen bekam er ziemlich unzweideutige Antworten.

Der Text über seine Dating-Erfahrungen las sich wie ein Nachruf auf die Liebe an sich. Dazu passt allenfalls noch der Schlager von Conny Francis: „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“. Ein wirklich schönes Lied.

Rubriklistenbild: © dpa

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