Hannover: Angeklagter wollte Ex-Freundin mit Säure-Attacke töten

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Entstellt und fast erblindet nach Säure-Attacke: Im Streit über die vorangegangene Trennung soll ihr Ex-Freund der 27-jährigen Kosmetikerin Vanessa M. vor der  Wohnung aufgelauert und ihr einen Abflussreiniger ins Gesicht geschüttet haben. Vor Gericht brach die junge Frau nun in Tränen aus.

Hannover. Ein 32-Jähriger, der wegen einer Säure-Attacke auf seine Ex-Freundin in Hannover vor Gericht steht, hätte die junge Frau nach der Schilderung eines Mithäftlings am liebsten getötet.

Der Angeklagte habe gesagt, es wäre besser gewesen, wenn die 27-Jährige Vanessa M. bei der Attacke gestorben wäre, hieß es in einer am Mittwoch vor Gericht verlesenen Aussage eines Mithäftlings.

Dem 32-Jährigen sei es darum gegangen, sein Opfer zu verunstalten. Der Mann hatte die Tat zu Prozessbeginn gestanden, ihm wird versuchter Mord vorgeworfen. Er hatte der Kosmetikerin im Februar 2016 aufgelauert und ihr industriellen Rohrreiniger ins Gesicht geschüttet.

Zwölf Tage lang wurde sie von Ärzten ins künstliche Koma versetzt, weil die Verletzungen so schwer waren: Nicht nur die Haut war zerstört. Das Opfer ist auf einem Auge fast blind. Ein Ohr war so schwer entstellt, dass es von Spezialisten rekonstruiert werden musste. Insgesamt hat die Frau inzwischen 25 Operationen hinter sich. Das berichtete die Hannoversche Allgemeine.

Mit der Attacke habe der 32-jährige Fitnesstrainer ihren schlechten Charakter auf ihr Äußeres übertragen wollen. Die schwer entstellte Frau brach bei den Schilderungen am Mittwoch vor Gericht in Tränen aus.

Die Verteidigung beantragte ein zweites psychiatrisches Gutachten mit dem Ziel, den Angeklagten in ein psychiatrisches Krankenhaus einweisen zu lassen. Der Angeklagte sei seelisch krank und nur eingeschränkt oder gar nicht schuldfähig. Bereits drei vorherigen Freundinnen habe er nach der Trennung nachgestellt, so dass diese juristische Schritte ergriffen.

Mithäftlinge des Angeklagten waren von der Tat nach eigenen Worten so entsetzt, dass sie dem Opfer in einem gemeinsamen Brief ihr Mitgefühl bekundeten. Auslöser war ein Zeitungsbericht mit einem Foto der entstellten Frau im Krankenhaus. "Als ich das Foto gesehen habe, wurde mir schlecht", erklärte ein Mithäftling. "Siehst du, was du mit der Frau gemacht hast?", habe er dem Angeklagten gesagt. Dieser habe erwidert, es sei ja nur das halbe Gesicht verätzt worden, es hätte das ganze sein sollen.

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