Flugschreiber wird dort vermutet

Heck der AirAsia-Maschine gefunden

AirAsia, Suche
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Ein Mitglied der indonesischen Luftwaffe hält in einem Hubschrauber Ausschau nach Wrackteilen der abgestürzten AirAsia-Maschine.

Jakarta - Eineinhalb Wochen nach dem Absturz des AirAsia-Flugzeugs in der Javasee haben die indonesischen Behörden am Mittwoch den Fund des Hecks am Meeresgrund bestätigt.

Nach tagelanger frustrierender Suche nach dem Wrack der abgestürzten AirAsia-Maschine melden Bergungskräfte in Indonesien einen Durchbruch. „Ich kann bestätigen, dass wir das Heck der Maschine gefunden haben“, sagte Bambang Sulistyo, Chef der Einsatzkräfte, am Mittwoch in Jakarta. Zur geplanten Bergung machte er zunächst keine Angaben.

Bereits zuvor gesichtete Trümmer hätten sich als Teile des Rumpfs der Maschine erwiesen, teilten die Bergungskräfte mit. Der Fund könnte einen Durchbruch für die Untersuchung der Unglücksursache bedeuten, weil sich im Heck eines Flugzeugs in der Regel die sogenannten Blackboxes mit dem Flugdatenschreiber und dem Stimmenrekorder befinden. „Wenn es das richtige Heckteil ist, müssten die Blackboxen dort sein“, twitterte der Chef der Fluglinie AirAsia, Tony Fernandes.

Ermittler erhoffen sich von der Blackbox Aufschluss über die Absturzursache

Der Airbus A320 war am 28. Dezember mit 162 Menschen an Bord auf dem Weg von Indonesien nach Singapur ins Meer gestürzt. Die Javasee ist kaum mehr als 50 Meter tief. Das macht die Bergung einfacher als etwa bei der 2009 in den Atlantik gestürzten Air France-Maschine, die in 4000 Metern Tiefe auf dem Meeresboden lag.

Die Blackboxen zeichnen Gespräche im Cockpit und technische Daten der Maschine auf und sind so gebaut, dass sie Abstürze intakt überstehen. Die Ermittler erhoffen sich von dem aufgezeichneten Material Aufschluss über die Absturzursache. Der Pilot hatte keinen Notruf abgesetzt. Bekannt ist nur, dass er kurz vor dem Verschwinden der Maschine vom Radar um eine Kursänderung bat, um Gewitterwolken zu umfliegen.

Regen, Wind, hohe Wellen und eine starke Strömung haben die Suche nach weiteren Leichen und Wrackteilen seit Tagen behindert. Schiffe machten mehrere Metallobjekte unter Wasser aus, die zu dem Wrack gehören könnten. Taucher konnten die Funde nicht bestätigen, weil die Strömung zu stark und die Sicht unter Wasser gleich null war.

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Nach AirAsia-Absturz: Indonesien verbietet Dumpingpreise für Tickets

Unterdessen will Indonesien Dumpingpreise für Flug-Tickets verbieten. Hintergrund sei, dass Preiskriege Billigflieger zu Sparmaßnahmen zwingen könnten, die die Sicherheit der Flugzeuge beeinträchtigen, sagte ein Sprecher des Transportministeriums am Mittwoch im Fernsehen. „Die Maßnahme soll sicherstellen, dass Fluggesellschaften genügend Geld haben, um die Sicherheit zu verbessern.“

Bislang gibt es allerdings keinerlei Hinweis darauf, das laxe Sicherheitsvorkehrungen bei dem AirAsia-Unglück eine Rolle spielten. Ermittler prüfen auch, ob schlechtes Wetter, ein mechanisches Problem am Airbus A320 oder ein Pilotenfehler den Absturz verursachten. Die Maschine war am 28. Dezember auf dem Weg von Surabaya nach Singapur in die Javasee gestürzt. Der Pilot setzte keinen Notruf ab.

In Indonesien hat der Luftverkehr in den vergangenen Jahren geboomt. Billigflieger bieten teils Ticket für ein paar Euro an. Künftig soll das billigste Ticket höchstens 40 Prozent billiger sein als das teuerste, wie der Sprecher Hadi Djuraid sagte.

dpa

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